Moderne Technik ist heute ohne Berücksichtigung von energiesparenden Maßnahmen nicht mehr verkaufbar. Das müsste auch für die Medizintechnik gelten, steht doch eine Vielzahl von energieaufwendigen Geräten und Anlagen zur Diagnostik und Therapie in unseren Krankenhäusern. Derzeit ist jedoch bei Entwicklung und Kauf von medizintechnischen Gütern kein besonders ausgeprägtes Energiebewusstsein bemerkbar. Der Energieverbrauch geht bei der Anschaffung nur in Ausnahmefällen in Auswahlkriterien ein, weshalb sicherlich ein Teil der Industrie auch keinen besonderen Anreiz zur Berücksichtigung energiesparender Einheiten in ihren Produkten sieht (eine Ausnahme ist zum Beispiel die Self-Regulatory Initiative on EcoDesign of Energy using Products for Medical Imaging Equipment).
So ist es schon bemerkenswert, wenn sich einzelne Krankenhausträger (Hamburger Stadtverwaltung www.ipp-medizintechnik.hamburg.de) ökologische Richtlinien für die Anschaffung von Medizintechnik erarbeiten und einhalten. Eine Anwendung der Kriterien durch österreichische Krankenhäuser wird begrüßt, Kontakte zur gezielten Information werden gern bekannt gegeben.
Kennzahlen-Energieeffizienz
Auf internationaler Ebene gibt es – ähnlich wie in Österreich – Anstrengungen, Datenbanken aufzubauen, in denen nach intelligenten Kriterien Kennzahlen (Benchmark) erarbeitet werden, um eine Steuerung von Energiesparmaßnahmen und -optimierungen erst möglich zu machen. Ohne Grundlagendaten ist leider kein bewertbarer Erfolg möglich.
Innerhalb der IFHE-Europe wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die nun einen Kennzahlenkatalog entworfen hat, mit dessen Hilfe länderübergreifende Vergleiche angestellt und Best-Practice-Projekte eingerichtet werden können. Näheres wird der ÖVKT-Homepage zu entnehmen sein. Um zu einer aussagekräftigen Statistik zu kommen, ist die Teilnahme von vielen Krankenhäusern aller Kategorien notwendig. Der ÖVKT arbeitet zwar nicht direkt mit, ersucht jedoch aufgrund der Anfrage der IFHE-Europe seine Mitglieder, sich an der Befragung und Auswertung zu beteiligen. Der Fragebogen wird, neben weiteren höchst interessanten Berichten über internationale Projekte, demnächst auf der Homepage verfügbar sein. Abgabeschluss ist Ende Juli 2010.
Parallel dazu läuft seit einiger Zeit das Projekt „Energieeffiziente Krankenhäuser“ des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), an dem einige unserer Mitglieder mitarbeiten und von dem bald erste Ergebnisse zu erwarten sind.
Projekt „Spezifischer Energiebedarf“
Interessant ist dazu das Forschungsprojekt „Krankenhaus plus“ in Deutschland, bei dem Wissenschaftler den Energieverbrauch in allen Funktionseinheiten untersuchen und ein neues Instrument zum Energiesparen entwickeln wollen. Das Vorhaben wird von der TU Berlin, Fachgebiet „Entwerfen von Krankenhäusern und Bauten des Gesundheitswesens“, durchgeführt. Es gliedert sich in drei Teilprojekte: Beginnend mit der Analyse eines Krankenhauses erstreckt es sich weiter über die Entwicklung eines Neubaues unter dem Aspekt „funktionell und energetisch optimiertes Gebäude“ bis zur Untersuchung der Funktionsbereiche und deren Energiebedarf. Es geht hier um die Entwicklung eines Modells zur Bewertung des krankenhausspezifischen Energiebedarfs.
Mehr Tempo
Die intensiven Bemühungen der EU zu Vereinbarungen über Maßnahmen zur Klimasituation und die Warnungen der Klimaexperten lassen uns nicht mehr viel Zeit, um den Energieeinsatz im Krankenhaus zu verringern. Mehr Tempo ist gefragt bei der Konkretisierung der Vorschläge. Es gibt Vorbilder, die von sich aus bereits eine Vorreiterrolle in der Energieverbrauchskontrolle und -minimierung eingenommen haben und denen man nacheifern sollte.
Leider ist vieles am Energiesparsektor mit Investitionen verbunden, für die Mittel bereitgestellt sein müssen. Nicht nur die Messtechnik ist zu modernisieren, sondern auch veraltete Versorgungstechnik zu ersetzen und die Leittechnik aufzurüsten. Dazu gilt es wieder, den Mitarbeitern das Energiesparen verstärkt schmackhaft zu machen und sie zu einem umweltschonenden Einsatz der Medien bei ihrer Arbeit zu motivieren.










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