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Normungsarbeit “Elektrische Anlagen im Krankenhaus”
Das Ringen um einheitliche Lösungen

Die Normungsarbeit in Bezug auf elektrische Anlagen in medizinischen Einrichtungen ist eine durchaus schwierige. Sowohl auf nationaler wie auch internationaler Ebene gibt es seit Jahren eine zähe Auseinandersetzung, vereinheitlichte Lösungen zu erarbeiten. Die bisherigen Ergebnisse werden nun in einem speziellen Bericht des FKT-Projektleiters Thomas Flügel vorgestellt.

Der FKT engagiert sich bei der Normungsarbeit in drei Kernthemen: die Arbeit der Deutschen Elektrotechnischen Kommission (DKE), die Ergebnisse des Comité Européen de Normalisation Electrotechnique (CENELEC) und die Normungsarbeit bezüglich “batteriegestützter zentraler Stromversorgungssysteme (BSV) für Sicherheitszwecke zur Versorgung medizinisch genutzter Bereiche”. Wenn man sich vor Augen führt, dass Normungsarbeit auf verschiedenen Ebenen geschieht, dann wird schnell klar, dass das Erreichen von gemeinsamen Bestimmungen nicht immer einfach ist.

So sah sich die DKE vor massive Probleme gestellt, als 1996 die erste Weltnorm (IEC 60364-7-710) auf den Weg gebracht wurde und schnell klar war, dass man für dieses Papier auf Grund inhaltlicher Uneinigkeiten keine mehrheitliche Zustimmung in Deutschland würde erreichen können. Da momentan nur auf europäischer Ebene “genormt” werden darf, wurde per Sondergenehmigung nochmals national nachgebessert. Mit der Normenausgabe DIN VDE 0100-710:2002-11 finden sich nun letztmalig national die Bestimmungen über das “Errichten von Niederspannungsanlagen – Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – medizinisch genutzte Bereiche”. Im Moment bewegt sich die Arbeit des Komitees in einem eng abgesteckten Rahmen, wie die Bearbeitung von Anfragen, Streitfragen und die Begleitung der europäischen Normungsarbeit. Auf Grund der schwierigen Bedingungen trifft sich die Kommission nur einmal im Jahr. Es steht allerdings in Aussicht, nach Beendigung der Arbeit auf europäischem Boden, die nationalen Belange wieder zu intensivieren.

Das Comité Européen de Normalisation Electrotechnique (CENELEC) als Arbeitsgruppe zur Erstellung einer europäischen Norm hat unter deutscher Beteiligung bereits gute Fortschritte erzielt. In erster Linie soll die Kompromissfähigkeit Deutschlands herausgestellt werden, die nach der Ablehnung der Weltnorm ins Wanken geraten ist. Einen breiten europäischen Konsens zu finden, ist die eigentliche Aufgabe des Komitees. So werden sich vor allem die unterschiedlichen Ansichten der europäischen Länder widerspiegeln. Als erster Erfolg kann allerdings die Annäherung zwischen Deutschland und den Niederlanden gewertet werden, da die Kluft zwischen beiden Nationen lange Zeit als unüberwindlich galt. Neu ist auch, dass mit der aktiven Teilnahme Polens erste Schritte in der Angleichung auch Richtung Osten gemacht werden.

Der Prozess der letzten Jahre macht deutlich, dass durch die europäische Normungsarbeit ein radikales Umdenken in der Fachwelt erforderlich werden wird. Denn die Norm konzentriert sich wieder deutlich mehr auf die Formulierung von Schutzzielen als auf deren Ausführung, weswegen eine entsprechende Hilfestellung in der Anwendung nötig sein wird. Nebenbei müssen künftig publizistische Veröffentlichungen, die in anderen europäischen Ländern durchaus an der Tagesordnung sind, den Prozess unterstützen. Erste Gespräche, um grenzüberschreitende Publikationen auf den Weg zu bringen, werden bereits geführt. Man geht davon aus, dass eine Endfassung des Normenpapiers nach der Sitzung am 30./31. Mai 2006 in Krakau (Polen) vorliegen wird, dass aber auf Grund der Einhaltung aller Einspruchsfristen mit dem endgültigen Erscheinen nicht vor Anfang 2007 zu rechnen ist.

Die DKE befasst sich weiterhin mit der Frage “batteriegestützter, zentraler Stromversorgungssysteme (BSV) für Sicherheitszwecke zur Versorgung medizinisch genutzter Bereiche”. Zu diesem Thema bereitet der Arbeitskreis AK 331.0.5 die Anforderungen für die Norm DIN VDE 0558-507 vor, in die diese Festlegungen einfließen sollen. Von zähen Verhandlungen begleitet, wird in diesem Jahr nicht mit einem Ergebnis gerechnet. Die Schwierigkeit liegt in der Teilnahme sehr unterschiedlicher Hersteller und der Gefahr, dass es auf Grund zu hoher Zielvorgaben zu unlösbaren finanziellen Forderungen an die jeweiligen Einrichtungen kommt. Gerade deswegen findet der Vorschlag, die beschriebenen Anlagen ausschließlich für spezielle, medizinische Anwendungen zum Einsatz kommen zu lassen, eine breite Zustimmung und konnte fast ohne Abstriche durchgesetzt werden.  <<
Nina Sickinger

Nina Sickinger
KMA 05/2006 Seite: 108

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