Die Stipendien sind mit jeweils bis zu 80.000 € jährlich dotiert und erlauben für zwei Jahre die Freistellung der Stipendiaten von der Krankenversorgung zur Durchführung eines Forschungsprojekts. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung ist der patienten-orientierten Forschung besonders verpflichtet. Dem entsprechend zeichnen sich die geförderten Wissenschaftler durch bedeutende, viel zitierte Beiträge auf dem eigenen Forschungsgebiet, ein hohes wissenschaftliche Potential sowie außerordentliche Relevanz und Originalität ihrer geplanten Projekte aus.
"Junge Ärzte, die eine Ausbildung zum Facharzt absolvieren und gleichzeitig als Grundlage einer akademischen Karriere ihr eigenes Forschungsgebiet aufbauen, sind die Leistungsträger der universitären Medizin", sagt Susanne Schultz-Hector, Vorstand der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Julia Seiderer-Nack, Medizinische Klinik II des Klinikums der LMU München, Großhadern, befasst sich mit genetischen Grundlagen entzündlicher Darmerkrankungen. Sie untersucht die besondere Rolle eines bestimmten Zelltyps in der Darmwand, der Panethzellen. Dieser Zelltyp spielt eine Schlüsselrolle in der lokalen Abwehr und ist vermutlich zentral an der Entstehung entzündlicher Darmerkrankungen beteiligt. Jens Meier von der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt untersucht, wie Wundheilung und Organregeneration bei großen chirurgischen Eingriffen durch eine im Vergleich zur gängigen klinischen Praxis reduzierte beziehungsweise zeitlich variierte Flüssigkeitszufuhr verbessert werden können. Andrea Kühn von der Neurologischen Klinik der Charité in Berlin ist Expertin für neurologische Bewegungsstörungen.
Mit Ihrer Arbeitsgruppe erforscht sie Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten einer innovativen Therapie, der tiefen Hirnstimulation. Dabei werden neurochirurgisch Elektroden implantiert, um anschließend bestimmte, für motorische Abläufe zuständige, Areale über einen Hirnschrittmacher zu stimulieren. Daniel Hartmann hat Studium und Promotion gerade erst abgeschlossen, doch schon aus der Promotion sind hochrangige Publikationen entstanden. Noch vor Beginn seiner klinischen Ausbildung zum Chirurgen an der TU München wird Daniel Hartmann die molekulare Entstehungsgeschichte von Leberzellkarzinomen im Labor des Leibniz-Preisträgers und Leiters der Max-Planck-Forschungsgruppe Stammzellalterung Ulm, Prof. Karl Lenhard Rudolph, erforschen. Franz-Josef Müller wird an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Kiel aus Haarproben von Parkinson- und Schizophrenie-Patienten Stammzelllinien erzeugen und mithilfe komplexer genomanalytischer Techniken erstmals systematisch klassifizieren. Die bioinformatischen Methoden hat er selbst am Scripps Research Institute, La Jolla, USA, erlernt und weiterentwickelt. Das Projekt könnte innovative Wege zur Behandlung neurologischer bzw. psychiatrischer Erkrankungen eröffnen.

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Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung hat fünf Else Kröner Memorial Stipendien an besonders talentierte junge Ärzte mit herausragenden Forschungsleistungen vergeben
E.B./G.M.









