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Einfluss

Frauen in Forschung und Wissenschaft in Deutschland immer noch unterrepräsentiert

Die Verleihung des Medizinnobelpreises 2008 an Francoise Barré-Sinoussi für die Isolierung des HI-Virus war eine längst überfällige Anerkennung der bedeutenden Rolle, die Frauen in der Forschung und Behandlung von HIV/AIDS in Europa spielen. Anders als im Nachbarland Frankreich sind Frauen in Deutschland auch 20 Jahre nach Beginn der Epidemie nur selten in der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vertreten.
Um auf diesen Missstand hinzuweisen, hat die Arbeitsgruppe Aerztinnen und AIDS (3A)zum zweiten Mal eine Studie zur Beteiligung von Frauen an wissenschaftlichen Veranstaltungen im HIV-Bereich durchgeführt. Der daraus resultierende 3A Monitor zeigt eine ernüchternde Realität: Bei 52 deutschlandweit dokumentierten Veranstaltungen im Jahr 2008 mit insgesamt über 727 Referenten beträgt der Frauenanteil lediglich 20%.

Die Ergebnisse des 3A Monitors überraschen auch im Detail. So fanden im Jahr 2008 21% der Veranstaltungen ganz ohne eine Beteiligung von Frauen statt. Rechnet man diese Veranstaltungen zu denen, die jeweils nur eine einzige Frau im Programm hatten, so sind mindestens 66% aller Veranstaltungen aus genderspezifischer Sicht inakzeptabel.

"Diese geringe Frauenbeteiligung wird dem Stellenwert von Ärztinnen in Klinik und Forschung nicht gerecht. Wir fordern eine stärkere Beteiligung von Frauen an der Meinungsbildung im HIV-Bereich", so Dr. Annette Haberl, Sprecherin der Arbeitsgruppe. Auf der Welt-AIDS-Konferenz in Mexico City hat UNAIDS darauf hingewiesen, dass gerade in Ländern wie Deutschland, in denen relativ wenige HIV-positive Frauen leben, deren besondere Bedürfnisse nicht ausreichend berücksichtigt werden. Die Forschungsschwerpunkte werden daher überwiegend von Männern gesetzt. Der Einfluss der wenigen weiblichen Opnion Leader ist gering.

"Die Unterrepräsentanz weiblicher Expertinnen auf den Podien wissenschaftlicher Veranstaltungen in Deutschland ist auch ein klarer Bruch der Selbstverpflichtung der öffentlichen und privaten Sponsoren solcher Veranstaltungen, sich aktiv für eine Gleichstellung von Frauen zu engagieren", kritisiert Dr. Haberl.

E.B./G.M.

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