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Absichern, entsorgen, wirtschaften

Dauerbaustelle Krankenhaus

„Rund um die Baustelle” drehte sich eine praxisorientierte und informative Fortbildungsveranstaltung der Regionalgruppe Niedersachsen. Die umfangreichen baulichen Aktivitäten des Klinikums Kassel erlaubten den 24 Teilnehmern tiefe Einblicke in verschiedenste mit baulichen Maßnahmen im Krankenhaus einhergehende Probleme und Aufgabenstellungen und ihre Bewältigung.

Lutz Spannknebel erläuterte die umfassenden baulichen Aktivitäten des nordhessischen Klinikums mit einem Investitionsvolumen von rund 160 Millionen Euro. Der Klinikträger, die Gesundheit Nordhessen Holding AG, errichtet derzeit ein neues Zentralgebäude, in dem die gesamte Aufnahme und Diagnostik gebündelt wird. Der Neubau erfolgt zwischen 2 bestehenden von derzeit 16 Gebäuden und wird unter anderem eine neue Notaufnahme, einen Zentral-OP, eine Radiologie wie auch einen Bettentrakt enthalten. Spannknebel stellte die Bauplanung und den Ausführungsstand dar. Er schilderte in diesem Zusammenhang nicht zuletzt besondere Schwierigkeiten, die im Vorfeld der Baumaßnahme bewältigt werden mussten: die Verlegung eines Hubschrauberlandesplatzes beispielsweise, die Beseitigung von Kampfmitteln, die der vorherige Nutzer des Grundstücks hinterlassen hatte, die Entsorgung kontaminierten Erdreichs und vieles mehr.

Im darauffolgenden Vortrag von Frank Damm-Schefski, Leiter des Bereichs Bau und Technik und selbst ausgebildeter „SiGeKo“ (Sicherheits- und Gesundheitskoordinator), erfuhren die Tagungsteilnehmer viel Wissenswertes über die Umsetzung der Baustellenverordnung und der Koordinierung des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes im Rahmen der baulichen Aktivitäten. Damm-Schefski legt großen Wert darauf, dass die Architekten nicht gleichzeitig die Aufgabe des SiGeKo übernehmen. Er veranlasst konsequent, dass die SiGeKo-Funktion jeweils durch andere Beteiligte ausgeübt wird. So will er gewährleisten, dass Sicherheit und Gesundheitsschutz auf der Baustelle nicht zur „Nebensache“ werden und die ungetrübte Sicht auf Schwachstellen und Risiken nicht durch Betriebsblindheit, mangelnde Neutralität oder Voreingenommenheit verstellt wird.

Hans-Christian Schwenker erörterte im Kontext des Baugeschehens anhand von Beispielen und vielen praxisorientierten Hinweisen das Thema „Nachträge“. Immer wieder kommt es vor, dass Auftragnehmer versuchen, bereits vertraglich vereinbarte Leistungen durch eine geschickte Umbenennung der Arbeiten extra abzurechnen. In der Summe können solche unvorhergesehenen Mehrausgaben die Baukosten schnell in die Höhen treiben, Budgets sprengen und müssen deshalb akribisch kontrolliert werden. Schwenker referierte über Präzedenzfälle, die gängige Rechtsprechung und Posten in Leistungsausschreibungen und Rechnungen, die im Sinne der „Nachträge“ besondere Beachtung verdienen. Im Anschluss konnten die Teilnehmer der Tagung die Baustelle, deren Besonderheit wohl in erste Linie darin liegt, dass sie zwar als Neubau errichtet, allerdings mit vorhandener Bausubstanz verbunden werden muss, in Augenschein nehmen.

Susanne Hecker sprach über die „rechtssichere Entsorgung von Baustellenabfällen“. Von allen zu beachtenden gesetzlichen Vorgaben muss man vor allen Dingen wissen: Der Verursacher kann sich zwar eines Weiteren bedienen, um die Abfälle zu beseitigen, der Verantwortung für die sachgemäße Entsorgung jedoch kann er sich nicht entledigen. Das heißt, auch die Baustellenabfälle, die durch die dort tätigen Firmen anfallen, „gehören“ dem Auftraggeber – hier dem Krankenhaus! Die Referentin stellte das für die Baustellenabfälle geltende Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz sowie die Gewerbeabfallverordnung vor. Grundsatz: Vermeidung, Verwertung, Beseitigung.

Die „Umsetzung der rechtlichen Vorgaben zur Abfallentsorgung in der Praxis“ stellte Annette Schu sehr eindrücklich dar. Sie griff sich vor allem die Abfälle heraus, die auf Baustellen immer wieder Probleme bereiten – wie Dachpappen im Verbund, künstliche Mineralfasern und asbesthaltige Abbruchmaterialien, aber auch Holzprodukte und sonstige Bau- und Abbruchabfälle.

Gerd Hutschenreuter Maria Thalmayr
kma 10/2009 - Seite: 077-077

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