Vermutlich hat der Verfasser gedacht, das wird schon, wenn man es sich wirklich wünscht.
Im nächsten Jahr will das Bundesgesundheitsministerium das nächste Projekt in Angriff nehmen, bei dem es um nichts Geringeres geht als eine Neuregelung der Krankenhausfinanzierung. Im Frühjahr werden Bundes- und Ländergesundheitsminister zu einer Sonderkonferenz zusammenkommen.
Bisher ist die Logik der Finanzierung so: Die Länder legen im Krankenhausplan den Umfang der notwendigen Krankenhausversorgung fest und sind deshalb auch dafür zuständig, die erforderlichen Investitionsmittel für diese Versorgung bereitzustellen. Die laufenden Kosten werden aus den Krankenkassenbeiträgen finanziert. Duale Finanzierung heißt das und es funktioniert seit Jahren nicht, weil die Länder ihrer gesetzlichen Investitionsverpflichtung nicht mehr oder nur sehr unzureichend nachkommen. Ulla Schmidt spricht gelegentlich von einem Investitionsstau in Höhe von 30 bis 40 Milliarden Euro.
Weil das Fortbestehen dieses Zustands früher oder später zum vollständigen Zusammenbruch des Systems und damit der Krankenversorgung führen könnte, soll nun eine neue Form der Finanzierung den Bestand und die Leistungsfähigkeit der Kliniken sichern beziehungsweise wiederherstellen. Unter anderem die Ministerpräsidenten der Länder haben bislang die so genannte Monistik favorisiert, bei der die Krankenhäuser wie normale Unternehmen alles benötigte Geld über die Umsätze erhalten, also von den Krankenkassen.
Offenbar lagen dieser Begeisterung falsche Annahmen zu Grunde. Das Bundesministerium hat im Vorfeld der Sonderkonferenz mehrere Varianten durchgerechnet, wo denn das fehlende Geld herkommen könnte. Variante eins sieht vor, dass die Länder, die auf jeden Fall die Krankenhausplanung in ihrer Obhut behalten wollen, auch die benötigten Mittel aufbringen müssen.
Zurzeit geben alle Länder zusammen rund 2,7 Milliarden Euro für Investitionen aus. Der tatsächliche Bedarf wird auf rund fünf Milliarden aktuell geschätzt, zum Abbau des Investitionsstaus hat das Ministerium weitere drei Milliarden jährlich über einen Zeitraum von zehn Jahren veranschlagt. Das heißt, die Länder müssten für die nächsten zehn Jahre acht Milliarden Euro jährlich ausgeben, gut fünf Milliarden mehr als zurzeit. Die Antwort der Länderkollegen kam prompt: Das machen wir nicht.
Bleibt Alternative zwei: Die Kassen erhöhen ihre Beiträge um knapp einen Prozentpunkt pro Jahr und lassen die Patienten dann auch den Investitionsanteil bezahlen. Auch dazu lautete die Antwort aus den Ländern: Nicht realisierbar.
Da aber alle Goldesel schon ausgestorben sind, bleibt nur, im Dezember 2007 ein GKV-Geldvermehrungsgesetz ins Parlament einzubringen. Knecht Ruprecht wird’s schon richten.
Fröhliche Weihnachten!
Inhaltsverzeichnis
Ausgabe

kma 12/2006
Editorial
Namen & Nachrichten
Kongresse
Einen hab’ ich nochSeite: 6Rabattforderungen
Unlauteres AnsinnenSeite: 10
Recht
Namen & Nachrichten
Gmünder Ersatzkasse
Neue FührungsspitzeSeite: 13Leserbrief
Anderer schwerpunkt erwünschtSeite: 13Wiederaufbereitung
Es bewegt sich wasSeite: 14IQWiG
HeimatverbundenSeite: 14
Politik
Nicht Staat, nicht WettbewerbSeite: 23
Wirtschaft
Hochschulmedizin
KlinosaurierSeite: 24US-Hochschulmedizin
Eine andere WeltSeite: 28Psychiatrien
Der Lohn der AngstSeite: 30
Börse
Klinik-Aktien
Positiver JahresrückblickSeite: 44Curanum
Die Last der SteuerSeite: 45Rhön-Klinikum
Der ReformprofiteurSeite: 46MediClin
Akquisitionen sind ein MussSeite: 47
Management
Facility Management
Winterdienst
Einmaleins für weisse TageSeite: 54
Spezial
Hygiene
Keine KeimeSeite: 56
Beruf & Karriere
Der Tausendsassa
Porträt Mathias GoyenSeite: 62Neu als Chef
Auf schmalem GratSeite: 66
FKT Nachrichten
Nachruf
Werner WawraSeite: 75
ÖVKT Nachrichten
Branche
Kommentar
Gesundheitspolitik
WeihnachtswünscheSeite: 90
Vorschau
Gesundheitspolitik
Weihnachtswünsche
GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz hat die Bundesregierung ihr aktuelles Gesetzesvorhaben unsinnigerweise genannt. Dass dieses Gesetz, wenn es denn tatsächlich in Kraft tritt, den Wettbewerb unter den Kassen in irgendeiner Form stärken wird, erwarten nicht einmal mehr Menschen, die der Regierung nahestehen.
Ulrich Glatzer
kma 12/2006 - Seite: 090








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