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      Politik

      Organspende-Skandal

      Kontrolle nur hinter verschlossenen Türen

      Das geltende deutsche Recht zur Verteilung gespendeter Organe verletzt nach den Worten des Medizinrechtlers Thomas Gutmann das Grundgesetz. "Die Patienten sind bloße Objekte. Für sie interessiert sich unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten niemand", sagte der Professor von der Kolleg-Forschergruppe "Normenbegründung in Medizinethik und Biopolitik" der Universität Münster. Der Medizinrechtler kritisierte die Intransparenz der Vergabe. "Die eigentlichen Vergaberegeln werden bei der Stiftung Eurotransplant festgelegt. Sie sind geheim, das heißt sie sind nur den Transplantationszentren zugänglich, nicht aber den Patienten." Gutmann betonte: "Wir haben schon im 18. Jahrhundert durchgefochten, dass die Bürger das Recht haben zu wissen, was über sie beschlossen wurde. Das hat heute Verfassungsrang. Aber für die Regeln, die bei Eurotransplant über Leben und Tod entscheiden, soll dies nicht gelten." Die Patienten haben faktisch keinen Rechtsschutz. "Wenn ein Patient auf der Warteliste glaubt, benachteiligt zu werden, ist es für ihn kaum möglich herauszufinden, wie er überprüfen lassen kann, was mit ihm geschieht", sagte der Rechtswissenschaftler. Nicht einmal ein Jurist, der sich intensiv mit dem Transplantationsrecht beschäftige, könne einem Patienten Auskunft darüber geben, was er zu tun hat - "weil in dem vorsätzlich angerichteten Regelungsgewirr niemand rechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann", kritisierte Gutmann. Die Politik müsse Kriterien und Verfahren präziser regeln. "Die Aufgabe, Kriterien dafür festzulegen, wer stirbt und wer weiterleben darf, ist in einem demokratischen Rechtsstaat wie unserem vielleicht die schwierigste Entscheidung überhaupt, die von der Politik zu verantworten ist", sagte der Jurist, der zum Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Uni Münster gehört. Seiner Ansicht nach sind die Probleme schon im Transplantationsgesetz von 1997 angelegt.

      Gutmann kritisiert auch die Bundesärztekammer (Bäk). "Ich kritisiere nicht die Menschen, die dort arbeiten, aber die Entscheidungs- und Kontrollstrukturen des Transplantationssystems, die eine Farce sind", sagte er. "Bisher haben sich die Beteiligten schlicht selbst kontrolliert. Wurden Unregelmäßigkeiten entdeckt, konnte man diese untereinander regeln, ohne dass die Öffentlichkeit oder gar die betroffenen Patienten davon erfuhren." Die nun in Kraft tretende Neuregelung ändere hieran nichts Wesentliches. Zwar seien die Kontrollkommissionen fortan verpflichtet, Erkenntnisse über Gesetzesverstöße an die zuständigen Behörden der Länder weiterzuleiten. Die betroffenen Patienten blieben aber weiterhin außen vor.

      Weitere Informationen zum Organspende-Skandal finden Sie in unserem Thema "Organspendeskandal".

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      ZENO-Veranstaltung

      2. Deutsches Forum für Ärztliche Direktoren

      Veranstaltung am 17. September 2012 in Berlin

      Die Rolle des Ärztlichen Direktors ist besonders gegenüber der des Kaufmännischen Direktors zunehmend mit höheren Anforderungen - aber oft mit nicht ausreichenden Kompetenzen versehen. Diese beziehen sich auf Führungsqualitäten, Integrationsfähigkeiten und zunehmend auch auf juristische Dimensionen. Für eine adäquate Professionalisierung der Rolle des Ärztlichen Direktors kommt oft der Mangel an einer klaren Ausgestaltung der inhaltlichen Position erschwerend hinzu.

      Genau hier setzt das Deutsche Forum für Ärztliche Direktoren an: Im gegenseitigen Informationsaustausch, der Vernetzung von Erfahrung und Know-How und praxisnahen Beispielen von erfahrenen Experten erhält der Teilnehmer profunde Unterstützung, Ein- und Ausblicke, um den Anforderungen in seinem Berufsfeld vor Ort erfolgsversprechend begegnen zu können.

      Programm und Anmeldung unter: www.zeno24.de

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      Umstrittene Igel-Seminare für Ärzte

      Schulungen werden auch aus EU-Topf bezahlt

      Auch die EU fördert Marketingseminare, in denen Ärzte für den Verkauf umstrittener Selbstzahler-Angebote geschult werden. Die Hälfte der Subventionen für die Schulungen stammte aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), berichtet die "Südwest Presse". Das habe das für die Förderung zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bestätigt. Die Bundesregierung überprüft derzeit die staatliche Förderung solcher Marketingseminare. Die sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (Igel) müssen von Patienten selbst bezahlt werden, viele gelten als überflüssig. Das Wirtschaftsministerium erklärte vor kurzem, solche Schulungen erhielten zwar bisher einen Zuschuss, das stehe nun aber auf dem Prüfstand. Dem Bericht der "Südwest Presse" zufolge können Mediziner für die Schulung ihrer Praxisangestellten auch Bildungsgutscheine von bis zu 500 Euro erhalten. Diese Prämienzahlung verantworte das Bundesbildungsministerium.

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      Zertifikate-Handel im Gesundheitswesen

      AOK Baden-Württemberg stellt sich gegen Spibu

      AOK Baden-Württemberg schert in Sachen Zertifikate-Handel aus dem Konzert des Spitzenverbandes der Krankenkassen und der eigenen Organisation aus. Die Krankenkasse lehnt den Vorschlag des Spitzenverbandes der Krankenkassen (Spibu) ab, mit einem Zertifikate-Handel unnötige Operationen zu vermeiden. Das führe zu einem neuen "Bürokratiemonster" und verhindere überflüssige medizinische Eingriffe keinesfalls, sagte Christopher Hermann, der AOK-Kassenchef im Südwesten. "Anleihen auf dem Börsenparkett und beim Schadstoffhandel sind völlig untauglich, um die Notwendigkeit von Operationen zu beurteilen." Hintergrund ist die wachsende Zahl von Krankenhausoperationen. Der Spitzenverband der Krankenkassen erwägt, Kliniken, die mehr als mit den Kassen vereinbart operieren, zu verpflichten, dafür Zertifikate bei Häusern zu erwerben, die weniger operieren. Auch andere Landes-AOK und der AOK-Bundesverband stehen dieser Lösung positiv gegenüber. Hermann kritisierte, dass derzeit jedes Krankenhaus im Südwesten mit einer chirurgischen Abteilung alle Operationen von der Wirbelsäule über den Blinddarm bis hin zu Gelenken vornehmen dürfe. "Die Krankenkassen müssen die Mengen vereinbaren und finanzieren, egal welche Erfahrungen ein Krankenhaus bereits bei den entsprechenden Operationen gesammelt hat und in welcher Qualität die Leistung erbracht wird." Er bezweifele, dass jede dieser Operationen medizinisch notwendig sei. Ihm falle auf, dass gut planbare Operationen, etwa an der Wirbelsäule oder an Knien und Hüftgelenken, besonders zunähmen. Gerade in diesen Feldern erwirtschafteten die Kliniken gute Erlöse.

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      Proteste in Mecklenburg-Vorpommern

      Neue Pflege-Vergütung im Nordosten gilt nicht für BKK

      Überraschung im Streit um die Bezahlung der häuslichen Krankenpflege: Die neuen Vergütungssätze gelten nicht für die Krankenkasse BKK. Wie der Landesverband der Privaten Pflegeverbände bpa mitteilte, ist der BKK in den Verhandlungen, die im Juni mit einem Schiedsspruch endeten, ein Formfehler unterlaufen. Sie habe trotz mehrfacher Aufforderungen notwendige Vollmachten nicht vorgelegt. Damit habe sie die Teilnehmer am Schiedsverfahren darüber im Dunkeln gelassen, für welche BKK in Deutschland der Landesverband überhaupt verhandeln darf. Alle Leistungen für BKK-Versicherte könnten die Pflegedienste vorläufig weiter nach den alten Bedingungen abrechnen, sagte der bpa- Landesbeauftragte Sven Wolfgram. Allerdings haben die Versicherten der BKK nach seinen Worten nur einen Anteil von etwa acht Prozent an den Patienten. Das Gros ist bei der AOK versichert. Der Protest von Pflegediensten gegen die Reform der Vergütung ging am Mittwoch in Schwerin weiter. Den Pflegeverbänden zufolge kamen vor dem Gebäude der AOK rund 500 Pflegende zusammen und machten ihrem Unmut über die Gesprächsergebnisse zwischen Pflegeverbänden und Kassen am Dienstag Luft. "Wir nehmen die blockierende Haltung der Kassen nicht stillschweigend hin", sagte der bpa-Landesvorsitzende Michael Händel. Er kündigte an, den Druck auf die Kassen spürbar zu erhöhen. "Unser Plus: Wir haben uneingeschränkt die Politik auf unserer Seite", sagte Händel, der zuvor Gesundheitsministerin Manuela Schwesig (SPD) über das Gespräch am Vortag informiert hatte. Weitere Demonstrationen sind für nächste Woche geplant.

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      Nachrichten

      Sana

      33-Jähriger ist neuer Sana-Generalbevollmächtigter für FM

      Die Sana Kliniken haben einen neuen Generalbevollmächtigten für Technisches Facility Management ernannt. Die neu geschaffene Position übernimmt Thorsten Reichle (33). "Mit der Ernennung eines Generalbevollmächtigten Facility Management & Sevices stärken wir den Dienstleistungsbereich, der eine wichtige Säule für den Betrieb unserer Krankenhäuser bildet", erklärte Sana-Chef Michael Philippi. Der Diplom-Betriebswirt Reichle bleibt Geschäftsführer der unternehmenseigenen Dienstleistungsgesellschaften Sana DGS GmbH, Sana-Catering-Service GmbH und Sana TGmed. Reichle heuerte 1998 nach dem Studium im Verwaltungsbereich der Sana Kliniken Bad Wildbad an. Von dort wechselte er 2004 als Referent der Geschäftsführung in die Sana-Zentrale. Seit September 2007 führt er als Geschäftsführer die konzerneigenen Servicegesellschaften für Klinikreinigung, Speiseversorgung und Facility Management. Sana ist die viertgrößte Klinikgruppe in Deutschland. Der Jahresumsatz beträgt 1,63 Milliarden Euro. Die Sana Kliniken umfassen 48 Krankenhäuser, 12 Alten- und Pflegeheime und 10 Dienstleistungsgesellschaften.

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      Klinik-News

      Ketteler Krankenhaus

      Caritas-Trägergesellschaft übernimmt Management

      Die Caritas-Trägerschaft Saarbrücken (CTS) mit Andreas Bock an der Spitze übernimmt das Management des hessischen Ketteler Krankenhauses. Die Klinik der Regel- und Grundversorgung bleibt aber weiterhin in der Trägerschaft des Katholischen Klinikverbundes Südhessen (KKSH) mit insgesamt vier Standorten. KKSH-Geschäftsführer Bernhard Franzreb zieht sich aus gesundheitlichen Gründen zurück, berichtet die "Frankfurter Rundschau". Die CTS betreibt mit ihren 4.300 Beschäftigten im Saarland und angrenzenden Gebieten 26 soziale Einrichtungen. Dazu zählen neben Seniorenheimen, Krankenhäusern und Kliniken auch Kindertagesstätten und Jugendhilfeeinrichtungen. Das Ketteler Krankenhaus verfügt über 222 Betten in drei Fachkliniken und einer Belegabteilung. Im Gegensatz zum benachbarten Klinikum Offenbach schreibe das Haus schwarze Zahlen, schreibt die "Frankfurter Rundschau".

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      Medizinische Versorgungszentren

      Helios übernimmt insolventes MVZ

      Der Klinikkonzern Helios kauft ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in Uslar. Die Einrichtung hat 21 Mitarbeiter, der Betreiber des MVZ ist das Gesundheitszentrum Solling Oberweser, das Mitte März Insolvenz angemeldet hatte. Zu der Gruppe gehört auch das Krankenhaus Uslar.

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      Rekordverlust

      HSK-Geschäftsführung macht Tabula rasa

      Der Verlust der Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) im vergangenen Jahr ist wohl deutlich höher ausgefallen als angenommen. Das berichtet das "Wiesbadener Tagblatt". Noch im Juni hieß es, das Defizit liege bei 20,5 Millionen Euro. Beim endgültigen Abschluss, dem noch das Testat des Wirtschaftsprüfers fehlt, wird nach Informationen der Zeitung ein Defizit von rund 28 Millionen Euro bilanziert. Die neue Geschäftsführung um André Eydt und Parwis Fotuhi hat nun einen Konsolidierungskurs angekündigt: Die beiden Manager kommen aus der Rhön Klinikum AG, die seit einigen Monaten 49 Prozent Anteile an der HSK hält. Das Krankenhaus werde sich auf das Kerngeschäft zurückziehen, erklärten die beiden Geschäftsführer. Die Idee, innerhalb der HSK eine Privatklinik zu etablieren, wird verworfen.

      Das Angebot der "HSK Plus" war Ende 2008 eingeführt worden, um zusätzliches Geld zu erwirtschaften. Zwei Stationen und eine Station mit zehn Kinderbetten sollten Hotelstandard haben und ausschließlich Privatversicherten offenstehen. Die Privatklinik sei "halbherzig" betrieben worden und daher unwirtschaftlich, so Fotuhi gegenüber dem "Tagblatt". In Zukunft sollen auch gesetzlich Versicherte das Angebot der "HSK Plus" wählen dürfen - wenn sie für die Leistungen zahlen. Eingestampft hat das neue Management auch das Angebot von "McPlus", mit dem die HSK eigentlich Patienten binden wollte. Es handelt sich bei dem Angebot um eine Art von Versicherung, die allerdings nur von 1.300 HSK-Beschäftigten in Anspruch genommen wurde, die dafür nichts zahlen mussten. Die Klinik habe dafür einen höheren sechsstelligen Betrag pro Jahr berappen müssen, schreibt das "Wiesbadener Tagblatt".

      Zu teure Chefärzte

      Eydt und Fotuhi kritisieren auch die "teilweise sehr gute Bezahlung" einiger Chefärzte. In einem Fall soll das Jahresgehalt die Millionengrenze überschritten haben. Dafür trage der Aufsichtsrat eine Mitverantwortung, so das neue Management. Die Chefarztgehälter, so die Zeitung weiter, machten bei den HSK einen Anteil von 70 Prozent aus, im Rhön-Konzern lägen sie dagegen nur bei 59 Prozent. Nun will die HSK-Geschäftsführung ihre Führungskräfte in die Pflicht nehmen.

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      Ulmer RKU-Klinik

      Job-Auslagerungen sorgt für Wut und Enttäuschung

      Rund 70 Stellen sollen durch Auslagerungen an den Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (RKU) künftig wegfallen. "Wir haben schon jetzt Fremddienstleister im Haus und wollen das ausbauen", sagte RKU-Geschäftsführer Uwe Gretscher nach einer außerordentlichen Betriebsversammlung in Ulm. Eine Kosten- und Nutzenanalyse beider Gesellschafter - das Universitätsklinikum und der private Klinikkonzern Sana - habe gezeigt, dass alle Servicebereiche ausgelagert werden müssten. Große Enttäuschung gab es bei der Belegschaft, die vor allem konkrete Angaben über das weitere Vorgehen der Klinikleitung vermisste, wie Anton Eugen Schmid von der Gewerkschaft Verdi sagte. "Es sind auch Tränen geflossen." Die Mitarbeiter seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Ende der nächsten Woche soll über einen Sozialplan gesprochen werden. Nach Verdi-Angaben sind 77 Beschäftigte betroffen, die beispielsweise im Speisesaal und bei der Haustechnik arbeiten. Das wäre mehr als jeder Zehnte der 750 RKU-Mitarbeiter. Befürchtet wird zudem der Einsatz von Leiharbeitern. Seit Wochen protestieren viele RKU-Mitarbeiter in ihren Mittagspausen, weil sie Angst vor Kündigungen haben. Über Streiks sei gesprochen worden, noch sei keine Entscheidung gefallen, hieß es weiter.

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      Management

      Studie zur Behandlungsqualität

      Viele Kliniken erreichen Mindestmengen nicht

      Eine Studie von Thomas Mansky und Ulrike Nimptsch liefert neue Zahlen zur Behandlungsqualität in deutschen Kliniken. Einige Operationen und Behandlungen werden in Deutschland an manchen Krankenhäusern nur selten durchgeführt. Darunter sind Eingriffe, deren Gelingen nachweislich an die Erfahrungen durch höhere Fallzahlen gebunden ist. Dies geht aus einer Studie in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag) hervor. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Sterberaten für manche Erkrankungen an deutschen Kliniken sehr unterschiedlich sind. Magenentfernungen, die zum Beispiel bei Krebserkrankungen notwendig werden, führten ein Viertel der deutschen Kliniken innerhalb eines Jahres nur ein bis viermal durch. Bei Entfernungen der Harnblase liegt dieses untere Quartil nur bei fünf Operationen pro Jahr. Selbst bei häufigeren Krankheiten wie beispielsweise dem Herzinfarkt brachte es im Untersuchungszeitraum 2010 ein Viertel der Kliniken nur auf bis zu 36 Behandlungen. Diese niedrigen Fallzahlen reichen in der Regel nicht aus, um die Vorhaltung einer spezifischen, für die Infarktbehandlung an sich notwendigen, Linksherzkatheter-Notfallversorgung zu rechtfertigen, erklären Ulrike Nimptsch und Thomas Mansky von der Technischen Universität Berlin. Das Team hat die Daten aller 17,4 Millionen Krankenhausaufenthalte des Jahres 2010, die nach dem DRG-System mit den Krankenkassen abgerechnet werden, mit einem Qualitäts-Messinstrument ausgewertet. Diese German Inpatient Quality Indicators (G-IQI), haben sich im deutschsprachigen Raum durchgesetzt.

      Brustkrebs-OP: Die Mehrzahl erreicht Mindestmenge nicht

      Bei einigen Erkrankungen erreichen viele Kliniken nicht die von den Fachgesellschaften geforderten Mindestraten. Dies ist nach der Studie beispielsweise beim Brustkrebsoperationen der Fall, wo die untere Quartilgrenze bei zehn Fällen im Jahr liegt. Bei "komplexen Eingriffen am Ösophagus", gemeint sind zumeist Tumoroperationen an der Speiseröhre, erreichen laut dieser Studie 302 von 429 Krankenhäusern, die diese Operation durchführen, die Mindestmenge von zehn Fällen pro Jahr nicht. Auch in der Behandlung von Frühgeburten sehen die Experten strukturelle Mängel in der Krankenhausversorgung: 216 von 364 behandelnden Kliniken in Deutschland behandeln 13 oder weniger Neugeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1250 Gramm. Sie liegen damit unter der gesetzlichen, derzeit jedoch außer Kraft gesetzten Mindestmengenregelung. Auch bei der Sterberate gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Kliniken. Im Viertel der Kliniken mit den höchsten Raten starben mehr als 14,5 Prozent der Patienten, die aufgrund eines Herzinfarkts behandelt wurden. Im unteren Quartil waren es bis zu 7,2 Prozent. Große Unterschiede registrierten die Autoren auch beim Schlaganfall und bei Darmkrebsoperationen. Sie können aufgrund ihres Studiendesigns zwar keine Beziehung zwischen Kliniken mit einer hohen Sterblichkeit und geringen Fallzahlen herstellen. Sie verweisen aber auf Studien, die dies belegt haben.

      Die Studie darf aus Datenschutzgründen keine einzelnen Kliniken auswerten. Auch statistisch ist es aber schwierig, einzelne Kliniken zu ermitteln, die durch das Qualitätsraster fallen. Eine statistische Auswertung hat bei niedrigen Fallzahlen immer eine große zufällige Streubreite, erläutern Nimptsch und Mansky. Selbst scheinbar deutlich erhöhte Sterblichkeiten seien dann meist nicht signifikant, sprich beweisend. Die externe Messung nach dem G-IQI System sei aus diesem Grund vorwiegend für die Identifikation von hervorragenden Kompetenzzentren geeignet und weniger für einen justiziablen Nachweis unterdurchschnittlicher Leistungen. Die klinikinterne Messung der Indikatoren diene jedoch einem anderen Zweck: Die Kennzahlen lieferten den einzelnen Kliniken Verdachtsmomente, die dann auf Einzelfallebene im Peer-Review-Verfahren geprüft werden könnten.

      U. Nimptsch, T. Mansky
      Krankheitsspezifische Versorgungsmerkmale in Deutschland: Analyse anhand der Bundesauswertung der German Inpatient Quality Indicators (G-IQI).
      DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2012; 137 (28/29): S. 1449-1457

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      Pflege

      Stationäre Vorsorge und Reha

      Kabinett beschließt Regelung des Assistenzpflegebedarfs

      Die Regierung hat den Entwurf eines Gesetzes zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs in stationären Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen beschlossen. Der Gesetzentwurf knüpft an das Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs im Krankenhaus vom 30. Juli 2009 an. Im Jahr 2009 wurde gesetzlich verankert, dass pflegebedürftige behinderte Menschen bei stationärer Krankenhausbehandlung ihre Assistenzpflege weiter in Anspruch nehmen können. Neben dem Anspruch auf Mitaufnahme der Assistenzpflegeperson in die Einrichtung erhalten sie danach für die gesamte Dauer der stationären Krankenhausbehandlung weiterhin das Pflegegeld sowie die Hilfe zur Pflege durch die Sozialhilfe. Damit wird der besonderen Situation behinderter pflegebedürftiger Menschen Rechnung getragen, die neben der medizin-pflegerischen Versorgung weitere Hilfestellungen durch ihre Assistenzpflege benötigen. Der heute beschlossene Gesetzentwurf greift die grundlegende Zielrichtung dieses Gesetzes auf und erstreckt dessen Maßnahmen auch auf die stationäre Behandlung in Vorsorge - und Rehabilitationseinrichtungen. Die Regelungen gelten für pflegebedürftige behinderte Menschen, die ihre Pflege durch von ihnen selbst beschäftigte besondere Pflegekräfte nach den Vorschriften des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch im Arbeitgebermodell sicherstellen.

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      Stellenmarkt

      Bereich, Stelle Firma, Ort Link
      Pflege
      Pflegedienstleitung (m/w)
      Krankenhaus Agatharied GmbH
      Hausham
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      Facility-Management
      Technischer Leiter (m/w)
      Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Frankfurt am Main
      Frankfurt am Main
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      Verwaltung
      Klinische Kodierfachkraft (w/m)
      Ev. Diakonissenanstalt Karlsruhe-Rüppurr
      Karlsruhe
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      Technologie
      Technische/-n Leiter/-in
      Klinikum Uelzen GmbH
      Uelzen
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      Management
      Geschäftsführer (m/w)
      Dr. Heimeier & Partner, Management- und Personalberatung GmbH
      Stuttgart
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      Management
      Bereichsleiter (m/w)
      Kliniken München Pasing und Perlach GmbH
      München
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      Medizin
      Leiterin/Leiter für die Medizinische Berufsfachschule
      ELBLANDKLINIKEN Stiftung & Co. KG
      Meißen
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      Technologie
      Leiter der Technischen Abteilung (w/m)
      Franziskanerbrüder v. Hl. Kreuz e.V.
      Bad Kreuznach
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      Kontakt Anzeigenverkauf
      Adelheid Rödig, Telefon: 0711/8931–326, E-Mail: adelheid.roedig@thieme.de

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      kma – Das Gesundheitswirtschaftsmagazin

      September 2012: Gutes Essen – ein Imagefaktor für Kliniken
      Patienten, denen das Essen geschmeckt hat, empfehlen Krankenhäuser in Familie und Freundeskreis überdurchschnittlich oft weiter. Aber eine exzellente Speisenversorgung ist eine anspruchsvolle, um nicht zu sagen heikle Aufgabe. Immer mehr Krankenhäuser denken deshalb darüber nach, sich das Leben leichter zu machen und diese komplexe Dienstleistung professionellen Cateringunternehmen anzuvertrauen. Das spart Investitions- und Betriebskosten, die Qualität ist konstant, die Vielfalt an Speisen ist bunt – ganz anders, als wenn man um jeden Preis alles „selber machen“ will. Präsentieren Sie in kma Ihre Möglichkeiten und Angebote für die Speisenversorgung im Krankenhaus! Anzeigenschluss: 17.08.2012

      Kontakt Anzeigenverkauf:

      • Standort Wegscheid: Gerhard Hirz, Telefon: 08592/9357-12 oder E-Mail: gerhard.hirz@kma-medien.de
      • Standort Stuttgart: Petra Beutler, Pharmedia GmbH, Telefon: 0711/8931–579, E-Mail: petra.beutler@pharmedia.de
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