Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) tut es in unverschämter Offenheit, andere ein wenig subtiler im Namen der Pflege und alten Menschen – wie der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Wilhelm Schmidt. „Eine Geringschätzung der Pflege“ sah er in dem Vorschlag, Betreuungskräfte für Demenzkranke teilweise aus dem Pool der Langzeitarbeitslosen zu rekrutieren, nun würden Hilfskräfte nach einem Kurzlehrgang „auf Menschen losgelassen“.
Jetzt zeigt sich, dass es unter den vielen Arbeitslosen doch sehr fähige Menschen gibt, die motiviert und sensibel sind und ein gutes Verhältnis zu Demenzkranken finden. Warum auch nicht? Viele Langzeitarbeitslose haben jahrzehntelang als Mechaniker, Wirtschaftsprüfer, Maler oder Mediengestalter gearbeitet. Sie sind Leitungsanforderungen gewohnt. Jetzt im Pflegeheim müssen sie außerdem beweisen, dass sie sich in eine komplett neue Arbeitssituation fügen können, eine Situation, die sie sich ursprünglich nie gewünscht haben.
Wer dies schafft, verdient Respekt. Und: Er ist eine Bereicherung für jeden Betrieb. Weil er frischen Wind reinbringt, im besten Fall nicht nur anregend auf Bewohner wirkt, sondern auch auf Mitarbeiter. Selbst wenn ihm die Pflege fremd ist und er keine pflegerischen Aufgaben übernehmen darf: Es könnte sein, dass ihm, dem Fremdling, manches auffällt, das sich besser organisieren ließe. Vielleicht auch nicht, es mag auch gar nicht immer erwünscht sein. Ganz sicher aber zeigen sie all den Westerwelles und Schmidts – besser als Hunderte sozio-moralische Pamphlete –, dass längst nicht alle Langzeitarbeitslosen nur Bier, Fernsehen und Spielkonsole im Kopf haben.
Inhaltsverzeichnis
Ausgabe

kma Pflege 03/2010
Editorial
Pflege-DRG
Her mit den Zahlen!Seite: 3
Namen & Nachrichten
Politik
Unternehmen & Märkte
Renafan
Der DraufgängerSeite: 20
Spezial
Raumaustattung
Mit persönlicher NoteSeite: 24Spülmaschinen
Sparsame KeimkillerSeite: 26
Management
Technologie
Mobiler Notruf
Rettung per KnopfdruckSeite: 34
Beruf & Karriere
BALK Intern
Erfahrungsaustausch
Besuch aus TaiwanSeite: 44
Blick in die Wirtschaft
Kommentar
Vorschau
Langzeitarbeitslose
Gegen alle Vorurteile
Jeder weiß, wie schnell es geht, arbeitslos zu werden. Viele fürchten, arbeitslos zu werden. Trotzdem neigen Werktätige dazu, auf Arbeitslose herabzublicken, auf jene, die das erlebt haben, was sie selbst fürchten.
Kirsten Gaede
Redaktionsleitung
Redaktionsleitung
kma Pflege 03/2010 Seite: 050-050









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