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Balk-Landesgruppe NRW/Frühjahrstagung 2006
Pflege in NRW – die thematische Balance zwischen Extremen

Die Frühjahrstagung des BALK- Landesgruppe NRW fand am 23. März 2006 in Dortmund, erstmalig im Katholischen Centrum statt. Der Vorstand hatte den Mut, zwei vom Grundsatz sehr unterschiedliche Themenfelder anzubieten. Die Vielzahl der Anmeldungen und die positiven  Rückmeldungen der Tagungsteilnehmer zeigten, dass diese Entscheidung richtig war.
Die Tagung befasste sich im ersten Teil  mit dem TVöD und den zu erwartenden Auswirkungen auf den Klinikalltag. Referent war Herr Peter Hoffstadt, stv. Direktor des DiCV Münster und Mitglied der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritas Verbandes.
Herr Hoffstadt berichtete in seinem Vortrag zunächst sehr intensiv über die entgeltlichen Rahmenbedingungen und Auswirkungen des TVöD. In seinem sehr praxisnahen Vortrag konnte er durch sein Detailwissen als Mitglied der Arbeitsrechtlichen Kommission über den aktuellen Stand der Gespräche zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretung berichten. Mittlerweile gibt es mehrere Ansätze, die veralterten Vergütungsrichtlinien des BAT und der AVR zu modernisieren. Der TVöD sei ein vielversprechender Ansatz, den es aber in einigen wichtigen Eckpunkten zu verfeinern gilt. Diakonie und Caritas haben auf unterschiedlichen Wegen Projekte initiiert, um diese Verfeinerungen zu erarbeiten.
Die Caritas hat diesbezüglich eine “Projektgesellschaft innovatives Arbeiten in caritativen Unternehmen (p.i.a.)” ins Leben gerufen. Die Ausarbeitungen dieser Projektgesellschaft sind mittlerweile derart konkretisiert, dass seit 2005 in sechs modellhaften Einrichtungen der Caritas Projekte zur Überprüfung der Praxistauglichkeit von p.i.a. laufen.
Zum Bedauern von Herrn Hoffstadt ist die Arbeitnehmervertretung der Arbeitsrechtlichen Kommission derzeit nicht bereit, sich über die Regelungen des TVöD hinaus zu vereinbaren. Detailliertere Informationen zu p.i.a. gibt es im Internet unter
www.pia-projekt.de .

Der zweite Teil der  Tagung stand unter dem etwas provokanten Titel:
Ist der Pflegprozess noch zu retten ? 

Dem Dozenten, Herrn Michael Isfort, stv. Geschäftsführer des Deutschen Instituts für angewandte Pflegewissenschaft (dip), fiel es nicht schwer die Überleitung von einem eher finanzwirtschaftlich ausgerichteten Thema hin zu einem handlungs-(bedarfs)orientierten Thema zu gestalten. Herr Isfort forderte die Verantwortlichen in der Pflege auf, diesem Thema weniger theoretisch und mehr handlungsorientiert zu begegnen. Sehr nachdrücklich wies er darauf hin, dass die derzeit geführte Diskussion um die Pflegedokumentation sehr fokussiert auf den stationären Altenpflegebereich sowie auf die ambulante Pflege ist. Der Medizinische Dienst der Spitzenverbände (MDS) hat mit dem Ziel der Entbürokratisierung Vorgaben geschaffen, die aus Sicht des dip nicht zielführend sind. Dem Krankenhaussektor wird politisch in diesem Bereich ein größerer Handlungsspielraum eingeräumt. Eben dort sollten die Verantwortungsträger die prozessuale Pflege nicht an den theoretischen, sondern an den tatsächlichen Problemen ausrichten.

Das dip hat in einigen Projekten Ansätze gefunden, dieses Problem zu lösen. Beispielhaft seinen an dieser Stelle folgende genannt:
• IRMA (Instrumente für das Risikomanagement in der Altenpflege)
• PBST (Pflegediagnosen – basierte Standardpflegepläne)
• ENP (European Nursing care Pathways).

Weitere Details zu diesen und vielen anderen Themen sind der Internetseite des dip www.dip.de zu entnehmen.
Herr Risse, der als  zweiter Vorsitzender der BALK Landesgruppe NRW stellvertretend für den erkrankten Lutz P. Göbel durch die Tagung führte, beendete die Frühjahrstagung mit dem Dank an Dozenten und an die zahlreichen Teilnehmer der Veranstaltung. Damit verband er den Wunsch auf ein Wiedersehen zur Herbsttagung, deren Planung bereits begonnen hat.

Teilnehmer und BALK Mitglieder haben die Möglichkeit die Vorträge per Email abzurufen. Informationen dazu finden sie unter www.balk-nrw.de

Stephan König

Stephan König
Pflege und Management 06/2006 Seite: 040

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