VKD

„DRG-System benachteiligt kleine Kliniken”

Der Verband der Krankenhausdirektoren in Deutschland (VKD) präsentiert die Ergebnisse einer Umfrage und moniert, dass die Fallpauschalen kleine Häuser benachteiligen.

"Behauptungen mancher Gesundheitspolitiker, wonach es den Kliniken überaus gut gehe, lassen sich durch Zahlen und Fakten nicht mehr belegen", erklärt der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Josef Düllings. Eine Umfrage unter 1.800 Mitgliedern seines Verbandes belege das jetzt deutlich: Danach sind vor allem die allgemeinen Krankenhäuser, die bis zu 250 Betten vorhalten, zu 57 Prozent gefährdet. Diese Häuser machen mehr als die Hälfte der Krankenhäuser insgesamt aus.

Umfrage mit 30 Prozent Rücklauf
Laut der VKD-Umfrage haben 43 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser das Jahr 2011 mit einem Defizit abgeschlossen, der Anteil bei den Allgemeinkrankenhäusern unter 250 Betten lag bei 57 Prozent. Der VKD hatte im April dieses Jahres seine Mitglieder online befragt, mit der Bitte um eine verlässliche Einschätzung zur Lage der Kliniken. Die vollständigen Ergebnisse sind auf Anfrage beim Verband erhältlich. Von den bundesweit 1.822 angeschriebenen Klinikmanagern antworteten 547. "Die Politik schätzt die Situation der Krankenhäuser in Deutschland also überwiegend falsch ein", resümiert der Verband. Vergessen werde oft, dass Investitions- und Betriebskostenfinanzierung, wie es für die Unternehmenstätigkeit notwendig ist, als eine Einheit zu betrachten sind, so Düllings.

Deutliche Kritik am DRG-System
Ursachen für die Defizite seien vor allem die jüngsten Erlöskürzungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Doch auch die Kalkulation der Fallpauschalen kritisiert der Verband scharf. Grundlage für die Berechnung ist ein Durchschnittskrankenhaus mit 401 Betten und 17.938 behandelten Fällen jährlich. "Ein falscher Ansatz, da ein Durchschnittskrankenhaus laut Statistischem Bundesamt über lediglich 263 Betten verfügt und 9.946 stationäre Patienten im Jahr behandelt", so der VKD. Eine Refinanzierung gelinge größeren Häusern mit mehr Patienten besser als kleinen mit geringeren Fallzahlen, die in der Kalkulation aber unterrepräsentiert sind. Durch diese Berechnungsgrundlage entstehe eine systembedingte Unterfinanzierung der kleineren Häuser, moniert der VKD.

Nächste Umfrage im Herbst
Der Verband kündigte an, die Umfrage im Herbst 2012 zu wiederholen. Dann sind die Entgeltverhandlungen 2012 abgeschlossen und die Tarifwirkungen für Krankenhäuser in nicht-öffentlicher Trägerschaft dürften feststehen.

mau