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Fortbildung in Rheinland-Pfalz/Saarland

Alarmplan und Betreiberverantwortung

Sie sind grundlegende öffentlich-rechtliche und zivilrechtliche Pflichten für die Führung eines Krankenhauses und werden häufig verantwortlich an den Technischen Leiter delegiert: Der Krankenhausalarmplan und die Betreiberverantwortung weckten als Themen einer Fortbildungsveranstaltung in Rheinland-Pfalz/Saarland großes Interesse.

Krankenhäuser sind als wichtige Infrastruktur in die öffentliche Katastrophenschutzplanung der Bundesländer einbezogen. Durch entsprechende Gesetze und Verordnungen sind die Krankenhäuser unter anderem verpflichtet, im Falle einer äußeren Katastrophe eine bestimmte Anzahl Verletzter aufzunehmen. Bei internen Katastrophen, etwa einem Großbrand oder einem Bombenalarm, müssen die Einrichtungen einen anforderungsgerechten Evakuierungsplan vorhalten, der im Ernstfall ein optimales Agieren aller Beteiligten ermöglicht. Die zuständigen Behörden erwarten, dass jede Einrichtung einen solchen Evakuierungsplan erarbeitet hat, dass die Mitarbeiter mit seinen Inhalten vertraut sind und im Ernstfall wissen, was zu tun ist.

Betreiberverantwortung wahrnehmen
Arnold Decker, Regionalgruppenleiter in Rheinland-Pfalz/Saarland erörterte die öffentlich-rechtlichen und zivilrechtlichen Verpflichtungen eines Unternehmens beim Gebäudebetrieb. Dieser unterliegt einer Vielzahl an Gesetzen, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften und sonstigen Bestimmungen. Im Wesentlichen geht es dabei um die Verkehrssicherungspflicht, die Standsicherheit und den Brandschutz des Gebäudes, den Arbeitsschutz und die Einhaltung der Prüf- und Überwachungspflichten. Die Anforderungen des Gesetzgebers an die Wahrnehmung der Betreiberverantwortung haben sich in den letzten Jahren ständig verschärft. Betreiber und Eigentümer sehen sich dadurch zunehmenden Haftungsrisiken ausgesetzt. Die Umsetzung der Betreiberverantwortung gehört zu den Kernaufgaben des Facility Managements – egal ob im Eigenbetrieb oder in Outsourcingmodellen. Anhand von Beispielen zeigte Decker, dass bei Verstößen gegen die entsprechenden Bestimmungen durchaus empfindliche Strafen verhängt werden. Schützen können sich die Verantwortlichen davor nur durch eine klare, eindeutige, schriftlich niedergelegte Definition sowie eine lückenlose Verteilung der Betreiberaufgaben an fachlich qualifizierte und geeignete Personen und vor allen Dingen auch durch regelmäßige Kontrollen dessen, was delegiert wurde. Eine zentrale Rolle bei der Exkulpation spielt außerdem eine aussagekräftige und vollständige Dokumentation. Nicht delegiert werden können die übergeordnete Organisations-, Selektions- und Aufsichtspflicht. Die Unternehmensleitung bleibt hier in der Generalverantwortung, aus der sie sich nicht befreien kann.

Katastrophen beherrschbar machen
Praxistaugliche Alarmpläne für unterschiedlichste interne und externe Gefahrenlagen wie ein Massenanfall an Verletzen, Flugzeugabsturz, Bombenattentat, Blitzeis, Hauseinstürze, Bioterrorismus, Grippepandemie, Streik, Amoklauf, Geiselnahme und andere bildeten einen weiteren Tagungsschwerpunkt, vorgetragen von zwei engagierten Gastreferenten. Die getroffenen Maßnahmen müssen auf ihre Wirksamkeit überprüft werden und zu jeder Tages- und Nachtzeit greifen. Die Mitarbeiter sollen durch trainierte Abläufe und klare Unterweisungen in die Lage versetzt werden, das Erforderliche zu tun und so schnell aus einer ersten Chaosphase in eine entspannte Lage zu kommen. Dazu müssen unter anderem die Gefahrenlagen beschrieben, koordinierte Einsatzleitungen sichergestellt, Handlungsanweisungen verfasst und kommuniziert, Räume koordiniert, Verkehrsregeln erstellt und bis zur Öffentlichkeitsarbeit hin alles geregelt werden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hat dazu eine Broschüre „Schutz kritischer Infrastruktur: Risikomanagement im Krankenhaus” herausgegeben. Sie steht auf der Homepage des Bundesinnenministeriums zum Download zur Verfügung: http://www.bbk.bund.de/DE/AufgabenundAusstattung/KritischeInfrastrukturen/Publikationen/Leitfaden_Krankenh_Risiko-Kritis.html.

Die beachtliche Teilnehmerzahl von 36 Personen sowie auch die rege und kontroverse Diskussion der Inhalte bestätigen den Vorstand der Regionalgruppe bei der Wahl dieses unerschöpflichen Themas. Generell kann sich Rheinland-Pfalz/Saarland über steigende Teilnehmerzahlen auf den drei Veranstaltungen des zurückliegenden Jahres freuen.

Arnold Decker, Maria Thalmayr
kma 05/2012 - Seite: 076-077

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