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Gesundheitswirtschaft
Michael Glos ist gefordert

Der größte Wirtschaftsmarkt, die Gesundheitswirtschaft, blickt gebannt nach Berlin und wartet auf die Entscheidungen zur Gesundheitsreform. Wie auf dem Marktplatz schreien die Warner und selbsternannten Propheten ihre selektiven Meinungen in die Menge. Die Gesundheitsreform ist in der Tat eine wichtige sozialpolitische Mammutaufgabe für die Regierung. Aber die Gesundheitsreform wirkt sich auch wirtschaftlich aus. Wolfgang Clement als Bundeswirtschaftsminister hatte diese Bedeutung zum Ende seiner Amtszeit erkannt und die Interessen der Gesundheitswirtschaft geschickt in die Diskussion eingebracht. Der jetzige Bundeswirtschaftsminister Michael Glos scheint seine Rolle erst finden zu müssen. Sein wirtschaftspolitisches Profil ist noch zu verschwommen. Doch auch er wird merken, welche Bedeutung die Gesundheitswirtschaft für den weiteren Konjunkturverlauf spielt. Wirtschaftsexperten machen seit langem darauf aufmerksam und sprechen der Gesundheitswirtschaft die führende Rolle zu. Sie sehen bereits die Dominanz der Kommunikationswirtschaft durch die Gesundheitswirtschaft abgelöst.

Dass die breite politische Öffentlichkeit dies noch nicht wahrnimmt, daran ist die Gesundheitswirtschaft selbst schuld. Sie bräuchte sich nur die imposante Machtverknüpfung der Automobilwirtschaft zum Vorbild zu nehmen. Wie auch immer die einzelnen Automobilunternehmen untereinander konkurrieren, wenn ihre Gesamtinteressen gefährdet sind, schließen sie sich sofort zu einem Machtblock zusammen und zwingen so manche Regierungsabsicht in die Knie. Die Gesundheitswirtschaft dagegen schwankt zwischen Sozialethik und Wirtschaftsegozentrik.

Dabei hat die Gesundheitswirtschaft einiges dafür getan, den Wirtschaftsstandort Deutschland weltweit konkurrenzfähig zu machen. Die deutsche Pharmaindustrie spielt immer noch international eine bedeutende Rolle. Die Innovationsleistungen der deutschen medizin-technischen Industrie liegen weltweit an der Spitze. Auch die medizinische Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitswesens ist gefragt. Der arabische wie asiatische Raum giert geradezu nach Partnerschaften mit deutschen Einrichtungen. Arabische wie chinesische Delegationen besuchen unsere führenden Krankenhausträger, um mit deren Hilfe ihr eigenes Gesundheitssystem zu modernisieren. Doch wer spricht davon, geschweige denn, wer zieht daraus die notwendigen wirtschaftspolitischen Entschlüsse?

Es wird Zeit, dass die Gesundheitswirtschaft lernt, ihre Interessen ähnlich wie die Automobilindustrie politisch zu formulieren und im Gleichklang zu artikulieren. Sie muss es, weil die Wohlfahrt unserer Gesamtwirtschaft danach verlangt. Geht es der Gesundheitswirtschaft gut, lässt sich unser Gesundheitswesen leichter finanzieren. Denn die Gesundheitswirtschaft und das Gesundheitswesen schaffen Arbeitsplätze wie kein anderer Wirtschaftsbereich. Es ist Glos zu empfehlen, sich auf diesem Gebiet zu profilieren.  <<

KMA 03/2006 Seite: 003

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