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Der Mittelaufwand ist zu klein

Stiefkind Aus- und Fortbildung

Die Krankenhaustechnik benötigt in Zukunft mehr Budgetmittel und gleichzeitig eine höhere Bereitschaft der Verantwortlichen für eine permanente und strukturierte Ausbildung der Mitarbeiter auf allen Ebenen der Organisation.

Zum Erscheinungszeitpunkt der Septemberausgabe der kma ist die 2. ECHE (European Conference on Health Care Engineering) schon Vergangenheit. Die Konferenz hat mit ihrem Leitthema “Die heutigen Abläufe in der Krankenhaustechnik – eine Gratwanderung zwischen Sicherheit, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit” eine große Zahl von Krankenhaustechniker/-innen aus den europäischen Ländern, vor allem aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Finnland, angesprochen und sie zur Teilnahme an der Konferenz bewogen.
Diese Fortbildungsaktivität stellt aber nur einen kleinen Teilbereich der Bildungsnotwendigkeiten dar. Es ist anzunehmen, dass der Besuch der ECHE 2007 nur einem begrenzten Kreis von Technikern zugänglich war, möglicherweise aufgrund der zu niedrig dotierten Budgetmittel oder der geringen Bereitschaft, auch Technikern der mittleren Organisationsebenen die Teilnahme an einer internationalen Veranstaltung, die einen guten Überblick über bedeutende und aktuelle europäische Probleme der Krankenhaustechnik verschafft, zu ermöglichen. Eine derartige Konferenz bietet den Zusatznutzen einer Kommunikationsplattform und damit der Netzwerkbildung.
Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter stellt für eine gut funktionierende Technik eine essenzielle Voraussetzung dar. Hier geht es in erster Linie um die Verbreiterung und Vertiefung des technischen Wissens, aber auch um die Aneignung von neuen Bildungsinhalten aus dem Management. Die Argumente dafür sind hinreichlich bekannt und müssen an dieser Stelle nicht wiederholt werden. Sie gelten für alle Berufssparten im Gesundheitswesen. Betrachtet man die Bedeutung der Technik für die meisten primären Prozesse der Medizin und Pflege, weiß um die Komplexität der neuen Technologien und vergleicht dann die Fortbildungsmittel der einzelnen Berufssparten, lässt sich leicht erkennen, dass die Technik ein Stiefkind ist. Technische Störungen, die die Prozesse des medizinischen Betriebes behindern, sei es vielleicht durch Wegfall der Energieversorgung oder der Kommunikationseinrichtungen, machen im Ernstfall deutlich, wie wichtig eine gut ausgebildete Technikermannschaft ist. Denn nur mit kompetenten Mitarbeitern ist man im Störungsfall in der Lage, für eine sachgerechte und schnelle Behebung zu sorgen beziehungsweise von Anfang an zu verhindern, dass es zu Ausfällen kommt. Beim Einkaufsprozess der technischen Güter, von den Anlagen und Geräten bis zu den Ge- und Verbrauchsartikeln, ermöglichen erst gut ausgebildete Techniker optimale Entscheidungen, die auch auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebes positive Auswirkungen haben.
Die Aufwendungen für die Aus- und Fortbildung in den Krankenhäusern für die Technik sind nach wie vor marginal. Eine Verbesserung ist bei der momentanen Sparwut im Gesundheitswesen nicht in Sicht, obwohl der prozentuale Anteil am Gesamtbudget minimal ist.

Der ÖVKT nimmt sich seit mehr als einem Jahrzehnt dieser Problematik an. Mit

  • der ÖVKT-Jahrestagung, die heuer durch die ECHE 2007 ersetzt wurde,
  • dem Wiener Frühjahrssymposium,
  • der ÖVKT Akademie und
  • dem akademischen Managementlehrgang für Techniker/-innen im Gesundheitswesen, gemeinsam mit dem IMC Krems veranstaltet,
    hat der Verband wichtige Meilensteine zur Weiterbildung gesetzt, die von den Technikern genutzt werden sollen. Der Vorstand des ÖVKT bemüht sich auch, eine Erhöhung der Bereitschaft zur Gewährung der Weiterbildung über eine Kommunikationsschiene zu anderen Berufsvertretungen zu erreichen.

Der erste Fachhochschullehrgang zum/zur “Akademischen Manager/-in für Technik im Gesundheitswesen” mit seiner zukunftsorientierten Ausbildung ist heuer mit der Graduierung anlässlich der ECHE 2007 zu Ende gegangen. Die Absolventen haben erfahren, dass es enorm wichtig ist, sich nicht nur in technischen Fächern zu vervollkommnen, sondern sich auch mit Managementaufgaben auseinanderzusetzen. Die neuen Technikmanager zeigten mit ihren Projektarbeiten, dass im Zuge des Managementlehrganges von den Vortragenden und Lektoren ein exzellentes Wissen weitergegeben wurde und dass die Arbeiten sich an der Praxis für die Praxis orientieren konnten.
Nunmehr steht der 2. FH-Lehrgang für Techniker/-innen im Gesundheitswesen, zu dem sich schon Techniker aus mehreren Bundesländern angemeldet haben und der aus den gewonnenen Erfahrungen eine weitere Optimierung in Organisation, Wissensvermittlung und Selbststudium erfahren wird, vor seinem Beginn. Anmeldungen sind noch möglich.
Gerade der Erfolg des 1. Lehrganges sollte einen wichtigen Schritt zu einer besseren Stellung der Aus- und Fortbildung im technischen Bereich darstellen und die verantwortlichen Führungsorgane zu höherer Dotierung dieses wichtigen Programms bewegen.

Dipl.-Ing. Detlef Mostler
kma 09/2007 - Seite: 088

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