Inhaltsverzeichnis

Editorial

Namen & Nachrichten

Schwerpunkt

Management

Praxis

Branche

BALK Intern

Vorschau

PDF   Kommentieren   E-Mail

Bundesgesundheitsministerium will die pflegerische Patientenversorgung in Deutschland stärker konsolidieren

Der Verband Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen (BALK), der vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zu einem gesundheitspolitischen Dialog eingeladen wurde, hat bei Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ein offenes Ohr für die Pflege gefunden.

Um die gute pflegerische Versorgung für die Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland in den Krankenhäusern sowie ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen auch in Zukunft zu sichern, ist dringend politisches Handeln im Rahmen der anstehenden Gesundheitsreform geboten. Ansonsten werden die Auswirkungen der unterschiedlichen Finanzierungssysteme und die damit einhergehenden Personalprobleme in den Krankenhäusern, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen zwangsläufig zu einer Verschlechterung der pflegerischen Patientenversorgung führen. Mit dieser Kernaussage hatte Konrad Schumann, Erster Vorsitzender des Verbandes BALK am Montag dieser Woche aufmerksam gemacht.
Der Ministerin konnte der Verband BALK mit seiner jüngst durchgeführten Untersuchung einen unkontrollierten Personalabbau im Pflegedienst in den Krankenhäusern von über 10% schon nach dem ersten Jahr der Konvergenzphase nachweisen. Standen 2003 noch 318 245 Pflegepersonen zur Verfügung, so waren es für das Jahr 2005 bereits 34.529 Pflegepersonen weniger bei angenommener gleichbleibender Fallzahl. Würde sich dieser unkontrollierte Personalabbau im Pflegedienst bis zum Ende der Konvergenzphase mit dem prognostizierten Bettenabbau fortsetzen, so wird das erhebliche Auswirkungen auf die pflegerische Patientenversorgung in den Krankenhäusern haben, bekräftigte BALK-Geschäftsführerin Sabine Girts.
Kritik übte die Präsidentin des Deutschen Pflegerates (DPR) und BALK-Vorstandsmitglied, Marie-Luise Müller, dass die Pflege im Gesundheitswesen als Querschnittsdisziplin mit nachgewiesenen evidenzbasierten Qualitätsstandards profe ssionelle Leistungsanteile erbringt, aber als sozialversicherungsrechtlich selbstständiger Leistungserbringer bis heute noch nicht anerkannt ist. Die Bundesgesundheitsministerin wurde informiert, dass die hierfür erforderlichen Qualifikationsanforderungen angelegt sind und die politischen Vorgaben im Koalitionsvertrag umgesetzt werden können und somit die stärkere Einbeziehung von nichtärztlichen Heilberufen in die Versorgungskonzepte erfolgen kann.
Die von Gabriele Simon, ebenfalls Vorstandsmitglied des Verbandes BALK erläuterten Themen wie etwa die verbesserten Voraussetzungen für die Pflege in den Verträgen der Integrationsversorgung sowie in Disease Management Programmen und die Öffnung in die eigenständige Leistungserbringung im ambulanten Pflegedienst nahm Ulla Schmidt aufmerksam und verantwortungsbewusst zur Kenntnis.
Bundesgesundheitsministerin Schmidt unterstrich, dass die zunehmende Knappheit von professionellen Pflegekräften und der gleichzeitig anstehende erhöhte Pflegebedarf sowohl Folgen für die pflegerische Patientenversorgung in den Krankenhäusern als auch in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in den kommenden Jahren haben werde. Nach den umfassenden Ergänzungen und Ausführungen erklärte sie, sich für die stärkere Einbeziehung der sektorenübergreifenden Pflege im Sozialversicherungsrecht einzusetzen.
In diesem äußerst offenen und konstruktiven Gespräch stärkte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die Vertreter des Verbandes BALK mit der Aussage, “In jeder Krise steckt eine Chance! Ich werde versuchen, die vorgetragenen Anliegen des Pflegemanagements in die laufenden Reformgespräche aufzunehmen.” 

Für Rückfragen:
Sabine Girts
Tel.: 0177-686 40 37

Pflege und Management 09/2006 Seite: 033

Kommentar hinzufügen

Hinweis: Kommentare können von allen Besuchern gelesen werden. Nutzen Sie daher bitte die Kommentarfunktion ausschließlich für einen Kommentar zu diesem Artikel. Allgemeine Fragen zum Artikel können Sie gerne über das Kontaktformular an uns richten.

Ihr Name:*
Betreff:*
Kommentar:*
Sicherheitscode:* 

Bitte Lösung der gestellten Rechenaufgabe eintragen!
 
* Pflichtfelder