Künftig sollten private Krankenversicherer (PKV) für neue Arzneimittel die gleichen Preise zahlen wie gesetzliche Krankenkassen, berichtet, die "Financial Times Deutschland" (Montag). Dies hätten die Gesundheitspolitiker der Koalition am Sonntag beschlossen. Zudem wolle die Union im Zuge der Gesundheitsreform durchsetzen, dass gesetzliche und private Versicherer stärker kooperieren. Sie sollen gemeinsame Geschäftsstellen unterhalten sowie Leistungen für Versicherte zu den gleichen Konditionen einkaufen können.
Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, sagte der "FTD", viele Versicherte wünschten sich "Angebote aus einer Hand, beim Vertrieb ebenso wie bei der Abrechnung des Krankenhausaufenthalts".
Konkret beschlossen die Fachleute von CDU, CSU und FDP dem Bericht zufolge, das "Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts" in einem wichtigen Punkt zu ändern. So sollten Preise für neue Medikamente, die künftig der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen mit den Herstellern aushandelt, auch für private Versicherer gelten. Bisher zahlen die Privatversicherer weit höhere Preise für Arzneimittel als gesetzliche Kassen (GKV), da sie von den staatlichen Preisregeln für Medikamente ausgeschlossen sind. Die Entscheidung dürfte daher die Gewinnaussichten der Pharmahersteller verschlechtern.
06.09.2010 - Politik
Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts
Krankenversicherer sollen für Arzneien nur noch Kassenpreise zahlen
Union und FDP wollen die Jahrzehnte alte Trennung zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung laut einem Pressebericht aufbrechen.


