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Klinische Ethik-Komitees

Die Folgen eines Komafalls

Fotos: MHH

Keine Angehörigen, bitte: Viele Komitees schrecken davor zurück, Angehörige in die Fallberatungen einzubinden. Das würde sie überfordern, wird oft argumentiert. Doch wer, wenn nicht die Angehörigen, können am ehesten Auskunft über den Willen des Patienten geben, hält Gerald Neitzke vom Ethik-Komitee der MHH dagegen. Letztlich kommt es immer auf den Einzelfall an.

Vor 27 Jahren starb Karen Ann Quinlan. Ihr Schicksal begründete die klinische Ethikberatung in den USA. Nun setzt sich diese auch in Deutschland durch und gilt gar als Qualitätskriterium für Krankenhäuser.

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Auszug aus dem Artikel

Als er vor dem Isolierzelt auf der Intensivstation stand und dort einen Brief fand, den die achtjährige Tochter für die seit Wochen bewusstlose Mutter an die Wand gepinnt hatte, wusste er, dass er nicht darüber entscheiden konnte, ob die lebenserhaltenden Maschinen angelassen ode...

In Mainz gibt es seit 2006 ethische Beratungen – 50 bis 60 pro Jahr. Einer der ersten Fälle, mit dem sich die Ethikberater dort auseinandersetzen mussten, war bundesweit durch die Presse gegangen. Einer 26-jährigen Spenderin, die sich mit Tollwut infiziert hatte, waren Organe ent...

Ethikberatung ist kein medizinisches Tribunal
In jüngerer Zeit boomen Ethik-Komitees regelrecht. Allerdings unterscheiden sich die einzelnen Ethikberatungs-Institutionen erheblich voneinander, was ihre Struktur, personelle Zusammensetzung und Arbeitsweise angeht. „Vie...

Patientenautonomie verändert die Krankenversorgung
Dass sich die Kommunikationskultur der Mitarbeiter ändert, bestätigt auch Elmar Marx. Der stellvertretende Hausoberer am Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn leitet das dortige Ethik-Komitee. „Die Mitarbeiter gehen s...

Das Risiko von Fehlentscheidungen wird minimiert
Die gezielte Auseinandersetzung mit Gewissensfragen verändert nicht nur das Miteinander in einem Krankenhaus, sondern wirkt auch nach außen. Ein Haus mit einem Ethik-Komitee demonstriert der Öffentlichkeit, dass es sich...


Der Fall, mit dem alles begann
Die Debatte darüber, dass Menschen ein Recht auf ihren Tod haben, begann in den USA: Die 21 Jahre alte Karen Ann Quinlan fiel im April 1975 in Ohnmacht, nachdem sie Beruhigungspillen geschluckt und Alkohol getrunken hatte. Sie erwa...

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Jana Ehrhardt
kma 08/2012 - Seite: 042-047