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Partikeltherapie Uni Heidelberg

Fels in der Brandung

Das Heidel­berger Ionen­strahl-Thera­pie­zentrum HIT wurde gerade als ausge­wählter Ort 2011 im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen” ausge­zeichnet: Für Innova­ti­ons­kraft in Klinik und Forschung. Eine Auszeichnung in einer Zeit, in der zumindest die technische Weiter­ent­wicklung der Parti­kelthe­rapie in Deutschland auf der Kippe steht.

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Auszug aus dem Artikel

Interview mit Jürgen Debus, Ärztlicher Direktor des HIT...

Wir hatten das ein Stück weit voraus­ge­sehen. Die Zahlen von 2.500 Patienten jährlich, die dort zugrunde gelegt wurden, sind zu diesem Zeitpunkt einfach nicht realis­tisch. In Harvard beispiels­weise, wo seit 20 Jahren Patienten behandelt werden, sind es 700 im Jahr....

Wir sind mittler­weile so weit, sagen zu können, dass die Parti­kelthe­rapie gegen einige Tumor­arten sehr viel besser hilft als konven­tio­nelle Bestrahlung. Sie birgt beispiels­weise bei allen Schädel­basis- oder Augen­tu­moren enorme Vorteile. Hier geht sie weit über den Ansat...

In dieser Situation profi­tiert sowieso niemand mehr. Unsere Anlage, die wir im Jahr 2000 projek­tiert und dem Bund vorge­s­tellt hatten, ist so konzi­piert, dass wir mit circa 1.000 Patienten gerechnet haben – nachdem wir erst einmal den Nutzen, dann die Kosten definieren wollte...

Tatsache ist, dass Deutschland bislang weltweit bei den Medizin­geräten als Techno­logie-Führer wahrge­nommen wird. Wie sehr der Rückzug von Siemens auf diesem spezi­ellen Feld dem Ansehen schadet, vermag ich nicht vorher­zu­sagen. Schade ist es für uns vor allem auch deswegen, w...

Es ist eine unschöne Gemen­gelage, da gerade alles in einen Topf geworfen wird: die Wirtschaft­lichkeit, der Patien­ten­nutzen, die Techno­logie. Daraus resul­tiert die Sorge, dass die Methode als solche infrage gestellt werden könnte. Doch im Grunde sind wir unabhängig und erfol...

Das sehe ich nicht so trübe. Unsere Forschung in Heidelberg ist tradi­tionell inter­na­tional stark vernetzt. Das muss Forschung heute auch sein. Wir haben hervor­ra­gende Koope­ra­tionen mit Japan, den USA und auch Mailand. Die Community in unserem Fach ist so klein, dass wir al...

Die Technik ist mittler­weile aus der Phase der Kinder­krank­heiten heraus. Unsere Physiker und Ingenieure beherr­schen die Techno­logie in außer­ge­wöhn­licher Weise, sodass wir auch vor Ort weiter­ent­wi­ckeln und bauen können. Unsere Pläne haben sich also nicht verändert....

Ich glaube daran, dass sich das Gute langfristig durch­setzen wird. Unsere Kultur ist es, die Dinge ständig zu hinter­fragen, anzupassen, abzuändern. Während Entschei­dungen, die beispiels­weise in Japan gefällt werden, wo ich selbst einige Zeit gearbeitet habe, relativ lange exe...

Ja, aber genau das wider­legen wir tagtäglich mit unserer Forschung hier in Heidelberg. Die Kranken­kassen und der Gemeinsame Bundes­aus­schuss sehen uns, verständ­li­cher­weise, als Referenz­zentrum. Neun Tumor­arten sind für die Schwe­rionen-Therapie bereits freige­geben worden...

Interview: Claudia Dirks
kma 09/2011 - Seite: 050-051

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