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Fortbildung in Hamburg

Technische Vielfalt

Informationen zum Geldverdienen mit Notstromaggregaten und viele andere wertvolle Tipps gab es auf einer Fortbildungsveranstaltung der Regionalgruppe Hamburg. Die von Frank Dzukowski zusammengestellte „Themenvielfalt für den Technischen Leiter” reichte von der kostenorientierten Energieversorgung über Kennzahlen für die Technik bis hin zur modernen Medizintechnik.

Kennzahlen werden seit einigen Jahren als unverzichtbare Informationsgrundlage für fundierte Ersatzbeschaffungen und strategisches Agieren in der Technik propagiert. Man solle bei aller Wertschätzung für das Wissen um Ausfallhäufigkeiten, Fehlerbehebungszeiten, Verfügbarkeiten und andere wichtige Werte jedoch nicht übersehen, dass es auch einige Mühe bereite, an diese Zahlen zu kommen, warnte Frank Dzukowski, FKT-Regionalgruppenleiter in Hamburg und Geschäftsführer der Technischen Servicegesellschaften am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Effizient und mit echtem Aussagegehalt seien sie nur mithilfe moderner CAFM-Programme darstellbar. Und auch die beste Software setze voraus, dass die entsprechenden Daten vorher konsequent eingegeben und zusammengetragen werden, wolle man daraus wirklich aussagefähige Kennzahlen generieren. Technische Leiter kleinerer Krankenhäuser, die noch kein kontinuierliches Kostencontrolling betreiben und Kennzahlen auch nur sporadisch nutzen – zum Beispiel um neue Wartungsverträge auszuhandeln –, fahren deshalb unter Umständen günstiger, wenn sie sich die Zahlen, die sie als Entscheidungsgrundlage für die eine oder andere Investition benötigen, im Einzelfall bei der Buchhaltung besorgen. Hier und im Controlling der Krankenhäuser sitzen die Finanzprofis, die die benötigten Informationen meist ohne großen Aufwand zur Verfügung stellen können, so das Fazit einer kontroversen Diskussion im Anschluss an den Vortrag „Kennzahlen in der technischen und medizintechnischen Instandhaltung“ von Stefan Schüler. Der Mitarbeiter eines Softwareanbieters hatte zuvor Möglichkeiten und Grenzen entsprechender CAFM-Programme aufgezeigt.

Kennzahlen austauschen

Um die eigenen Zahlen besser einschätzen zu können, werden sich einige der bei der Veranstaltung vertretenen Hamburger Krankenhäuser in Zukunft – das wurde in diesem Zusammenhang ebenfalls verabredet – intensiver über die wichtigsten Werte rund um die Instandhaltung austauschen. Leider, so räumte Dzukowski ein, scheitere ein wirklich offener Vergleich wichtiger kaufmännischer technischer Daten jedoch regelmäßig am Konkurrenzdenken der Kliniken untereinander. Viele Technische Leiter dürften ihre Zahlen aufgrund einschränkender Unternehmensrichtlinien nicht mehr ohne Weiteres an ihre Berufskollegen herausgeben. Der früher übliche offene Umgang und Erfahrungsaustausch Technischer Leiter sei dadurch längst keine Selbstverständlichkeit mehr – schade eigentlich.

Moderne Medizintechnik

In seinem Vortrag „Messen und Prüfen in der Medizintechnik“ stellte Simon Grigull ein Messgerät mit einer neuen Technologie vor, die es ermöglicht, Netzversorgungsspannungen und deren Schwankungen direkt am versorgten Gerät kontinuierlich zu messen und aufzuzeichnen. Diese Netzschwankungen, die immer wieder zu Ausfällen und Fehlern an sensiblen medizinischtechnischen Geräten führen, lassen sich mithilfe dieser Technologie nachvollziehen und können damit auch als Ursache für die Störungen nachgewiesen werden.

Michael Dittmann erörterte ein neues integriertes OP-System, mit dessen Hilfe verschiedenste Systeme im OP, wie Licht, Kameras, HF-Chirurgiegeräte und andere von einer zentralen Stelle aus gesteuert und bedient werden können. Ziel dieser Technologie ist es, die Aktivitäten im direkten Umfeld des Operationsumfeldes zu reduzieren und damit das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Strom einspeisen

Auf die Medizintechnik folgte das Energiemanagement: Krankenhäuser haben nunmehr die Möglichkeit, sich eine neue Einnahmequelle zu erschließen, indem sie Strom aus ihren Notstromaggregaten ins Netz einspeisen, berichtete Stefan Sprickmann von den Düsseldorfer Stadtwerken. Bisher liefen die Notstromaggregate im Krankenhaus nur, wenn wirklich der Strom ausfiel oder wenn sie auf ihre Funktion getestet wurden. Als regelmäßige Stromlieferanten waren die Aggregate unter anderem schon aufgrund ihrer oft schlechten Abgaswerte in der Regel nicht geeignet. Durch die zunehmende Nutzung von Wind- und anderen regenerativen Energien sei nun jedoch eine neue Situation für die Energieversorger eingetreten. Denn: Strom aus regenerativen Quellen stehe nicht immer zuverlässig zur Verfügung. Im Falle eines Orkans zum Beispiel müssten Windkraftanlagen komplett abgestellt werden und könnten dann von jetzt auf gleich keinen Strom mehr einspeisen.  Um die Grundversorgung in einem solchen Fall dennoch zu gewährleisten, könnten die ungenutzten Notstromaggregate der Krankenhäuser als wichtige zusätzliche Stromquellen dienen. Natürlich müsse sichergestellt sein, dass bei einem Stromausfall das eigene Haus vorrangig versorgt wird. Grundsätzlich sollten die Krankenhäuser jedoch mit ihren Stromlieferanten abklären, ob die Notstromaggregate bei Bedarf zur Absicherung der allgemeinen Stromversorgung Energie ins Netz einspeisen können.

Jörg Andrzejewski erörterte „Elegante Lösungen in der Umsetzung der Enev (Energieeinsparverordnung) und die Ausstellung von Energiepässen“. Die sogenannten Energiepässe sollten eigentlich schon seit 1. Juli 2009 als Aushang in jedem öffentlichen Nichtwohngebäude für jedermann Auskunft über die wichtigsten Energieverbrauchszahlen liefern. Andrzejewski zeigte, wie man die erforderlichen Zahlen errechnet und die Ergebnisse darüber hinaus nutzt, um eigene Verbesserungspotenziale zu erkennen.

Eine Führung durch den Showroom eines Medical Training Centers, der als Veranstaltungsort für die informative Veranstaltung diente, bildete den krönenden Abschluss für die rund 50 Teilnehmer.



Fachtagung Ruhr 2010

Vom 5. bis 6. Oktober findet in Essen die Fachtagung Ruhr 2010 der Fachvereinigung Krankenhaustechnik e. V. statt. Aktuelle und praxisorientierte Vorträge und Workshops aus den Bereichen Haus- und Sicherheitstechnik, Technik und Hygiene, Medizintechnik, Energie und Umwelt sowie Verwaltungsmanagement/IT sorgen hier für das so wichtige informative Update nicht nur des leitenden technischen Personals im Krankenhaus.

Erstmals findet in diesem Jahr zeitgleich mit der Fachtagung Ruhr 2010 auch der alljährliche Krankenhaus-Umwelttag der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen statt. Unter hohem Wettbewerbs- und Kostendruck versuchen die Krankenhäuser derzeit nachhaltige Zukunftssicherungsstrategien zu entwickeln. Der Krankenhaus-Umwelttag will zeigen, dass der Umweltschutz einen wesentlichen Teil zur dauerhaften Zukunftssicherung der Krankenhäuser beitragen kann. Von zentraler Bedeutung bleibt dabei das Thema Energie.

Im Rahmen einer Ausstellung werden auf der Fachtagung Ruhr 2010 da­rüber hinaus 100 bis 120 Unternehmen ihre Lösungen präsentieren und für einen Dialog mit den Anwendern zur Verfügung stehen. Firmen, die an der Ausstellung teilnehmen möchten, werden gebeten, sich rechtzeitig bei der Geschäftsstelle zu melden.

Maria Thalmayr
kma 02/2010 - Seite: 068-069

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