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Fachkräftemangel

Entwickeln, nicht verwalten

Der ärztliche wie auch der pflegerische Fachkräftemangel in den Krankenhäusern war eines der beherrschenden Themen in diesem Jahr auf dem Deutschen Krankenhaustag in Düsseldorf.

Zu Recht: Die Personalengpässe auf den Stationen nehmen zu und könnten für das eine oder andere Haus in absehbarer Zeit gar existenzbedrohende Folgen haben. In wenigen einzelnen Fällen sollen auch schon Stationen geschlossen worden sein, mit dem entsprechenden Erlösausfall für das Krankenhaus.

Deswegen richteten die Krankenhausfunktionäre auch den etwas hilflosen Appell an Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler: Die Politik möge helfen. Doch was soll Rösler tun? Zunächst einmal sind die Krankenhäuser selbst gefragt. Etwa indem sie attraktive, fair bezahlte Krankenhausjobs, besonders in der Pflege, ein fürsorgliches Betriebsklima, flexible Arbeitszeiten und nicht zu vergessen: Kinderbetreuung anbieten. Tatsache ist doch: Die meisten Krankenhäuser verwalten heutzutage immer noch ihr Personal, statt es zu entwickeln. Das wird sich ändern müssen.

Zwar erfährt das Thema Personalmanagement eine Konjunktur. Doch es wird mehr darüber geredet als gehandelt. Von Arbeitnehmern wird branchenübergreifend lebenslanges Lernen, Initiative, Offenheit und Flexibilität gefordert. Aber wie sieht es mit den Arbeitgebern in den Krankenhäusern aus? Sind sie heute schon so weit, ihre Arbeitskräfte zum Beispiel durch eine strategische Personalentwicklung auf diesem Weg zu begleiten? Arbeiten sie gezielt mit den Stärken und Schwächen ihrer Mitarbeiter? Werden Talente gepflegt? Und dem Einzelnen Perspektiven geboten? Auch gering qualifizierte Berufsbilder gewürdigt und anerkannt?

Arzt und Krankenschwester waren früher Traumberufe. Das müssen sie wieder werden. Das können sie aber nur, wenn draußen keine Horrornachrichten über den Krankenhausalltag kursieren, über 60 bis 70-Stunden-Dienste, Arbeit bis zur Erschöpfungsgrenze und andere Missstände. Die Gestaltung des Arbeitsumfeldes Krankenhaus liegt erst einmal in der Verantwortung jedes einzelnen Klinikmanagers. Erst dann ist die Politik an der Reihe: zum Beispiel durch die Förderung sektorenübergreifender Versorgung oder durch die Initiative der Bundesländer mehr Studienplätze für Medizin zur Verfügung zu stellen.

Ingrid Mühlnikel, Chefredakteurin
kma 12/2010 - Seite: 082-082

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