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kma_201003
kma Pflege 03/2010

Vorschau

Pflege-DRG

Her mit den Zahlen!

Die Pflege sei eine Herzensangelegenheit, deshalb hätten Zahlen hier nichts zu suchen. Diese Auffassung ist verbreitet, aber falsch. Man denke nur an die Pflegepersonal-Regelung (PPR), mit der die Pflegeverbände Anfang der 90er Jahre einen fixen Zeitaufwand für die verschiedenen Tätigkeiten am Patienten festsetzte. Die PPR ist zwar später wieder aus dem Krankenhausfinanzierungsgesetz gestrichen worden. Doch die Pflege ist hartnäckig geblieben: Als das Institut für Entgeltkalkulation im Krankenhaus, das Inek, vor gut acht Jahren begann, die Fallpauschalen zu entwickeln, hat der Deutsche Pflegerat von Anfang an auf Pflege-DRGs gepocht. Nun ist dieses Ziel nahe: Seit Anfang dieses Jahres gibt es Pflegekomplexmaßnahmen (Pkms) für hochaufwendige Patienten auf Normalstationen, mit denen das Inek in der nächsten Zeit die entsprechenden Komplexpauschalen kalkulieren wird.

Das ist ein enormer Erfolg. Wichtig ist aber, dass nun alle Pflegekräfte an einem Strang ziehen und die Dokumentation der Pflegeleistungen an hochaufwendigen Patienten präzise dokumentieren. Die Kodierhinweise mögen auf den ersten Blick abschreckend wirken. Doch wer sich mit ihnen auseinandersetzt, merkt schnell, dass sich viele Dokumentationsschritte – am besten mit Hilfe einer intelligenten IT – gut standardisieren lassen. An der Dokumentation sollte es nicht scheitern, dass nun endlich auch die besonderen Leistungen der Pflege Eingang ins DRG-System finden. Dass Zahlen und wirtschaftliche Aspekte für die Pflege immer wichtiger werden, spiegelt sich auch in der neuen Gestaltung der kma Pflege: Die Redaktion hat das Layout dem Mutterheft, der kma, angepasst – und ebenso den Untertitel. Auch unter kma Pflege steht jetzt: Das Gesundheitswirtschaftsmagazin. Diese Änderung bringt zum Ausdruck, dass die Branche ökonomische Fragen berufsübergreifend betrachtet und etwa im Krankenhaus zusammenrückt mit den anderen Berufsgruppen – mit den Controllern, den Ärzten und den Kaufleuten. Dies geschieht nicht aus Zahlenverliebtheit, sondern in dem Wissen, dass nur die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen eine Zukunft haben, in denen der Blick auf Zahlen und eine saubere Dokumentation Routine sind.

Kirsten Gaede
Redaktionsleitung
kma Pflege 03/2010 Seite: 003-003
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