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BALK – Landesgruppe NRW / Herbsttagung 2007

Pflege auf dem Weg / Potenziale erkennen – Chancen nutzen

Die Herbsttagung des Landesgruppe NRW fand am 25. Oktober 2007 in Dortmund statt. Die Monate zwischen der Frühjahrstagung der BALK Landesgruppe NRW und der Herbsttagung waren aus berufspolitischer Sicht so bewegend, dass die sich anbietende Themenvielfalt nicht in einem Tag abzubilden wäre.

Pflegethermometer 2007, BQS-Auswertungen zum Thema Dekubitus sowie die vielfältigen Gesetzesinitiativen sind nur einige Beispiele der Themen, die das Pflegemanagement und die Berufspolitik nachhaltig beschäftigen werden. Der BALK Landesgruppenvorstand wird diese Themen in enger Abstimmung mit dem Bundesvorstand und dem Pflegerat inhaltlich begleiten und ggfs. Im Rahmen der anstehenden Frühjahrstagung 2008 aufgreifen. Die Herbsttagung setzte sich mit nicht weniger interesanten Themen des Pflegemanagements auseinander . Bedient wurden sowohl strategisch relevante Themen, als auch Themen, die den Arbeitsalltag aktuell tangieren. Unter dem Motto “Pflege auf dem Weg” behandelte die Tagung die Thematik der Herausforderungen eines älter werdenden Kollegiums, des Heilberufeausweises und des zentralen Beruferegisters, eines Projektberichtes zur adäquaten Abbildung pflegerischer Leistungen im DRG-System, der Methode einer Qualifizierungsbedarfsanalyse sowie der Darstellung der berufspolitischen Aktivitäten der vergangenen Monate. Als Referenten wurden Herr Mirko Sporket, Sozialwissenschaftler am Institut für Gerontologie der Universität Dortmund, Herr Andreas Westerfellhaus, Vizepräsident des Deutschen Pflegerates, Herr Dirk Hunstein, Leiter der Abteilung Pflegeforschung an den HSK Wiesbaden, sowie Frau Dr. Karin Scharfenorth von der BPC-Geselschaft für Forschung und Beratung und Frau Helena Wohlgemuth, Pflegedirektorin des Hellmig Krankenhauses Kamen gewonnen werden. Herr Risse komplettierte die Referentenliste mit einem berufspolitischen Statusbericht. Herr Sporket berichtete unter dem Thema “Ältere KollegInnen im Pflegeteam – Erfahrungspotenzial oder Belastung?” von der sog. Doppelten demographischen Falle für die Pflegefachkräfte in Deutschland. Eine Zunahme an hochbetagten/pflegebedürftigen Menschen geht einher mit der Abnahme pflegender Angehöriger und einer signifikanten Abnahme des Potenzials an jüngeren Pflegefachkräften. Dieser Logik folgend bedarf es einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Potenzial älterer KollegInnen in der Pflege. Um das vorhandene Potenzial und erfahrungsgesättigte Wissen der älteren Pflegekräfte nutzbar zu machen und ein Weiterarbeiten auch bis ins höhere Erwerbsalter zu ermöglichen, müssen die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessert werden.

Zur Belastung werden ältere Pflegekräfte nur, wenn die belastenden Arbeitsbedingungen nicht verändert werden. Herr Westerfelhaus, der die Interessen des Deutschen Pflegerates in den Gremien vertritt, die sich mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte beschäftigen, erläuterte in einem sehr engagierten Vortrag die bisherigen Erfolge der organisierten Pflege im Kontext der Implementierung der elektronischen Gesundheitskarte (EGK). Nachdem die Pflege zunächst überhaupt nicht in die Erarbeitung involviert wurde, hat die Intervention des DPR zu einem mittlerweile umkfassenden inhaltlichen Engagement der Pflege in den verschiedenen Projektgruppen geführt. Die Nutzung einer EGK ist inhaltlich verknüpft mit der Ausgabe eines Heilberufeausweises. Diese Verknüpfung bietet für die Fachpflege eine einmalige Chance, die es jetz zu ergreifen gilt. Die Ausgabe eines Heilberufeausweises ermöglicht erstmals die Registrierung aller Pflegefachkräfte in Deutschland – sie mündet in ein Gesundheitsberuferegister. Ein derartiges Beruferegister für Pflegende stellt verlässliche Daten der Struktur einer Berufsgruppe (Quantität, Qualität, Altersstruktur ...) zur Verfügung und liefert Daten für eine verlässliche Bedarfsplanung. Um diese Ziele zu erreichen sind noch viele Vorarbeiten in Ergänzung der bisherigen Arbeiten notwendig. Das enorme zeitliche und inhaltliche Engagement der erfolgreichen Einflussnahme durch den DPR und alen Voran durch Herrn Westerfellhaus honorierten die TeilnehmerInnen der Herbsttagung mit lang anhaltendem Applaus. Herr Hunstein berichtete über die Projektinitiative zur adäquaten Abbildung des Pflegeaufwandes im G-DRG-System durch Pflegeindikatoren. Dieses Projekt, welches durch den Deutschen Pflegerat initiiert wird, soll die Homogenität des Pflegeaufwandes im G-DRG-sytem überprüfen und Vorschläge zur Verbesserung der Kostenhomogenität entwickeln. Seine Theorie “Unzureichend abgebildet – unzureichend vergütet: Der Pflegeaufwand im DRG-System” untermauerte er mit dem Hinweis, dass die Datenlage, vor allen die nationale Datenlage, zur Versorgungsqualität pflegerischer Leistung völlig unzureichend ist. Logischerweise ist die Abbildung von Pflegeleistungen im G-DRG-System nicht ausreichend. Die Projektinitiative des DPR versucht diese Lücke zu schliessen. Die ersten umfangreichen Vorarbeiten des Projektes laufen auf Hochtouren und einige sind bereits abgeschlossen. Die Vision der Projektträger lautet: “Ein pflegerischer Minimaldatensatz wird in allen Kliniken nach einheitlichem Codierschlüssel erhoben. Dieser Datensatz enthält Informationen zur Pflegebedürftigkeit und zum Leistungsgeschehen.” Frau Dr. Scharfenorth und Frau Wohlgemuth stellten ein Praxisprojekt zur Qualifizierungsbedarfsanalyse (QBA) in Einrichtungen des Gesundheitswesens vor. Hierbei handelt es sich um ein Instrument zur systematischen Personalentwicklung.


Das Projekt wurde etabliert im Rahmen der NRW-Initiative “Kompetenznetz Krankenhäuser”. Die Beschäftigten ermitteln die Teambedarfe der Qualifizierung in Abstimmung mit Zielen ihrer Einrichtungen und den damit einhergehenden Veränderungsanforderungen. Die Nutzung von Qualifizierungsbedarfsanalysen ermöglicht die effizientere Steuerung von Fortbildungsbudgets durch präzisere Erhebung handlungsrelevanter Bedarfe und die Gestaltung praxisbezogener Qualifizierung. Die Innovationsfähigkeit komplexer Organisationen bedarf einer wachsenden Selbstorganisationskompetenz der Beschäftigten. Die eigenständige Analyse von Bildungsbedarfen stärkt die Selbstverantwortung und Organisationskompetenz von Teams. Gemeinsames Lernen im Verbund beschleunigt Lernprozesse und spart Qualifizierungskosten. Unter Beachtung dieser Prämissen wurde in der Hellmig Krankenhaus gGmbH Kamen eine solche QBA erfolgreich durchgeführt. Die Selbstbewertung des Qualifizierungsbedarfes durch die Mitarbeiter der verschiedenen Abteilungen führte zu den gewünschten Erfolgen.Herr Risse stellte im abschliessenden Vortrag des Tages die berufspolitische Arbeit des BALK Landesgruppe NRW und des Pflegerates NRW vor. Die Darstellung umfasste folgende Themengebiete:

  • Krankenhausgestaltungsgesetz NRW
  • Hochschulmedizingesetz NRW
  • Weiterbildungsordnung NRW
  • Landesberichterstattung Pflege / Enquete-Kommission
  • Akademisierung der Pflegeausbildung
  • Landesheimgesetz
  • Berufsordnung / Pflegekammer
  • Expertengruppe Integrationshelfer
  • Illegale Beschäftigung in der Pflege
  • Altenpflegehilfeausbildung
  • KTQ

Die Vielzahl der Themengebiete lassen ahnen, in welch entscheidender Phase sich die berufspolitische Entwicklung der Pflege derzeit befindet. Diese Arbeit erfordert das Engagement aller Verantwortungsträger auf allen möglichen und unmöglichen Ebenen der Gesundheitspolitik. Herr Risse beendete die Herbsttagung mit dem Dank an die zahlreichen Teilnehmer der Veranstaltung und dem damit verbundenen Wunsch auf ein Wiedersehen zur Frühjahrstagung der BALK - Landesgruppe NRW. Nähere Informationen und Vortragsmitschriften zu allen beschriebenen Vorträgen kann der Interessierte Leser unter unserer Homepage http://www.balk-nrw.de/ abrufen. Ebenso stehen die Vorstandsmitglieder der Landesgruppe NRW gerne für Rückfragen zur Verfügung. 


BALK – Landesgruppe NRW / Informationen aus dem Land NRW
Projektinitiative des Deutschen Pflegerates

BALK Landesgruppe NRW ruft ihre Mitglieder auf, sich aktiv an dem Projekt des Deutschen Pflegerates zur adäquaten Abbildung des Pflegeaufwandes im G-DRG-System zu beteilgen. Dieses aus berufspolitischer Sicht belementare und wegweisende Forschungsprojekt erfordert eine Selbstbetiligung der teilnehmenden Kliniken von 1.000,00 Euro.
Um wissenschaftlich valide Aussagen treffen zu können, bedarf es einer größtmöglichen zahl an Projektkliniken. Wir weisen an dieser Stelle gerne darauf hin, dass der Aufwand für die Erstellung der benötigten Daten sehr begrenzt ist. Weitere Informationen sind direkt beim Deutschen Pflegerat einzuholen.
Bitte nehmen sie (An)teil an diesem Projekt.


Termine 2008 der BALK Landesgruppe NRW – Vorankündigung
21.02.2008 Workshop zum Thema “Kurzliegerstation” in Dorsten
17.04.2008 BALK Frühjahrstagung mit anschließender Mitgliederversammlung in Dortmund
12.06.2008 2. BALK Pflegetag zum Thema “Risikomanagement” in Mühlheim

G.M.
Pflege und Management 12/2007 Seite: 44

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