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Bilfinger Berger

„Unsere Kriegskasse ist gut gefüllt”

Wer noch immer glaubt, Bilfinger Berger sei ein großes Bauun­ter­nehmen, hat die vergan­genen Jahre nicht richtig hinge­schaut. Der einstige Baukonzern legt sein Hauptau­genmerk auf technische Dienst­leis­tungen, die mittler­weile 80 Prozent des Umsatzes ausmachen. Seit gut einem Jahr ist der einstige hessische Minis­ter­prä­sident Roland Koch Vorstands­vor­sit­zender und will den Konzern weiter in Richtung ingenieur­ge­trie­benes Dienst­leis­tungs­un­ter­nehmen entwi­ckeln, wobei er sich besonders auf das Gesund­heits­wesen konzen­triert.

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Auszug aus dem Artikel

Interview mit Roland Koch...

Es gibt sehr viele Schnitt­punkte, gerade für dieje­nigen, die exeku­tives Management in der Politik zu betreiben hatten. Als Minis­ter­prä­sident hatte ich ja auch die Aufgabe, eine Verwaltung mit 160.000 Menschen und über 20 Milli­arden Jahres­leistung effizient zu führen. Da g...

Die Frage stellt sich mir nicht. Der CEO eines solchen Konzerns muss, wie ein Minis­ter­prä­sident mit seiner Richt­li­ni­en­kom­petenz, immer die Balance wahren zwischen Schaffung grundsätz­licher, strate­gi­scher Perspek­tiven und dem Bewusstsein, dass er operativ für alles, wa...

Der Wandel ist geprägt von der sehr erfolg­reichen Strategie, gesunde Dienst­leis­tungs­un­ter­nehmen zu kaufen und zu integrieren. Nehmen Sie die Ahr-Gruppe oder HSG Zander: Markenname und Geschäfts­führung blieben gleich. Die zweite, nun anbre­chende Phase, soll den Mehrwert he...

Wir haben konzernüber­g­reifend ein Lifecycle-Angebot entwi­ckelt: Project One. Die Idee dahinter ist, den Blick des Eigen­tümers weg von den reinen Baukosten zu lenken, die sowieso nur höchstens 30 Prozent auslösen. Teuer sind Unterhalt und Betrieb eines Gebäudes, die mit 70 Pro...

Inves­ti­ti­onsstau finden Sie überall, das ist kein Phänomen der Kranken­häuser. Mit knappen Ressourcen erfolg­reich wirtschaften ist unsere Überschrift. Uns ruft niemand, der vollständig zufrieden ist. Wir werden gerufen, wenn Kosten oder Qualität optimiert werden sollen. Die K...

Wir haben zwei sehr wichtige Dinge anzubieten: Klassi­sches Facility Management und eine ebenfalls heraus­ra­gende Kompetenz in Dienst­leis­tungen, die Services bis an das Bett des Patienten beinhalten. Wir können ein Schnitt­s­tellen-Management anbieten, wenn das gwünscht ist, ...

Wir definieren keine Zielgruppe, aber wir wissen aus unseren prakti­schen Erfah­rungen: je integrierter das Angebot ist, umso mehr steigt das Interesse vor allem bei größeren Häusern. Richtig ist sicherlich auch: Die Heraus­for­derung des Schnitt­s­tellen-Manage­ments inklusive d...

Zur Philo­sophie dieses Unter­nehmens muss immer gehören, durch seine relative Größe etwas bieten zu können, was andere so nicht in ihrem Portfolio vorhalten können. Wir sind in rund 200 Kranken­häusern hierzu­lande tätig und haben, über die Ahr-Gruppe sicherlich hauptsächlich ge...

Sie spielen auf Betrei­ber­mo­delle und PPP-Projekte an. Fehlt den Deutschen der Mut, oder fehlt eine geeignete Weichen­stellung des Gesetz­gebers beispiels­weise für PPP-Projekte?...

Wir haben uns strate­gisch entschieden, die Fähig­keiten für PPP-Projekte vollständig im Konzern zu erhalten. Wenn das in Deutschland nachge­fragt wird, sind wir da. Wir können die Expertise tatsächlich aber nur erhalten, weil wir auf Märkten aktiv sind, die gerne solche Projekte...

Wir haben eine relative Größe, die es uns zunächst erlaubt, gelassen zu bleiben. Aber der Erfolg, den alle Betei­ligten im Unter­nehmen haben, ermög­licht es eben auch, uns mit einer guten Milliarde an kurzfris­tigem Akqui­si­ti­ons­ka­pital hellwach umzuschauen. Und das tun wir!...


Ausblick
Die Kriegs­kasse ist gut gefüllt – rund eine Milliarde Euro warten darauf, dem Unter­nehmen Wachstum angedeihen zu lassen. Vorstands­vor­sit­zender Roland Koch will bis 2016 vor allem im Dienst­leis­tungs­be­reich die Leistung um bis zu 50 Prozent auf d...

Interview: Claudia Dirks, Adalbert Zehnder
kma 06/2012 - Seite: 040-043

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