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Vorschau

Vorständekonferenz

Marketing für die Pflege geplant

Doris Werdelmann, Vorsitzende der Landesgruppe Bremen-Niedersachsen, hat sich im Rahmen der Frühjahrsvorstände­konferenz des Verbandes BALK im März 2010 in Regensburg aus diesem Kreis als Landesgruppenvorsitzende verabschiedet.

Der Vorsitzende Peter Bechtel dankte Frau Werdelmann für ihr 15-jähriges Engagement für das Pflegemanagement und würdigte sie insbesondere für die vertrauensvolle, kompetente, zuverlässige und nachhaltige Zusammenarbeit. Die Landesvorsitzenden begrüßten sehr den Wunsch des Vorstands, bei der diesjährigen Mitgliederversammlung Doris Werdelmann als Ehrenmitglied des Verbandes BALK auszuzeichnen.

Das Image stärken

Die Vorsitzenden des Verbandes BALK setzten sich in dieser Konferenz schwerpunktmäßig mit den Auswirkungen des Koalitionsvertrages der Bundesregierung und den damit verbundenen Anforderungen auseinander. Besonders drastisch erscheint die besorgniserregende Entwicklung, die infrage stellt, ob künftig noch eine pflegerische Versorgung in der Bevölkerung gewährleistet werden kann. Strategie und Einigkeit bestand nach intensiver Analyse darin, dass die Bundesregierung mit dem Koalitionsvertrag mehr denn je von den beruflich Pflegenden erzwingt, sich eindeutig als Marke Pflege auf dem Markt zu positionieren. Die Vorsitzenden haben das Thema aufgegriffen und wollen nun mit dem richtigen Marketing das gewünschte Image für die Pflege schaffen. Dafür werden jetzt Informationen über pflegerische Handlungsfelder, Berufsbilder und Ausbildungsgänge aufbereitet und in einem Gesamtkonzept gebündelt. Hierzu wird es in den kommenden Monaten von allen Beteiligten Lösungsvorschläge geben, die gemeinsam getragen werden und dann mit einem strategischen Veränderungsmanagement die Pflege auf allen Ebenen in unserem Gesundheitssystem stärken könnten.

Die über 50-Jährigen in der Pflege halten

Das Fortbildungsthema „Wohlbehalten älter werden im Beruf: Erhaltung, Förderung und Wiederherstellung der Arbeitsbewältigungsfähigkeit in der Pflege“ wurde vorgestellt von Brigitta Gruber. Sie ist Arbeits- und Sozialpsychologin, Beraterin für betriebliche Gesundheitsförderung, gesundheitsfördernde Führung und Altersmanagement, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Geschäftsführende Gesellschafterin von Arbeitsleben KG. Der demografische Wandel sei doppelt im Gesundheitswesen angekommen, sagte sie: Einerseits finden sich mehr ältere und hochbetagte Patientinnen und Patienten auf den Stationen. Andererseits steigt der Altersdurchschnitt der Belegschaften in Gesundheitseinrichtungen stetig an. Wie in der Gesamtwirtschaft werden auch im Gesundheitswesen künftig mehr über 50-Jährige als unter 30-Jährige beschäftigt sein.

Schon heute ist in fünf EU-Mitgliedsländern nahezu die Hälfte des Krankenpflegepersonals über 45 Jahre alt (WHO Observatory Policy series von 2006, zitiert nach Grünbuch). Pflegekräfte so lange wie möglich im Beruf halten – dies wird über die Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens genauso mit entscheiden wie die Rekrutierung von ausreichend Berufseinsteigern. In beiden Fällen werden attraktive Arbeits- und Organisationsbedingungen der Häuser und eine Strategie zur Erhaltung und Förderung der Arbeitsbewältigungsfähigkeit des Personals durch die Führung eine Rolle spielen. In dem Fortbildungsteil wurden Interventionsmodelle und Beispiele vorgestellt, die zum Nachdenken, Umsetzen und zum Widerspruch anregen. Die Vorsitzenden verständigten sich daher, dieses komplexe Thema in der diesjährigen Informationsveranstaltungsreihe von allen Seiten darzustellen und zu beleuchten.



Infoveranstaltungen zu Beruf und Alter


Der Impuls dieser Veranstaltungsreihe „Beruf und Alter – Herausforderungen, Chancen und Möglichkeiten für Berufe in der Gesundheitswirtschaft“ wurde in der Vorständekonferenz gelegt. Ergänzend zu dem genannten Themenkomplex wird Brigitta Gruber bewährte Modelle aus Finnland vorstellen und verwenden. Detlef Friedrich, Geschäftsführer der Contec GmbH, wird mit folgenden Fragen und Ansätzen die Thematik betrachten: Kann man aus einer Jammerkultur heraus ein attraktives Personalmarketing aufbauen? Was hat McDonald‘s mit seiner letzten Personalmarketingkampagne richtig gemacht – was kann man lernen und was sollte man lieber nicht tun? Langfristig erfolgreich werden diejenigen Unternehmen sein, die im Rahmen des strategischen Personalmanagements ein langfristiges Personalmarketing verfolgen. Das aber fängt bei der eigenen Haltung an. Um eine Arbeitgebermarke aufzubauen, braucht man Führungskräfte als „Markenträger“.

Nur hierdurch können sich Unternehmen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft als attraktive Arbeitgeber am Markt etablieren – nach innen für Leitungskräfte intensiv erlebbar und für Außenstehende deutlich wahrnehmbar. Deshalb umfasst Personalmarketing alle Maßnahmen, durch die eine Organisation Führungspersonal und Fachkräfte anspricht, gewinnt und langfristig bindet. Das muss differenziert geschehen, denn „Babyboomer“ brauchen andere Strategien als die „Generation X“ und die „Generation Y“.
Die Gesundheitseinrichtungen sind somit in der Pflicht, der Gesundheit und Motivation ihrer Mitarbeiter eine höhere Bedeutung zukommen zu lassen. Zusätzlich müssen die spezifischen Ressourcen älterer Mitarbeiter anerkannt und genutzt werden, denn die Verknüpfung von Alters- und Lebenserfahrung, zeitlicher Flexibilität und ausgeprägten kommunikativen Fähigkeiten mit den entsprechenden Qualifizierungsoptionen sind nicht zu vernachlässigen. Gesunde, motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter sind für Pflegeeinrichtungen die wichtigste Ressource – in jeder Altersstufe.

Weitere Informationen: www.balkev.de

Sabine Girts
kma Pflege 06/2010 Seite: 044-045

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