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Selbstverwaltung

Zeit zum Umdenken

In nie dagewesener Übereinstimmung haben sich alle Pflegeverbände des Deutschen Pflegerates (DPR) im Januar 2009 für die rasche Einrichtung einer eigenen Kammer ausgesprochen. Mit dieser Botschaft wendet sich der DPR ge- und verstärkt an die Politik und Selbstverwaltungspartner im Gesundheitswesen, denn bislang wird dieses Recht den beruflich Pflegenden versagt.

Vor dem Hintergrund, dass die deutsche Gesundheitspolitik geprägt ist vom Prinzip der Selbstverwaltung, drängt sich die Frage auf, warum die Profession Pflege seit Jahrzehnten eine Kammer fordert, aber der Zugang nicht regelbar scheint und verwehrt wird. Angesichts der demografischen Entwicklung und den damit verbundenen Aufgaben der pflegerischen Versorgung unserer Bevölkerung sowie des Einsatzwillens der beruflich Pflegenden im Gesundheitswesen erscheint dies paradox. Der Kieler Jurist Gerhard Igl hat in seinem vom DPR in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten sogar belegt, dass es keinerlei verfassungsrechtliche Bedenken gibt, die gegen eine Pflegekammer sprechen. Ergebnis ist eine Zusammenstellung belastbarer und wirkungsvoller Argumente, die künftig Gültigkeit haben und zur Akzeptanz beitragen können.

Patienten und Bewohner als Verbraucher von Dienstleistungen in Gesundheitseinrichtungen erwarten auch bei knappen Ressourcen eine optimale pflegerische Versorgung. Der Faktor Pflege wird aber im Verteilungskampf der derzeitigen und selbstverständlich gewordenen Verhandlungspartner – Trägerverbände, Ärztekammern und Kostenträger – nicht immer ausreichend berücksichtigt. Der Erfolg von modernen Gesundheitseinrichtungen ist aber nur durch motivierte und dadurch leistungsfähige Pflegende möglich, die dann mit ihrer Arbeitsqualität zur Zufriedenheit der Leistungsempfänger elementar beitragen. Dieses neue gemeinsame Plädoyer des DPR für eine Pflegekammer auf Grundlage der Forderung von 1,2 Millionen Pflegenden macht große Hoffnung: Die Chancen hierfür stehen günstig im Superwahljahr 2009. Für die gemeinsame Fortführung der neuen Offensive wünsche ich uns allen guten Mut.

kma Pflege 03/2009 Seite: 003-003

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