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Programm der BuFaTa/TK 2006
Erfahrungen, Fakten, Modelle

Ein Pflichttermin für alle, die in Sachen Krankenhaustechnik mitreden wollen, war die Jahrestagung der FKT schon in der Vergangenheit. Doch das diesjährige Programm ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Und das meint nicht zuletzt die aktuellen, kompetenten und kritischen Berichte aus der Praxis.

Schön wäre es ja, wenn sich die Leiter von Technik und Verwaltung eines Krankenhauses jedes Jahr aus den Angeboten der Medizintechnik das Neueste, Beste und Teuerste auswählen könnten. Schön wäre es, aber so ist es nicht und war es wohl noch nie. In Wahrheit muss mit einem immer knapperen Budget immer mehr geleistet werden. Und da hilft es auch nichts, wenn die Industrie die verlockendsten Versprechungen macht. Vor einer Investition muss die Prüfung stehen: Nützt uns dieses Produkt, diese Dienstleistung? Haben sie sich in der Praxis bewährt?

Auf diese Fragen zeigt sich die Bundesfachtagung der FKT (vereinigt mit der WGKT-Tagung Technik im Krankenhaus, kurz TK) glänzend vorbereitet. Keine eitle Produktschau, sondern die Präsentation und Diskussion von Erfahrungen erwarten den Besucher der hochkarätig besetzten Tagung in der Surgical Academy in Baden-Baden/Rastatt vom 12. bis 14. September 2006. Nicht, was es alles Neues gibt, steht im Zentrum der BuFaTa/TK, sondern wie und wo es praktisch eingesetzt werden kann. Keine abstrakten Analysen und aufgeputzten Prospekte, sondern Erfahrungen, Fakten, Modelle bieten die Referenten, die allesamt aus der Praxis oder der Forschung kommen. Noch wird am Programm gefeilt – werfen wir dennoch einen ersten Blick auf die Themen.

Geradezu als Allheilmittel wird von vielen Spezialisten das Private Public Partnership (PPP) gepriesen, die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privaten Anbietern. Gewiss, in Großbritannien und anderen Ländern hat es sich bewährt. Aber lässt es sich auf die deutschen Verhältnisse übertragen? Hier sind ungeschminkte Berichte gefordert. Und die werden auf der BuFaTa/TK zu hören sein. Dasselbe gilt für das Outsourcing, das Insourcing  und ähnliche Kooperationen. Was hat es im einzelnen Fall gebracht? Sind Einsparungen erzielt worden? Konnte die Qualität gehalten oder gar gesteigert werden? Wo lagen die Probleme?

Das besondere Interesse gilt hier natürlich dem technischen Bereich. Die Möglichkeit, den technischen Betrieb der Klinik einer Servicegesellschaft zu überlassen, ist auch im großen Stil bereits erprobt. Infrastruktur, Wartung, Logistik, Desinfektion, Transport, Apotheke, Küche, Reinigung und einiges mehr übernehmen heute private Partner von Kliniken. Ein dabei noch zu wenig beachteter Sektor ist die Energie.  Während die Strom- und vor allem die Ölpreise in schwindelerregende Höhen klettern, wird noch immer in viel zu vielen Kliniken Strom und Heizöl sinnlos verschwendet. Dass hier enorm gespart werden kann, ist allen Beteiligten klar, doch scheuen viele den Aufwand. Die veralteten Anlagen müssen erneuert, das Personal geschult werden.
Hier kann ein so genannter Contractor oder Energiesparpartner helfen, der den Betreibern die Arbeit abnimmt und gezielt und koordiniert Eingriffe vornimmt. Erfahrungen sind in Holland und Deutschland gesammelt worden. Wer Energie sparen muss, kommt oft um Sanierung und Umbau nicht herum. Auch das lässt sich gut einem privaten Partner übertragen.
Ob Contracting, Outsourcing, Insourcing, PPP oder Leasing ­– selten geschieht dies ohne Reibungsverluste. Aber aus den Fehlern anderer lässt sich lernen. Das richtige Modell für das eigene Haus wählen, eine Ausschreibung professionell durchführen, günstige Verträge schließen, dazu gehört nicht nur Fingerspitzengefühl, sondern auch Wissen. Dieses Wissen vermitteln die Referenten der FKT aus erster Hand.

Doch Probleme tauchen nicht nur in der juristischen Abwicklung auf.  Umstrukturierungen führen bei allen, vor allem ökonomischen Vorteilen – nicht zuletzt die große Kostentransparenz – immer wieder zu Interessenkonflikten, sowohl unter den Partnern als auch in der Belegschaft. Wie lässt sich erreichen, dass alle an einem Strang ziehen? Das ist nicht allein eine organisatorische Frage, es ist auch eine von Psychologie und Kommunikation. Veränderungen bringen immer auch Durcheinander und Unsicherheit. Es kommt häufig zu Widerständen beim Personal. Solche Spannungen sind im Vorfeld zu vermeiden oder zu mildern. Hier geben Referenten wertvolle Tipps, gerade auch für Mitarbeiterführung und Motivationstraining.
Einsparen lässt sich nicht mit isolierten Maßnahmen, sondern indem der ganze Betrieb unter die Lupe genommen wird. Man denke etwa an Lichttechnik und Trinkwasserversorgung. Wer weiß, dass die Beleuchtung bis zu einem Drittel der Betriebskostenbudgets verschlingen kann, weiß auch, dass sich gerade hier mit Hilfe neuer Technik und klugem Management Geld sparen lässt. Sauberes Trinkwasser wird hingegen vor allem wegen der wachsenden Ansprüche an die Hygiene immer wichtiger. Die BuFaTa/TK informiert über die neuesten Vorgaben von Gesetzgeber und WHO und auch darüber, wie sie sich einhalten lassen.
Auch andere Bereiche der Kliniktechnik  betten die Fachleute in den großen Zusammenhang des Klinikalltags ein. Beispiel Sicherheit: Mit neuen Tür- oder Notrufsystemen und Alarmanlagen ist es nicht getan. Der ganze Prozess, das ganze Gebäude muss einer Prüfung unterzogen werden. Mit einer Gebäudeleittechnik (GLT), die alle kritischen Zonen automatisch überprüft und visualisiert, bleibt alles im Blick. Und das ist oft von Vorteil, in manchen Fällen (etwa in der Forensik) sogar unverzichtbar.

Das ist nur ein kleiner Einblick in das reichhaltige Programm. Auch, dass bei so viel kompakter Information für ein wenig Luftschnappen und Entspannung gesorgt sein muss, vergessen die Veranstalter nicht. Während die Herren sich auf einen Besuch im Daimler-Chrysler-Werk in Rastatt freuen dürfen, besichtigen die Damen unter anderem das liebliche Schloss Favorite und erfreuen sich an den betörenden Farben Marc Chagalls im Frieder Burda Museum. Auch Ausflüge in die Umgebung gehören zum Rahmenprogramm. Und dass ein geselliger Abend nicht fehlen darf, versteht sich von selbst.  <<
Florian Oelschlegel

Florian Oelschlegel
kma 06/2006 Seite: 092

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