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Gesundheitswirtschaft

Ein ereignisreicher Oktober

Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts hat das Unterstützungsbegehren des Landes Berlin zurückgewiesen – eine von emotionalen Reaktionen begleitete Entscheidung. In Berlin arbeiten noch immer mehr als 28.000 Beschäftigte in landeseigenen Krankenhausbetrieben.

Die Konsequenzen des Urteils für die Klinik- und Medizintechniklandschaft in Berlin und in weiteren klagenden oder klagewilligen Bundesländern liegen auf der Hand. Der schon bisher erhebliche Druck auf die Änderung von Trägerstrukturen und die Beiziehung privaten Kapitals wird sich erhöhen.

Das lange beobachtete schwedische Unternehmen Capio, gerade erst in Deutschland angekommen, geht nach kurzer Abwehrschlacht für 1,8 Milliarden Euro an Finanzinvestoren. Man wird sich also an Kaufpreise in der Größenordnung zwischen 1,5 und zwei Milliarden Euro gewöhnen, die bei der Transaktion Fresenius/Helios noch astronomisch erschienen. Das Bundeskartellamt hat mit Greifswald/Wolgast zum zweiten Mal öffentliche Träger ins Visier genommen. Die bisher vor allem von den Privaten kritisch beäugten Entscheidungen beeinflussen zukünftig also auch die Handlungsspielräume von Universitäten und kommunalen Institutionen; Verzögerungen mit negativen Auswirkungen sind zu befürchten.

Trotz vorsichtiger Formulierungen im kma-Oktoberheft zum Thema Wartungsverträge – „Vorsicht Vollkasko“: Das Thema hat den Nerv der Verantwortlichen getroffen. Die bisherigen Informationen sind wohl nur die Spitze des Eisbergs.

Die Gesundheitsreform wurde nun doch verabschiedet. Die Vertagung des Gesundheitsfonds hinter wichtige Landtagswahlen, vielleicht auch eine neuerliche Bundestagswahl, verleitete manchen dazu, die Inhalte nicht ernst zu nehmen. Der vertiefte Blick in das zugegebenermaßen schwer lesbare Papier zeigt nun doch erhebliche Konsequenzen für die Krankenhäuser, die Kassen und die Industrie. Man darf gespannt sein, welche Fassung zum 1. April 2007 tatsächlich in Kraft treten wird.

Ein Gutes haben die 2006er-Beschlüsse der Bundesregierung immerhin: Auch dem letzten Optimisten ist jetzt klar, dass es wundersame Geldflüsse aus dem Steuersäckel nicht geben wird. Nach dem Ausstieg des Bundes aus der Hochschulbauförderung, dem realen Kollaps der dualen Krankenhausfinanzierung, muss ab sofort nicht nur über die Chancen der Gesundheitswirtschaft diskutiert werden, rasches Handeln ist gefragt. Das enorme Potenzial der vier Millionen Beschäftigen muss gehoben werden, privates Kapital darf nicht nur auf Schalke oder in den Hamburger Hafen fließen.

Erkenntnisgewinn und die richtigen Entscheidungen auf der Medica und viel Freude bei der Lektüre des Novemberhefts von kma wünscht Ihnen im Namen des Herausgeberteams Ihr Axel Ekkernkamp

Axel Ekkernkamp
kma 11/2006 - Seite: 003

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