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EDV und Technik im Krankenhaus

”Warum sind Technik und die EDV vielerorts so weit auseinandergedriftet und wie kann die Zusammenarbeit zwischen diesen Abteilungen optimiert werden?” Dieser sicher für viele Krankenhäuser brisanten Fragestellung widmete sich eine Diskussionsrunde aus Technischen und IT-Leitern bei einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung der Regionalgruppen Bayern-Nord und Bayern-Süd im Klinikum Ingolstadt.

Obwohl oder gerade weil die EDV-Abteilung in den meisten Krankenhäusern zunächst einmal mit in der Technik angesiedelt war und sich erst innerhalb der letzten Jahre durch den rasanten Fortschritt im Bereich der Informationstechnologie verselbstständigte, ist bei der Verzahnung dieser Funktionsbereiche oft der sprichwörtliche Sand im Getriebe. Der rasante Fortschritt in der Informations- und Kommunikationstechnologie hat offensichtlich nicht dazu beigetragen, den Dialog zwischen diesen Abteilungen zu fördern – vielfach ist das Gegenteil der Fall. Generell scheinen Internet, Intranet, E-Mail und Co. nicht wirklich dazu beizutragen, die Kommunikation zwischen den Menschen zu verbessern. Zwischenmenschliche Kontakte lassen sich – das zeigt sich immer mehr – eben nicht ausschließlich auf der technischen Ebene abwickeln. Im Sinne einer guten Zusammenarbeit sollte daher im Krankenhaus prinzipiell wieder mehr Augenmerk auf Qualität und Quantität menschlichen Miteinanders gelegt werden.

Vor allem auch die Funktionsbereiche Technik und EDV sollten hier verstärkt darauf achten, Reibungsverluste zu vermeiden. Drahtlose Übertragungstechniken und der zunehmende Einsatz von Informationstechnologien in der Haus- und Medizintechnik machen einen regelmäßigen Austausch zwischen Techniker und Informatiker immer wichtiger. Mit einer einfachen und klaren Schnittstellendefinition nach dem Motto: “Die einen kümmern sich um die Kabel und die anderen um die Daten”, ist es hier nicht getan. In zu vielen Bereichen fließen die Übergänge zwischen Technik und EDV ineinander, vermischen sich zu einem Einheitsbrei, der sich nur durch eine neu zu entwickelnde Philosophie des “Wir” wird managen lassen. Techniker und Informatiker müssen hier zum Wohle des Krankenhauses, seiner Mitarbeiter und der Patienten an einem Strang ziehen.

Denn: “Sowohl die Technik als auch die EDV gehören nicht zum Kerngeschäft eines Krankenhauses. Beide Abteilungen sehen sich einer immer schärferen Konkurrenz mit externen Dienstleistern gegenüber, die nur darauf warten, als lachende Dritte und Vierte aus dem in manchen Krankenhäusern anzutreffenden Kompetenz- und Zuständigkeitsgerangel zwischen Technik und EDV hervorzugehen”, mahnt Thomas Kleemann, Leiter der Abteilung Informationstechnologie und –strategie am Klinikum Ingolstadt. Schon im ureigensten Interesse sollten sich Techniker und Informatiker daher um eine intensive Kooperation bemühen. Gemeinsam können sie unter Beweis stellen, dass zwei interne Abteilungen, die die Besonderheiten des Hauses kennen und die optimal zusammenarbeiten, weit mehr bewegen können als zwei externe Dienstleister: “Erst wenn Techniker und Informatiker sich austauschen, wird es darüber hinaus nicht länger möglich sein, diese beiden Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen.” Durch ein geschlossenes Auftreten könnten Techniker und Informatiker so manches Vorhaben im Krankenhaus optimieren und/oder klarer für sich entscheiden, davon ist der IT-Stratege überzeugt.

Für große Unzufriedenheit sorgt bei alledem aufseiten der Technischen Leiter, dass die Mitarbeiter der EDV-Abteilungen im BAT in aller Regel höher eingestuft wurden als sie selbst und ihre Mitarbeiter – eine Ungerechtigkeit, die die Verantwortlichen im Krankenhaus tatsächlich überdenken und aus der Welt schaffen sollten, wenn ihnen an einer einvernehmlichen Zusammenarbeit zwischen der technischen und der EDV-Abteilung liegt. Die Techniker kritisieren auch, dass die EDV-Leute sich oft für “etwas Besseres” hielten und dass auch die Belegschaften der Krankenhäuser den Informatikern mit weit mehr Wertschätzung begegneten als den Mitarbeitern der technischen Abteilungen. Mit einem Mausklick könne man eben viel bewegen. Eine WLAN-Anlage sei leichter zu beschaffen als technisch zu installieren, beklagen sich die Technischen Leiter.

Die Informatiker räumen ein, dass sie es in vielerlei Hinsicht leichter haben, das Klinikumfeld durch einfache Maßnahmen für sich einzunehmen und zu beeindrucken – allein schon weil der enorme Fortschritt in der Informationstechnologie immer wieder Neues bringe, was im Krankenhausalltag eben sehr hilfreich sei. Gleichzeitig attestieren sie den Technischen Leitern – und schneiden damit eine altbekannte Problematik an – jedoch deutliche Defizite im Bereich der Selbstvermarktung. Technische Leiter müssten lernen, ihre eigenen Leistungen besser darzustellen. Selbstmarketing habe dabei sehr viel auch mit dem richtigen Timing zu tun. Zur rechten Zeit technische Innovationen in der hauseigenen Zeitschrift vorzustellen, Kollegen durch neu gestaltete Bereiche zu führen und auf die technischen Finessen aufmerksam zu machen oder vor allem auch dem Krankenhausmanager einen Verbesserungsvorschlag zu präsentieren, bringe da sehr viel.

Klar gehöre das Klappern zum Handwerk, räumt dazu Helmut Grünert, Technischer Leiter im Klinikum Dr. Schindlbeck in Herrsching am Ammersee und Organisator der Veranstaltung, ein. Dennoch ist er der Meinung, dass man im Krankenhaus wieder lernen sollte, gut funktionierende Bereiche allein für ihre Leistung zu schätzen – auch ohne das offenbar immer wichtiger werdende Dampfgeplauder. Eine sichere und stets verfügbare Technik werde da vielfach zu selbstverständlich genommen.

Auf der Suche nach Lösungen für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Technik und EDV verweist Christian Doerk, Leiter der EDV-Abteilung in der Klinik Dr. Schindlbeck in Herrsching am Ammersee, auf die Vorgehensweise seines Hauses. In Herrsching habe man die Verzahnung nicht nur von Technik und EDV durch regelmäßige fest anberaumte Besprechungen schon vor Jahren mit dem nötigen Schmieröl versehen. Alle durch ein geplantes Projekt Betroffene seien daran beteiligt, berichtet auch Grünert. So könne sich jeder von Anfang an mit seinen spezifischen Kenntnissen der Sachlage einbringen und damit zum bestmöglichen Gelingen des Projektes beitragen.

In Ingolstadt konzentriert man sich verstärkt auf die Prozessabläufe, die dem Projekt zugrunde liegen. Aus dem klassischen “Neubau eines Parkhauses” werde so beispielsweise das Projekt “Parken für Besucher und Mitarbeiter optimal gestalten”. Dass dahinter mehr steckt als nur eine neue trendige Bezeichnung für ein und dieselbe Sache, erklärt Kleemann so: Wurden Neubaumaßnahmen und andere Projekte im Krankenhaus bisher oft als rein technologische Herausforderung angesehen, bei der sich letztendlich die Anwender dem technischen Angebot unterwerfen mussten, so sollen sich künftig die zum Einsatz kommenden Technologien den gewünschten und gelebten Prozessen der Nutzer anpassen. Dahinter steckt ein Paradigmenwechsel, auf den sich nicht nur Techniker und Informatiker gleichermaßen mit ihren spezifischen Fähigkeiten einlassen müssen. Dass das nicht ohne permanenten Dialog funktionieren kann, liegt auf der Hand. Beide Berufsgruppen müssen begreifen, dass sie gleichermaßen für den Projekterfolg verantwortlich seien. Dann wachse man, betont Kleemann, mit jedem Projekt und jeder Diskussion wieder ein Stück weit zusammen. Die Bereitschaft dazu müsse von beiden Seiten kommen. Denn kein Krankenhaus werde es sich auf Dauer leisten, zwei teure Funktionsbereiche vorzuhalten, die nicht in der Lage seien, die gestellten Aufgaben kooperativ zu bewältigen.


Umsetzung der BetriebSsicherheitsVerordnung an Aufzügen

Dem TÜV werde jeden Monat mindestens ein folgenschwerer Unfall mit einem Aufzug gemeldet, berichtet Paul Kura vom Tüv Süd in München. Die erste Frage der auf den Plan gerufenen Tüv-Prüfer lautet dann stets: “Wo ist Ihre Gefährdungsbeurteilung?” Sie ist die Basis für die vom Aufzugbetreiber zu erstellende Betriebsanweisung. Krankenhäuser tun also gut daran, auch und vor allem den aus der Betriebssicherheitsverordnung erwachsenden Dokumentationspflichten nachzukommen. Aufzüge, mit denen Lasten transportiert werden, sind Arbeitsmittel – eine Gefährdungsbeurteilung also Pflicht, wie so vieles andere:

Die Umsetzung der Betriebssicherheitsverordnung für Aufzüge war weiterer Themenschwerpunkt der Bayerntagung am 24. Juli 2007 im Klinikum Ingolstadt. Am 31.12.2007 wird das seit nunmehr fünf Jahren gültige Regelwerk, das Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit auf der Grundlage Europäischer Richtlinien völlig neu organisiert, verbindlich. Bis dahin gibt es für die Krankenhäuser noch viel zu tun – auch und im Besonderen, um ihre Aufzüge BetrVO-konform zu betreiben. Ab 1.1.2008 gilt es hier nicht nur neue Dokumentationspflichten wie sicherheitstechnische Bewertungen, sondern einen neuen Stand der Technik zu berücksichtigen. Unzählige Aufzüge müssen daher aufgerüstet werden. Alternativ muss dokumentiert werden, warum man in Einzelfällen von diesem Stand der Technik abweicht. Mehr dazu lesen Sie im Technik-Supplement der KMA 08/2007, “Umsetzung der BetrSV an Aufzügen” von Roland Redert.



Elektronische Schliesssysteme

Ein Schließsystem ohne den guten alten Schlüssel wurde den 25 Teilnehmern der “Bayerntagung” in Ingolstadt von Klaus Krecker präsentiert. Die in Unterföhring bei München ansässige Firma Simons und Voss hat ein System entwickelt, das hier weit mehr Optionen bietet, als nur Türen auf- und wieder zuzusperren – ohne Schlüssel und ohne Kabel. Die Schließfunktion gehört mit zum Standardprogramm des dabei zum Einsatz kommenden digitalen Zylinders. Ein variabel gestaltbares Zutrittskontrollsystem mit Protokollierung von bis zu 3000 Zutritten, Zeitzonensteuerung, Event Management und Türüberwachung erweitert die Möglichkeiten dieser Schließanlagen um gerade in Krankenhäusern wichtige Funktionen. Als “Schlüssel” dienen Transponder und/oder PIN-Code-Tastaturen oder auch Chipkarten. Sie lassen sich mit biometrischen Systemen und anderen Verfahren zusätzlich absichern. Mehr dazu finden Sie unter: www.simons-voss.com


Grünert bereitet Rückzug vor
Bei der Fortbildungsveranstaltung in Ingolstadt kündigte Helmut Grünert seinen Rücktritt als Leiter der Regionalgruppe Bayern-Süd an. Grünert engagiert sich seit 1981 in der Fachvereinigung Krankenhaustechnik. Seit 1999 leitet er die Regionalgruppe Bayern-Süd und hat in dieser Zeit mehr als 15 Fortbildungsveranstaltungen organisiert. Ende dieses Jahres wird Grünert aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden. Dann werde es Zeit, auch die Regionalgruppe Bayern-Süd in jüngere Hände zu legen, erklärt der langjährige Technische Leiter der Klinik Dr. Schindlbeck in Herrsching am Ammersee. Er hofft, dass sich bei den Neuwahlen im nächsten Jahr ein Nachfolger findet. Als Senior-Experte wird Grünert seinen Kollegen gerne weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Vor allem möchte er sich in Zukunft aber verstärkt seinem großen Steckenpferd, den Pilzen, widmen. Ein Pilzbestimmungsbuch, erschienen im Ulmer-Verlag, das Grünert zusammen mit seiner Frau Renate verfasst hat, wartet darauf, überarbeitet und neu aufgelegt zu werden. Außerdem hoffen drei quirlige Enkel, dass ihr Opa schon bald viel mehr Zeit für sie hat.


Die FKT auf der MEDICA

Während der diesjährigen MEDICA vom 14. bis 17. November in Düsseldorf wird die Fachvereinigung Krankenhaustechnik in bekannter Manier auf dem Ausstellungsstand der kma in Halle 15, Stand A43 mit vertreten sein.

Der Vorstand steht seinen Mitgliedern hier am 16. November von 11 bis 12 Uhr für persönliche Gespräche zur Verfügung. Druckfrisch wird bei dieser Gelegenheit auch das erste Jahrbuch TG – Technik im Gesundheitswesen 2008/2009 der Öffentlichkeit präsentiert und verteilt.

Des Weiteren wirkt die FKT in diesem Jahr unter dem Vorsitz von Reinfried Sure am Vortragsprogramm des 30. Deutschen Krankenhaustags mit. Am Mittwoch, den 14. November 2007, werden deshalb im Raum M, CCD-Ost ab 10 Uhr unter dem Motto: “Zukunft Krankenhaustechnik: Betreiben – Instandhalten – Führen – Wirtschaften und Vergleichen” folgende Vorträge zu hören sein:

  • Das Patientenzimmer der Zukunft, schon heute (Horst Träger)
  • Intelligente Dokumentenlenkung (Dr. Karlheinz Sternemann)
  • Der Experimental-OP – Chance für Hersteller, Betreiber und Anwender (Martin Scherrer)
  • Reorganisation medizinisch-technischer Abteilungen (Sebastian Paulus)
  • Stand der Normung für die elektrische Versorgung von Einrichtungen im Gesundheitswesen (Thomas Flügel)
  • Ambulantes Operieren – Was kostet uns der OP (Prof. Kunibert Lennerts)
Maria Thalmayr
kma 10/2007 - Seite: 100

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