"Beide Entwicklungen erfordern ein konsequentes Umdenken und eine neue Kultur des Personalmanagements im Krankenhaus", betonte Dr. Magdalena Benemann, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Marburger Bundes, auf einem Workshop zur MB-Kampagne "Für ein familienfreundliches Krankenhaus" in Hamburg. "Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind wichtige Faktoren, um den Arztberuf für Frauen und Männer attraktiver zu gestalten und werden zum Erfolgsfaktor für Krankenhäuser. Profitieren werden davon alle – Arbeitgeber und Mitarbeiter, vor allem aber die Patienten", so Benemann.
Zahlreiche Krankenhäuser haben sich von dieser Idee bereits überzeugen lassen und nehmen an der Kampagne des Marburger Bundes teil. Die Ärztegewerkschaft möchte mit ihrem Engagement darauf aufmerksam machen, dass die Implementierung familienfreundlicher Strukturen zwingend notwendig ist, um dem drohenden Ärztemangel entgegen zu wirken. Denn schon jetzt ist absehbar, dass eine beispiellose Ruhestandswelle auf die Ärzteschaft zurollt und ärztlicher Nachwuchs in ausreichender Zahl fehlt.
Zentrales Element der Marburger Bund-Kampagne ist die Schaffung eines Netzwerkes von Krankenhäusern, die sich ausdrücklich zur Familienfreundlichkeit bekennen. Die Kliniken werden durch Informationen, Veranstaltungen und spezielle Workshops fit gemacht für die Einführung familienfreundlicher Strukturen. In Hamburg tauschten die Akteure bei einem Workshop ihre Erfahrungen aus und erarbeiteten gemeinsam Lösungsansätze. "Krankenhäuser sind familienfreundlich, wenn sie passgenaue Angebote zur Kinderbetreuung machen, tarifkonforme oder flexible Arbeitszeiten gestalten und einen zügigen Wiedereinstieg nach der Elternzeit fördern", so ein Teilnehmer des Hamburger Workshops.

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2008 waren bereits 60 Prozent der Medizinstudenten Frauen und der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der Ärzte lag bei 42 Prozent – Tendenz steigend.
E.B./G.M.
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