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Verbandsarbeit

In der Kürze liegt die Würze

Wie lässt sich der Fachkräftemangel beheben? Mit einer Greencard, lautet die Antwort des Arbeitgeberverbandes Pflege. Beliebt gemacht hat sich der Verband damit nicht. Aber die Botschaft ist knapp, klar und mediengerecht formuliert. Dem Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) gelingt genau dies nicht.

Er giftet in einer Pressemitteilung gegen den Vorschlag: „Hier fordern ausgerechnet diejenigen einen neuen politischen Schnellschuss, die den Fachkräftemangel in der Pflege mitzuverantworten haben.“ Die Kritik mag berechtigt sein oder nicht – das Traurige an der Stellungnahme ist, dass sie keinen konkreten Vorschlag oder Gegenentwurf enthält, noch nicht einmal Zahlen finden sich in dem Text. So weckt man keine Aufmerksamkeit. Das Reden über „unattraktive Rahmenbedingungen und geringe Wertschätzung“ ist berechtigt, lockt aber weder Politiker noch Journalisten hinterm Ofen hervor. Dass er auch anders kann, hat der DBfK Anfang letzten Jahres bewiesen, als er es auf die Titelseite des Berliner „Tagesspiegels“ schaffte mit seiner Online-Befragung unter Pflegekräften zur Situation der Krankenhäuser.

Auch der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) hat sich zum Fachkräftemangel geäußert. Auf einer Pressekonferenz haben VDAB-Experten haargenau erläutert, woher der Mangel rührt, wie groß er ist, welche Faktoren die Pflegelücke vergrößern, welche Faktoren sie verringern und wodurch das Arbeitskräfteangebot bestimmt wird. Der Verband hat detailliert die Zusammenhänge erklärt und auch viele hilfreiche Zahlen genannt. Er hat – anders als der DBfK – reichlich Stoff geliefert. Leider fehlte die klare Botschaft. Sie ließ sich in der Informationsflut nicht destillieren. Das ist schade, denn mindestens eine Forderung des Verbandes ließe sich sehr gut einbringen in die momentane politische Diskussion. Der VDAB möchte, dass die Politik Betreuungsangebote für Kinder fördert und erweitert, damit es besonders für die vielen allein erziehenden Frauen leichter wird, in der Pflege zu arbeiten. Mit dieser Botschaft - und allein mit dieser Botschaft – sollte der Verband an die Öffentlichkeit gehen. Vielleicht könnte er sogar Familienministerin Kristina Schröder für einen gemeinsamen Auftritt gewinnen. Kurz und knapp, das wirkt – der Arbeitsgeberverband Pflege hat es vorgemacht.

Kirsten Gaede
Redaktionsleitung
kma Pflege 06/2010 Seite: 050-050

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