Politik
PräventionskurseMinisterium erwägt neue Extra-Honorare für ÄrzteÜber neue Extra-Honorare für Ärzte wird im FDP-geführten Bundesgesundheitsministerium nachgedacht. Die grundsätzlich bekannte Idee ist in einem Konzeptentwurf des Ministeriums für eine Präventionsstrategie enthalten, wie die "Berliner Zeitung" (Samstag) berichtete, der das Papier vorliegt.
Darin werde unter anderem vorgeschlagen, dass Mediziner Patienten künftig über Präventionskurse beraten und derartige Angebote auch vermitteln sollten - gegen eine Extra-Honorierung. Dabei handele es sich zum Beispiel um Rückenschulen, Nordic-Walking- oder auch Yoga-Kurse. In der Union stießen die Vorschläge dem Bericht zufolge auf Kritik. Auch die Krankenkassen reagierten ablehnend.

AnzeigeZENO-VeranstaltungHealthcare Compliance und AntikorruptionVeranstaltung am 21. Mai 2012 in Berlin In verschiedenen Stufen wurden in den letzten Jahren durch das Strafrecht die Grenzen für eine mögliche Kooperation zwischen Ärzten und der Medizinprodukteindustrie sowie zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern verengt. Der Richtungswechsel in der Rechtsprechung verunsichert die Akteure im Gesundheitswesen und wirft grundlegende rechtliche, ökonomische und gesundheitspolitische Fragen auf, die in der Tagung thematisiert werden. Das Antikorruptionsgesetz hat Auswirkungen auf nahezu alle Leistungsbereiche im Gesundheitswesen. Dies gilt in gleicher Weise für die pharmazeutische Industrie, Klinische Prüfungen, den Marketingbereich sowie die Medizinprodukteindustrie und Krankenhäuser. Experten werden zu allen Aspekten des Antikorruptionsgesetzes referieren, um zukünftig bei Spenden und Sponsoring den Staatsanwalt im Haus zu vermeiden. Programm und Anmeldung unter: www.zeno24.de.

BeraterUmstrittene Mitarbeit von Lobbyisten in BundesministerienMehrere Mitarbeiter von Wirtschafts- und Interessenverbänden arbeiten in FDP-geführten Bundesministerien als Berater mit. Dies geht aus dem achten Lobbyistenbericht des Bundesinnenministeriums hervor, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt und über den zuerst die "Financial Times Deutschland" (Donnerstag) berichtete. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann und Grünen-Chefin Claudia Roth warfen der FDP daraufhin vor, Klientelpolitik zu betreiben.
Dem offiziellen Bericht zufolge setzten das Gesundheitsministerium zwei Mitarbeiter des Verbands der Ersatzkassen (VDEK) ein. Ein Sprecher des Ministeriums wies den Vorwurf der Einflussnahme aber zu zurück. Die abgeordneten Mitarbeiter hätten nicht auf der Leitungsebene gearbeitet. "Sie haben bei der Gesetzgebung zugearbeitet, aber keine Gesetze geschrieben", erklärte der Sprecher. Laut dem Bericht arbeitet im Entwicklungsministerium ein Mitarbeiter des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) - ebenso im Auswärtigen Amt, wo ein BDI-Mitarbeiter sich mit Projekten zur Außenwirtschaftsförderung und der "strukturellen Verbesserung der Zusammenarbeit mit Wirtschaftsverbänden" beschäftigt.

Sterbehilfe-UrteilÄrztekammer hofft auf InstanzenwegDie Bundesärztekammer bewertet das Sterbehilfe-Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts nicht als Türöffner für Sterbehelfer.
Sie hofft dennoch darauf, dass sich höhere Gerichtsinstanzen mit dem Fall beschäftigen: "Wir haben ein Interesse daran, dass die Abgrenzung zwischen ärztlichem Berufsrecht und Verfassungsrecht durch die Instanzen geklärt wird", sagte der Präsident der deutschen Ärzteschaft, Frank Ulrich Montgomery, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Dabei würde es um die Frage gehen, welche beruflichen Schranken sich die Ärzteschaft selbst auferlegen darf.
Das Verwaltungsgericht hatte am vergangenen Freitag in erster Instanz entschieden, dass Ärzte in besonderen Ausnahmefällen Beihilfe zur Selbsttötung eines Todkranken leisten dürfen, ohne damit gegen Berufsrecht zu verstoßen. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht.
Das Urteil sei alles andere als ein Freibrief für Sterbehelfer, sagte Montgomery. Man sollte es nicht überinterpretieren. Es gebe in dem Richterspruch Passagen, die ein Verbot beruflicher oder organisierter Sterbehilfe für zulässig erklärten.
Die Berliner Richter hatten im Fall eines Arztes entschieden, dem im Jahr 2007 von der Berliner Ärztekammer ausnahmslos verboten worden war, Sterbewilligen todbringende Medikamente zu überlassen. Der Mediziner ist als Befürworter ärztlicher Sterbehilfe bekannt.

Wirtschaft
DIHK70 000 neue Jobs in der GesundheitsbrancheJobboom in der Gesundheitsbranche: Nach einer Studie des DIHK wollen Pharmafirmen, Medizinprodukthersteller, Pflegeheime und Krankenhäuser in diesem Jahr 70 000 neue Stellen schaffen.
Zudem planten sie eine deutliche Ausweitung der Investitionen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Dienstagsausgabe. Die Unternehmen der Branche beurteilten ihre wirtschaftlichen Aussichten zudem besser als die übrige Wirtschaft, stelle der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in der Analyse fest.
DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann äußerte sich zugleich besorgt, dass Fachkräfte immer knapper würden. Die Gesundheitsbranche beschäftigt nach den Angaben mehr als 4 Millionen Menschen.

VersandhandelBundesrat-Vorstoß macht DocMorris-Verkauf für Celesio schwierigerDer jüngste Bundesrat-Vorstoß macht den geplanten Verkauf der Versandapotheke DocMorris für den Pharmahändler Celesio noch schwieriger. "Die Empfehlung der Länder dürfte ein wertmindernder Faktor für den Verkauf von DocMorris sein", sagte der auf den Pharmamarkt spezialisierte Anwalt Peter Homberg der Anwaltskanzlei Salans LLP der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Wie stark sich dies auf den Verkaufspreis auswirken kann, könne er nicht sagen.
Erst 2004 wurde das Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Medikamente unter Auflagen in Deutschland aufgehoben. Nun soll es nach dem Willen der Länder wieder verboten werden. Am vergangenen Freitag hatte sich der Bundesrat für einen eingeschränkten Versand von Medikamenten ausgesprochen. Die Sicherheit für Patienten soll erhöht werden, hieß es.

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Nachrichten
BestechungBundesweite Ermittlungen gegen Pharmafirmen und KrebsärzteBundesweit ermitteln Staatsanwälte gegen Krebsärzte wegen Bestechlichkeit. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, sind auch mindestens drei Pharmafirmen im Visier der Ermittler, die systematisch bestochen haben sollen. Die Unternehmen sollen Kassenärzten Geld gezahlt haben, wenn sie deren Krebspräparate bevorzugen. Auch gegen Dutzende Ärzte und einige Apotheker wird demnach ermittelt.
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BfArMMehr als 9200 Billig-Implantate in DeutschlandDeutsche Ärzte sollen ihren Patientinnen mindestens 9205 Billig-Brustimplantate der Hersteller PIP, Rofil Medical und GfE Medizintechnik eingesetzt haben. Insgesamt seien 5224 Frauen davon betroffen, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am Mittwoch mitteilte. Es bleibe aber eine Dunkelziffer von 10 bis 20 Prozent, da einige Ärzte, die möglicherweise auch die minderwertigen Implantate eingesetzt hatten, nicht mehr erreicht wurden. Außerdem sei nicht bekannt, wie viele deutsche Frauen im Ausland operiert wurden.

Patientenorientierte ArzneimittelversorgungSicherheit und Wirtschaftlichkeit des Arzneimittelmanagements Jedes Jahr versterben bis zu 30.000 Patienten in deutschen Krankenhäusern in der Folge von vermeidbaren Arzneimittelfehlern. Jeder Medikationsfehler mit nicht-fatalem Ausgang verlängert die Liegezeit um mindestens 1,7 Tage je Fall und verursacht durchschnittliche zusätzliche Kosten von 3.000 € für das Krankenhaus. Zwei Maßnahmen können zur nachhaltigen Reduzierung von Medikationsfehlern mit fatalem Ausgang (Adverse Drug Event) beitragen: der Einsatz von klinischen Pharmazeuten und ein dezentrales Unit-Dose-System in Verbindung mit elektronischen Versorgungsschränken und komplementärer Medikations-Verordnungssoftware. Wie Sie mit Sicherheit Medikationsfehler vermeiden, erfahren Sie im aktuell erschienenen Buch Patientenorientierte Arzneimittelversorgung, herausgegeben von W. von Eiff. Weitere Informationen und Musterseiten finden Sie hier.

Klinik-News
Universitätsklinikum Gießen MarburgAufstand am UKGMDer Weggang von Irmgard Stippler und Doris Benz aus der Geschäftsführung des UKGM hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Rund 80 Klinikdirektoren fordern jetzt die Rückabwicklung der Privatisierung am UKGM. Während die Rhön-Klinikum AG auf ihre Erfolge verweist, denkt die hessische Regierung nicht daran, das Klinikum wieder zurück zu nehmen.
Vor einem Jahr hat Joseph Rohrer, der ausgeglichene Schweizer, seinen Chefsessel in der Geschäftsführung des Universitätsklinikums Gießen-Marburg (UKGM) aufgegeben. Alle, selbst der Betriebsrat, fanden seinen Weggang rätselhaft. Anders verhält es sich bei Irmgard Stippler, seiner Nachfolgerin, die nun ebenfalls – zusammen mit der Kaufmännische Geschäftsführerin am Standort Marburg, Doris Benz – das UKGM verlassen hat. Dieses Mal gibt es gleich zwei Erklärungsversuche: Die beiden hätten vor den unerreichbaren Renditevorgaben des Trägers, der Rhön-Klinikum AG, kapituliert, meint Hans-Peter Howaldt, Ärztlicher Direktor am UKGM. Er ist Sprecher der Klinikdirektorenkonferenz, die im Namen aller knapp 80 Direktoren in Gießen und Marburg in einem 22-seitigen Thesenpapier dem Rhön-Konzern ein Scheitern seiner Geschäfte am UKGM attestiert. Die Ärzte kritisieren, dass der hohe Finanzierungsbedarf für alle getätigten Investitionen – insbesondere den Neubau in Gießen – und die Investitionszusagen für Lehre und Forschung aus dem laufenden Betrieb finanziert werden soll. “Der hieraus ab dem Jahr 2012 greifende Bedarf an Zinsaufwendungen und Abschreibungen in Höhe von 40 Millionen Euro pro Jahr ist nicht im Rahmen eines geordneten Betriebs einer Universitätsklinik zu erwirtschaften”, heißt es in dem Papier. Die ärztliche Führungsriege zieht in dem seit Jahren schwelenden Konflikt jetzt alle Register. Sie fordert: “Eine Rückführung der Privatisierung solle sehr rechtzeitig geprüft werden.” Die Rhön-Klinikum AG reagierte am Tag der Veröffentlichung des Thesenpapiers mit einer 11 Seiten umfassenden Stellungnahme. Ist damit das Geschäftsmodell, ein Universitätsklinikum privatwirtschaftlich zu führen, gescheitert? Der neue Vorsitzende der Geschäftsführung des UKGM, Martin Menger, will davon nichts wissen. Er verweist auf die bereits erzielten Erfolge. Dass es gelungen sei, beide Universitätsstandorte zu erhalten, “von denen einer von der Schließung bedroht war. Das hätte die öffentliche Hand bei weitem nicht schultern können”, so Menger. Rhön habe über 367 Millionen Euro investiert und habe heute mehr Beschäftigte als bei der Übernahme.
Den ausführlichen Bericht können Sie online unter www.kma-online.de lesen und kommentieren.
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Alles Grün?Green Hospital – Wege zur effektiven Nachhaltigkeit „Grün” ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit, gerade im Krankenhaus: Der kontinuierliche 24-Stunden-Betrieb und höchsten technischen Anforderungen sorgen für einen hohen Ressourcenverbrauch und erhebliche Umweltbelastungen, aber auch für besondere Herausforderungen hinsichtlich Patientenkomfort und Mitarbeiterzufriedenheit. „Green Hospital” als Management-Philosophie verfolgt die Sicherung des langfristigen medizinischen und wirtschaftlichen Erfolgs unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit. Die Autoren aus dem Managementkreis des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf stellen dieses Konzept umfassend dar. In 15 Kapiteln und mit einer Fülle von konkreten Beispielen und methodischen Ansätzen werden die grünen Handlungsfelder in einem Krankenhaus systematisch analysiert. Der Leser, egal ob Krankenhausleiter, Berater oder Planer von Krankenhäusern, kann dank der vielen Anregungen umgehend eigene Schritte auf dem Weg zur effektiven Nachhaltigkeit im Krankenhaus machen. Weitere Informationen und Musterseiten finden Sie hier.

Pflege
Hospize in DeutschlandFinanzierung und ZahlenIn Deutschland gibt es derzeit 185 Hospize für Erwachsene, wie Benno Bolze, Geschäftsführer des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV), erklärt.
"Hier werden in diesem Jahr voraussichtlich etwa 28 000 Menschen betreut werden", sagt Bolze. Die Patienten selbst müssen dafür nicht bezahlen. Seit 2009 tragen die Kranken- und Pflegekassen sowie die Hospize selbst die Kosten für Aufenthalt und Pflege.
Die gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass die Kassen 90 Prozent der Kosten für einen stationären Hospizaufenthalt übernehmen. Oft tragen die Einrichtungen selbst aber mehr als die angestrebten 10 Prozent - Kosten für zusätzliche Leistungen wie besondere therapeutische Angebote kommen noch hinzu.
Bei der ambulanten Betreuung ist die Sache etwas komplizierter: Die Förderung berechnet sich individuell für jeden Dienst. Beispielsweise Fahrt- und Verwaltungskosten sowie Versicherungen tragen die Hospizdienste selbst. "Das müssen sie über Spenden oder andere Zuwendungen finanzieren", sagt Bolze. Aber auch hier entstünden für die Betroffenen keine Kosten.

Stellenmarkt
Kontakt Anzeigenverkauf Adelheid Rödig, Telefon: 0711/8931–326, E-Mail: adelheid.roedig@thieme.de

Vorschau
Vorschau kma medienkma – Das Gesundheitswirtschaftsmagazin In der Mai-Ausgabe beschäftigen wir uns in der Rubrik "Branche kompakt" mit bildgebenden Verfahren. Hier steht das Zusammenwachsen von Ultraschall und diagnostischer Bildgebung im Fokus der Recherche, aber auch teleradiologische Projekte und die Verknüpfung von Medizintechnik und IT werden beleuchtet. Anzeigenschluss: 20.04.2012 Kontakt Anzeigenverkauf: - Standort Wegscheid: Gerhard Hirz, Telefon: 08592/9357-12 oder E-Mail: gerhard.hirz@kma-medien.de
- Standort Stuttgart: Thomas Brümmer, Pharmedia GmbH, Telefon: 0711/8931–414, E-Mail: thomas.bruemmer@pharmedia.de

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