Nur leider steht die schöne neue Welt noch nicht so unmittelbar vor der Tür, wie es Forscher, Industrie und Pharmaunternehmen gern suggerieren. Doch nur ein Hype bringt Aufmerksamkeit und damit einhergehend auch Forschungsgelder mit sich. Die es auch noch viele Jahre brauchen wird, um den Geheimnissen des humanen Genoms auf die Schliche zu kommen, auf dem die Idee der personalisierten Medizin basiert. Gerade erst wurde festgestellt, dass die 99 Prozent der DNS, die für lediglich schmückendes Beiwerk gehalten wurden, wohl alles andere als das sind. Auf Europas größtem Krebskongress wurden zwei Krebs-Chips vorgestellt, die das Brustkrebsrisiko kalkulieren können. Der eine arbeitet mit 101 Markern, der andere mit 72 – lediglich 2 Marker befinden sich in der gemeinsamen Schnittmenge. Und das, obwohl im selben Krankheitssilo geforscht wurde. Die Zukunft liegt also auch hier womöglich in der Suche nach überlappenden Biomarkern? Vielleicht gibt es da draußen irgendwo einen Biomarker, der sowohl für Herzinfarkte als auch für Alzheimer und Lungenkrebs relevant ist?
Und, wenn wir ihn haben, was machen wir dann mit den Informationen, die er zu liefern in der Lage ist? Man produziert keine Ergebnisse von solch einer volkswirtschaftlichen Tragweite, um sie dann ungenutzt brachliegen zu lassen. Welche Konsequenzen wird die Entwicklung eines solchen kassandrischen Instruments nach sich ziehen? Welche Debatten werden geführt werden? Die nach einer angemessenen Beitragsbemessung für genetisch vorbelastete Versicherte? Oder die nach Selbstverantwortung für Krankheit und Lebenserwartung? Und wie begegnet man denen, die ihr Risiko kennen und dennoch nicht danach leben wollen? Und wie begegnet man denen, die den Finger in die Wunde legen und das Spiel verderben?
Inhaltsverzeichnis
Ausgabe

kma 11/2009
Editorial
Namen & Nachrichten
Geschäftsführung
StellungswechselSeite: 10E-Health
EU-Kommission startet KampagneSeite: 10Gesundheitsministerium
Kleiner GeldregenSeite: 10Brustkrebs
Die meisten Toten im NordenSeite: 12World Health Summit
Dr. SozialpolitikerSeite: 14
Rechtsdepesche
Namen & Nachrichten
Charité
Einkommensplus für ÄrzteSeite: 17Rheuma
Das Recht auf BewegungSeite: 20Grippe
Google startet FrühwarnsystemSeite: 21FM-Dienstleister
Der Markt teilt sichSeite: 23
Politik
Philipp Rösler
Jugend forschtSeite: 24Koalitionsvertrag
Einer für alleSeite: 26Satellitenkonto
Gesundheit neu gerechnetSeite: 32
Unternehmen & Märkte
Altersdiabetes
Fette GeschäfteSeite: 36Klinik-Aktien
Besser als der DaxSeite: 44Eifelhöhen-Kliniken
Wachstum ist nötigSeite: 48
Technologie
Radiologie-Lösung
Die sichere HinterhandSeite: 62
Spezial
Compamed 2009
Zeitalter der MinibauteileSeite: 78
Management
Geriatrie
Harte ArbeitSeite: 80Zentral-OP
Streit um die zweite SchichtSeite: 90Tarifsysteme
Flexibler in die ZukunftSeite: 94
Facility Management
Haftungsrisiken
Gefährlicher BalanceaktSeite: 102
Beruf & Karriere
FKT Nachrichten
ÖVKT Nachrichten
ÖVKT-Tagung in Pörtschach
Technik am Limit?Seite: 118
Blick in die Wirtschaft
Kommentar
Personalisierte Medizin
Der große HypeSeite: 130
Vorschau
Personalisierte Medizin
Der große Hype
Es klingt viel zu schön, um wahr zu sein: Jeder Kranke bekommt seine ihm auf den Leib geschnittene Pille. Viel besser noch, niemand wird mehr krank, weil alle Risikopatienten schon im Vorfeld erkannt und präventiv behandelt werden können. Wir sehen einer gesunden Methusalem-Gesellschaft entgegen, die sich lediglich an nichts erinnern kann, weil Alzheimer in so einer alten Gesellschaft weitverbreitet ist – was zwar frühzeitig diagnostiziert, aber nicht therapiert werden kann. Aber da man das früh genug wusste, konnte das Lebensumfeld entsprechend gestaltet werden, also halten sich auch hier die Probleme in Maßen.
Chefredakteurin Claudia Dirks
kma 11/2009 - Seite: 130-130








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