Siewert-Nachfolge offenbar geregelt

Guido Adler will Chef in Uniklinik Heidelberg werden

Der bisherige Vorstandvorsitzende der Uniklinik Mainz, Guido Adler (65), wird voraussichtlich neuer Chef der Uniklinik Heidelberg.
Das melden mehrere Zeitungen. Die "Stuttgarter Zeitung" zitierte den gebürtigen Heidelberger mit den Worten, sein Wechsel habe "rein persönliche Gründe". Am kommenden Montag stellt sich Adler einer Anhörung der Ärztlichen Direktoren in Heidelberg, danach soll der Aufsichtsrat des Heidelberger Klinikums über die Berufung entscheiden. Arbeitsbeginn von Adler in Heidelberg soll der 16. Juni 2012 sein.

Mehrere Kandidaten sagten offenbar ab
Der Vorstandsposten in Heidelberg war im November 2011 frei geworden, weil Heidelbergs Klinikchef Rüdiger Siewert an die Uniklinik Freiburg wechselte. Zuvor soll es laut "Stuttgarter Zeitung" zu Differenzen zwischen Siewert und Heidelberger Chefärzten über die Klinikreform der damaligen CDU/FDP-Regierung gekommen sein. Eine Findungskommission der Uniklinik war offenbar mit mehreren möglichen Nachfolgern in engem Kontakt. Laut "Stuttgarter Zeitung" sind zwei jüngere Kandidaten kurzfristig abgesprungen und Otmar Wiestler, Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg (DKFZ), habe ebenfalls abgelehnt.

Kenner der Universitätsmedizin
Adler ist ein Kenner der Universitätsmedizin. Er ist seit Oktober 2010 Vorstandsvorsitzender in Mainz. Zuvor leitete er an der Uniklinik Ulm die Klinik für Innere Medizin und war dort stellvertretender Ärztlicher Direktor. Sein Vertrag in Mainz wäre eigentlich über fünf Jahre gelaufen. Die "Allgemeine Zeitung" berichtet zu dem Fall: "In jüngster Vergangenheit hatte es massive Beschwerden von Klinikleitern und Patienten am Klinikvorstand wegen des Personalmanagements gegeben." Die rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Doris Ahnen, die auch Aufsichtsratschefin der Uniklinik Mainz ist, betonte gegenüber der Zeitung, die Entscheidung stehe "in keinerlei Zusammenhang mit der aktuell in der Mainzer Presse diskutierten Situation der Universitätsmedizin Mainz."

kma/Stuttgarter Zeitung/Allgemeine Zeitung