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Das Natural Colour System (NCS)

Mehr Farbe im Krankenhaus

„Farbe spielt in der Gesundheit eine wesentliche Rolle und trägt erheblich zum Wohlbefinden der Patienten sowie zur Motivation des Personals bei.” Vielversprechende Aussagen wie diese sind in letzter Zeit häufig zu lesen. Es ist sogar die Rede davon, dass Farben Heilungsprozesse beschleunigen können.

Für die Regionalgruppe Ostwest­falen-Lippe war das Grund genug, sich einmal intensiver mit Farbpsychologie und gestalterischen Zusammenhängen zu befassen. „Farbplanung, unmissverständlich, kreativ und erfolgreich“, so das Thema einer Fortbildungsveranstaltung im Evangelischen Krankenhaus Gilead in Bielefeld. Angeleitet durch die Farbpsychologin Hildegard Kalthegener, versuchten die Teilnehmer in Diskussionen und praktischen Übungen herauszufinden, ob es über individuelle Empfindungen hinaus auch objektivierbare Kriterien für eine zielgerichtete Farbgestaltung in den Kliniken gibt. RAL, Pantone und CMYK und zahlreiche firmeneigene Farbfächer von Herstellern sorgen für einige Verwirrung in der Planungsphase eines Neu- oder Umbaus. Wie soll man aus dieser Vielfalt an Farbeinteilungen die richtige Farbe für das eigene Krankenhaus finden? Nach einer Übersicht über die gängigen Farbsysteme in Deutschland erörterte Kalthegener das Natural Colour System (NCS), quasi als Kompass im deutschen Farbdschungel. Es ist firmenübergreifend und umschreibt Farbe ebenso einfach wie präzise, genau wie man sie sieht. In Schweden, Norwegen und Spanien ist das Natural Colour System nationale Norm und wird international branchenübergreifend in Industrie und Handel eingesetzt. Im weiteren Verlauf des Kurses wurde daher mit diesem Farbsystem gearbeitet.

Wenn Farbentscheidungen getroffen werden müssen, empfiehlt Kalthegener, als Grundsatzentscheidung zuerst einen Buntton festzulegen, wie zum Beispiel Türkis, Orange oder ein frisches Gelbgrün. Dann müsse die richtige Nuance gefunden und gewählt werden: Ob das gewählte Türkis eher leicht und hell oder dunkel und tragend wirken soll, ob es dezent vergraut oder stark farbig, beispielsweise als leuchtender Akzent im Leitsystem eines Krankenhauses, verwendet wird?… Farbkombinationsmöglichkeiten wurden nicht nur lebhaft diskutiert, sondern auch anhand zahlreicher Muster nachvollzogen. So lernte jeder Teilnehmer, Farbordnungen selbst herzustellen, Farbverwandtschaften zu erkennen und darüber hinaus vor allen Dingen auch Farben klar zu benennen – unerlässlich für eine unmissverständliche Farbkommunikation. Die enthaltenen Mischverhältnisse zu bestimmen, war eine weitere Lernaufgabe des interessanten Fortbildungstags. Beim Thema Farbpsychologie wurde deutlich, dass es nicht sinnvoll ist, nach einfachen Patentrezepten zu suchen. Je nach Farbnuance kann ein und dieselbe Farbe beim Betrachter nämlich völlig unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. So kann ein Rot autoritär, fast majestätisch wirken, wenn es in Richtung Purpur geht, oder andererseits warm, einladend und gemütlich erscheinen, wenn es beispielsweise in Form eines sienaroten Linoleums im Speisesaal eingesetzt wird. „Mit Farbe heilen können Sie nicht, weder einen Beinbruch noch eine Magersucht. Wer das behauptet, ist unseriös“, meinte die Kursleiterin. Farbe spiele jedoch in der ganzen Welt in verschiedensten Zusammenhängen eine wichtige Rolle. Das erörterte Kalthegener für die Kursteilnehmer eindrucksvoll anhand zahlreicher Bildbeispiele. Regionale Besonderheiten im Einsatz von Farbe wurden hier ebenso deutlich wie die Planungs- und Funktionszusammenhänge im farbig gestalteten Interieur. Die Referentin spannte einen weiten Bogen von Ittens Farbkontrastlehre bis hin zu Arbeitsmitteln und -methoden bei der Projektrealisierung und den Entwurfsmethoden für ein schlüssiges Farbkonzept. „Oft ist Farbe – unter mehreren Parametern – ein Faktor, der sehr unmittelbar über Ablehnung oder Akzeptanz von Fassaden, Foyers und Fluren nicht nur in Hospitälern entscheidet. Natürlich leistet Farbe damit einen wesentlichen Beitrag, damit Patienten und Personal sich in der geschaffenen Umgebung wohlfühlen.“ Inwieweit aber durch den bewussten Einsatz von Farbe die Gesundheit nachhaltig verbessert werden kann, wäre ein wünschenswertes Thema für weitere Studien, so Kalthegener.

Maria Thalmayr
kma 08/2008 - Seite: 078-079

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