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Können oder müssen wir uns das leisten?

”State of the Art” in der Krankenhaustechnik

Veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Abhängigkeit von stabilen Verhältnissen in der Krankenhausfinanzierung und der Druck bei der personellen Ausstattung auf der einen Seite, die höher werdenden Ansprüche der Gesellschaft hinsichtlich Risikoverminderung, das gestiegene Sicherheitsbewusstsein, die Maßnahmen aus den Nachhaltigkeitsüberlegungen und die Berücksichtigung neuer Richtlinien, Vorschriften und Gesetze auf der anderen Seite stellen für die Krankenhaustechnik eine gewaltige Herausforderung dar.

Bleibt da dem Krankenhaustechniker in der Zukunft überhaupt Handlungsspielraum? Die daraus resultierenden Überlegungen zeigen Zielerreichungsprobleme auf.

Unter der Prämisse, dass bei Knappheit der Mittel und Bestehen von Realisierungsschwierigkeiten eine Prioritätenreihung der zu vereinbarenden und zu erreichenden Ziele unbedingt notwendig ist, sollte man die Verträglichkeiten der gesetzten Ziele untereinander erkennen und bewerten. Die Betriebswirtschaftslehre hilft dabei und definiert:

  • Komplementäre Ziele: Das Erreichen des einen Zieles fördert das Erlangen der anderen Zielsetzung.
  • Indifferente Ziele: Die Einzelziele sind voneinander unabhängig, so dass sie sich in der Zielerreichung weder beschränken noch fördern.
  • Konkurrierende Ziele: Das Erreichen des einen Ziels mindert den Ziel­erfüllungsgrad des anderen Ziels
  • Zielantimonie: Die Ziele vertragen sich überhaupt nicht.

Betrachtet man diese Aspekte, relativiert sich sofort in dem oben skizzierten Szenario die Möglichkeit der Optimierung der eigenen Betriebsziele in Richtung „Komplementäre Ziele“, und es bleibt nur das Bestreben, die Auswirkungen der „Konkurrierenden Ziele“ und der „Zielantimonie“ einzuschränken.
Damit sind für den Techniker Kenntnisse über den jeweiligen Stand der Technik in den von ihm verantworteten Bereichen von essenzieller Bedeutung. Nur wenn er die zugrunde liegenden technischen Neuerungen, die in dem State of the Art berücksichtigt worden sind, ausreichend beurteilen kann, ist es ihm möglich, die eigenen Installationen, Geräte und Anlagen zu evaluieren und im Hinblick auf Risiko und Vorschriftenerfüllung zu bewerten. Eine transparente und entsprechend den Schwachstellen aufgeschlüsselte Prioritätenliste der kurz-, mittel- und langfristigen Investitionen ist gemeinsam mit den unbedingt dazugehörenden Life-Cycle-Costs eine geeignete Basis für Budgetverhandlungen.

Die aktuellen Diskussionen um neue kostenintensive Maßnahmen zur Legionellenbekämpfung, zum Brandschutz und zur elektrischen Sicherheit zeigen auf, in welchem Spannungsfeld hier die Entscheidungen zu treffen sind. Den Stand der Technik zu erreichen bedeutet für jene Krankenhäuser, die im letzten Jahrzehnt nicht das umsetzen konnten, was notwendig gewesen wäre, heute, in schwierigeren Zeiten, einen noch höheren Anpassungsdruck. Der Sprung vom Ist- zum Sollzustand verlangt einen kräftigen Investitionsschub, der wahrscheinlich nicht erfüllbar sein wird. Der Handlungsspielraum im Sinne der Vorgaben für einen technisch einwandfreien Betrieb bei Berücksichtigung der Ökonomie ist unter diesen Voraussetzungen gering.

Der ÖVKT widmet sich deshalb im Rahmen seiner Fortbildungstagung 2009 vom 22. bis 25. September 2009 dieser Problematik. Der Tagungsschwerpunkt „State of the Art in der Krankenhaustechnik – können oder müssen wir uns das leisten?“ wird eine Reihe von interessanten Vorträgen und Diskussionen beinhalten. Neben den großen technischen Teilbereichen Wasserversorgung, Elektrotechnik und Sanitärausstattung werden Spezialgebiete wie Brandschutz und Gebäudeleittechnik behandelt. Der Vorstand des ÖVKT ist zurzeit dabei, Experten auf diesen Gebieten zu Vorträgen einzuladen, und ersucht auch um entsprechende Beteiligung der Mitglieder und der Industrie bei der Programmgestaltung. Anmeldungen sind an die E-Mail-Adresse der Tagungsleitung zu richten: detlef.mostler@aon.at.

Es wird sich zeigen, ob in Zukunft alle Ziele, die in der Anwendung des „State of the Art“ liegen, auch umgesetzt werden können. Die Erreichung liegt nicht nur im Interesse der Techniker, sondern vor allem der Betreiber und der Patienten.

Detlef Mostler
kma 04/2009 - Seite: 108-108

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