Die Gesundheitsdaten von mehr als 1020 Versicherten gesetzlicher Krankenkassen mit Wohnsitz im Airport-Einzugsbereich waren mit Informationen wie Umgebungslärm verglichen worden. Vor allem Nachtfluglärm setzt demnach den Anwohnern zu. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen kritisierte die Studie als methodisch mangelhaft.
Das Umweltbundesamt erklärte unter Berufung auf weitere repräsentative Studien, dass rund ein Drittel der Bevölkerung über Fluglärm klagt. Hochgradig belästigt fühlten sich fünf Millionen Bürger. Die neue Untersuchung aus dem Kölner Raum zeige, dass die Klagen begründet seien, erklärte Studienleiter Eberhard Greiser vom UBA. "Für Herz- und Kreislauferkrankungen ist nachgewiesen: Im Vergleich zu Personen, die keinem Fluglärm ausgesetzt sind, steigt das Erkrankungsrisiko betroffener Personen mit zunehmender Fluglärmbelastung." Bei Frauen zeigte die Studie, dass die Erkrankungsrisiken für Depressionen "signifikant" erhöht waren.
Die Ergebnisse stehen der Mitteilung zufolge im Einklang mit mehreren Untersuchungen zu Fluglärm-Effekten in der Umgebung von europäischen Airports. Demnach treten fluglärmbedingt auch häufig höhere Blutdruckwerte auf. Es müsse mehr getan werden, um Bürger vor Lärm zu schützen, sagte Präsident Jochen Flasbarth. Der Flughafen Köln/Bonn habe freiwillige Schallschutzmaßnahmen getroffen, die Lärmrisiken zwar reduzierten, die gesundheitlichen Negativ-Wirkungen aber nicht vollständig verhindern könnten. Weitere Analysen sollten folgen.
Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen, forderte eine unabhängige Qualitätssicherung der Studie des Umweltbundesamtes. "Den Forschungsarbeiten von Herrn Prof. Greiser wurden in der Wissenschaft und vor Gericht gravierende methodische Mängel bescheinigt", sagte er. "Die Flughafenbetreiber nehmen das Thema Fluglärm sehr ernst. In den vergangenen Jahrzehnten haben die deutschen Flughäfen mehr als 470 Millionen Euro in Schallschutzprogramme investiert." In den kommenden Jahren werden es laut Beisel auf Grundlage des 2007 verabschiedeten Lärmschutzgesetzes noch einmal 400 bis 600 Millionen Euro sein.

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Fluglärm macht krank
Fluglärm erhöht einer Studie zufolge das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen - und bei Frauen auch für Depressionen. Das hat eine Untersuchung des Umweltbundesamtes (UBA) rund um den Flughafen Köln/Bonn ergeben, wie das Amt am Montag mitteilte.
dpa
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