1602:Vanguard-SPM

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Namen & Nachrichten

Rechtsdepesche

Namen & Nachrichten

Politik

Unternehmen & Märkte

Technologie

Management

Spezial

Facility Management

Beruf & Karriere

Blick in die Wirtschaft

FKT Nachrichten

ÖVKT Nachrichten

Kommentar

Vorschau

Aqua-Institut

Den Unabhängigen gehört die Zukunft

Was sollte eine moderne Qualitätssicherung leisten? Nun, in ers­ter Linie sollte sie dem Patienten zugutekommen. Und zwar direkt und unmittelbar. Der Patient ist das Zentrum all dieser Bemühungen. Wenn er von Qualität profitiert, profitiert das gesamte Gesundheitssystem.

Diese simplen Einsichten sind keineswegs selbstverständlich. Schaut man sich den langen Entwicklungszeitraum der Qualitätsentwicklung und -sicherung in der medizinischen Versorgung an, gewinnt man schnell den Eindruck, es geht nicht in erster Linie um den Patienten. Arbeitsgruppen und Fachgesellschaften waren zu sehr damit beschäftigt, ein neues System zu erfinden. Besonders umfassend in der Datenerhebung, höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügend und sehr detailliert sollte die Qualität in deutschen Krankenhäusern erfasst werden. Herausgekommen ist eine achtbare, ja auch international anerkannte Arbeit, die die Bundesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung geleistet hat. Mit dieser Akribie wird wohl nirgends auf der Welt stationäre Qualitätssicherung betrieben.

Doch kommt sie auch beim Patienten an? Ist sie praxistauglich für diejenigen, die tagtäglich Qualität im deutschen Gesundheitswesen produzieren sollen? Nein. Zur ersten Frage: Da, wo schon Qualität produziert wird, profitiert der Patient ohnehin. Viel wichtiger ist es also, wie geht das System mit Ausreißern um? Am strukturierten Dialog gibt es Kritik, solange dieses Verfahren veranstaltet wird. Mal funktioniert er, mal nicht. Das kann kein ernsthafter Umgang mit Qualitätsdefiziten sein. Zur zweiten Frage: Die zusätzliche Erfassung der BQS-Daten in den Krankenhäusern stellt eine unzumutbare Arbeitsbelastung für die Krankenhäuser dar. Nicht jedes Haus leistet sich eine Kraft für die Datendokumentation. Doch die Erhebung von Qualitätsdaten darf kein Selbstzweck sein.

Die wenig am Patienten orientierte und umständliche Qualitäts­sicherung hat die Selbstverwaltung zu verantworten. Jetzt hat der Gesetzgeber dem Gemeinsamen Bundesausschuss vorgegeben, welcher Anbieter zu wählen ist, wenn es um die Entwicklung einer sektorenübergreifenden Qualitätssicherung geht: nämlich ein fachlich unabhängiges Institut. Fachlich unabhängig war die BQS nie. Zu sehr haben sich die Gesellschafter direkt oder indirekt eingemischt. Nun ist die Zeit des cleveren Landarztes Joachim Szecsenyi vom Aqua-Institut gekommen. Doch auch er wird sich beweisen müssen.

Ingrid Mühlnikel
kma 08/2009 - Seite: 090-090

Kommentar hinzufügen

Ihr Name:*
Betreff:*
Kommentar:*
Sicherheitscode:* 

Bitte Lösung der gestellten Rechenaufgabe eintragen!
 
* Pflichtfelder
 
1602:Vanguard-SPM