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1. Energiestrategietag in Nordrhein-Westfalen
Wir alle müssen umdenken

Die Kostenexplosion auf dem Energiemarkt betrifft öffentliche Einrichtungen wie auch den ndverbraucher – die Diskussionen darüber sind bekannt. Will man aber Lösungen finden, sollte man endlich alternative Energien nutzen. Die Zukunft liegt in einem radikalen Umdenken und der Neugestaltung des Marktes – ein Thema, mit dem sich der 1. Kölner Energiestrategietag befasst hat.

Die Misere für den in Unruhe geratenen Energiemarkt liegt auf der Hand. Die Verantwortlichen schieben sich den schwarzen Peter zu, es wird gestritten und um Ergebnisse gerungen – Leidtragende sind die Kunden, die immer noch tiefer in die ohnehin schon leeren Taschen greifen müssen.
Auch was die Energieversorgung in Krankenhäusern anbelangt, muss mit Weitsicht agiert werden. Um über Lösungen, Strategien und Alternativen diskutieren zu können, wurde nun der 1. Kölner Energiestrategietag ins Leben gerufen. Das Hauptaugenmerk dieser Tagung liegt auf der Energieversorgungsstruktur, die derzeit in 99 Prozent unserer Kliniken vorhanden ist. Diskussionsgrundlage sind Themen wie die Nutzung alternativer Energien wie Photovoltaik, Strom- und Wämeerzeugung aus Biomasse, die Nutzung von Erdwärme oder Grubengas sowie die Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie.
Der Fachtag konnte auf äußerst interessante Inhalte blicken. Die mehr als 60 Teilnehmer, die teilweise eine lange Anreise nicht gescheut hatten, zeigten ein reges Interesse. Sicherlich ein deutliches Zeichen für die Dringlichkeit, sich mit derartigen, zukunftsweisenden Themen auseinanderzusetzen.

Nach der herzlichen Begrüßung durch den Organisator, Wolfgang E. Siewert, FKT-Bundesvorstand/Regionalleiter NRW-Süd, und Hermann-Josef Wester, BIW-Beratender Ingenieur, kam man mit dem ersten Tagungspunkt schnell ins Detail.
Der Vortrag “Energie – ein Faktor, der unsere Kliniken krank macht!” wurde von Dipl.-Bw. Franz Gheno, Geschäftsführer der Wöllner-Stift GmbH, Rösrath-Hoffnungsthal, in Vertretung für Dipl.-Kfm. Martin Blasig, Geschäftsführer der Kath. Kliniken Ruhrhalbinsel-Essen dargestellt. Er schilderte anhand detaillierter Excel-Listen die steigende, wirtschaftliche Misslage in den Klinken und zeigte an, dass der Bereich der Energieversorgung nachhaltig zu der Krise beigetragen hat und auch mit verantwortlich sein wird für weitere negative Klinikergebnisse.

Zu “Möglichkeiten der rationellen und regenerativen Energieversorgung im Krankenhaus” übernahm als nächster Referent Dipl.-Ing. Rainer von Loon von der Energieagentur NRW das Wort und gab profunde Einblicke in diese Thematik an die Teilnehmer weiter.
Über die Betriebssicherheitsverordnung wurde im nächsten Vortrag gesprochen. Dr. Dipl.- Ing. Meinolf Gerstkamp und Dipl.-Ing. Ralf Gehrz vom TÜV Rheinland Köln stellten insbesondere Antworten auf die Frage, “wie diese Verordnung in den Heilungsprozess der Kliniken eingreift” vor. Hierbei wurde den Contracting-Dienstleistern bewusst, dass die Verantwortung der Betriebssicherheitsverordnung bei Übernahme der Dienstleitung in deren Verantwortungsbereich übergeht, auch hier ist ein Umdenken angesagt.

Ein runder Abschluss des interessanten Vormittag-Programms bildete der Vortrag von Dipl.-Ing. Jenetzky, RheineEnergie AG Köln. Er stellte Thesen für eine Partnerschaft zur optimalen, sicheren und marktflexiblen Energieversorgung im Krankenhaus in Aussicht.

Auftakt des zweiten Teils der Tagung bildete das Thema “Ökonomisch und ökologisch sinnvolle Konzepte zur Energieversorgung in Krankenhäusern”, vorgestellt von Dipl.-Ing. Jörn Heilemann von der NGT.
Daran anschließend sprach Dipl.- Ing. Karl-Ekkehard Sester, Geschäfts­führer/Vorsitzender der GWE, über ein zukunftsträchtiges Thema: “Mehr Synergie aus Energie – die Schaffung eines virtuellen Kraftwerks”. Energie ist für Großverbraucher in Deutschland teuer, die Energieproduktivität aber entsprechend der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie niedrig. Die aktuelle Energieversorgungssituation lässt keine signifikanten Preissenkungen erwarten. Ziel muss deshalb die Steigerung der Energieeffizienz durch intelligente Lösungen, die zunehmende Substitution fossiler Brennstoffe und eine weitere Reduktion des Energieverbrauchs sein. Mit dem “Virtuellen Kraftwerk – low emission” wird  anhand von energieeffizienten, dezentralen Versorgungslösungen aufgezeigt, wie sich Industrieunternehmen sowie Kliniken und Krankenhäuser deutliche Einsparungspotenziale erschließen und langfristig Kosten- und Marktvorteile sichern können.

Die geplante, abschließende Podiumsdiskussion musste der Fülle und der Mannigfaltigkeit der vorgestellten Themen leider weichen. Auf die Zufriedenheit und die große Resonanz aller Anwesenden hatte dies aber keinen Einfluss, denn die Veranstaltung fand nach den Aussagen von Wolfgang E. Siewert großen Anklang und wurde sehr gut angenommen.  <<
Nina Sickinger

Nina Sickinger
kma 06/2006 Seite: 094

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