Keime an Leipziger Uniklinik

Staatsanwaltschaft schaltet sich ein

Nach dem gehäuften Auftreten eines gefährlichen, multiresistenten Keims am Universitätsklinikum Leipzig hat sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

"Wir prüfen von Amts wegen, ob es einen strafrechtlich relevanten Anfangsverdacht gibt", sagte Sprecher Ricardo Schulz in Leipzig und bestätigte einen Bericht der "Leipziger Volkszeitung". Die Behörde prüfe insbesondere, ob in der Klinik alle Sorgfaltspflichten und Hygienevorschriften eingehalten wurden. Konkrete Hinweise auf strafrechtlich relevante Verstöße gebe es bislang nicht, sagte Schulz. Es könne auch sein, dass die Vorermittlungen nichts ergäben.

An der Universitätsklinik hatte es seit 2010 zahlreiche bakterielle Infektionen gegeben. Insgesamt steckten sich 58 Menschen mit dem Keim KPC (Klebsiella pneumoniae), der gegen viele Antibiotika resistent ist. Einige Patienten starben, aber es ist unklar, ob der Keim oder ihre anderen schweren Krankheiten zum Tod führten. Bislang ist es nicht gelungen, die Kette der Infektionen an der Klinik zu unterbrechen.

dpa