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Studie

Rund 60.000 Sepsis-Tote bundesweit pro Jahr

Pro Jahr sterben in Deutschland rund 60.000 Menschen an einer Sepsis.
Foto: Maike Hesse, Georg Thieme Verlag

Sepsis sei wie ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall ein medizinischer Notfall, bei dem jede Stunde zähle, betonte der Intensivmediziner Konrad Reinhart am Mittwoch in Erfurt. Er leitet eine bundesweite Studie zur Früherkennung und Therapie der landläufig auch als Blutvergiftung bekannten Krankheit.

Die Erkrankung entstehe, wenn die körpereigenen Abwehrstoffe eine Infektion wie eine Lungen- oder Nierenbeckenentzündung nicht mehr beherrschten. Die Infektion erfasse den gesamten Körper und könne bis zum Organversagen führen, sagte Reinhart. Er steht dem weltweiten Zusammenschluss von Sepsis-Experten, der Global Sepsis Alliance, vor.

Rund ein Drittel der jährlich 150.000 Sepsis-Erkrankungen in Deutschland entwickelt sich nach Worten des Experten außerhalb von Krankenhäusern. Oftmals dauere es noch zu lange, bis eine Sepsis erkannt werde. Die unspezifischen Symptome wie Fieber, Atemnot oder niedriger Blutdruck machten eine Diagnose vor allem für unerfahrene Mediziner schwierig, sagte der Mediziner aus Jena.

"Unser Ziel ist es, dass alle Patienten möglichst in der ersten Stunde nach der Diagnosestellung mit Antibiotika und kreislaufunterstützenden Maßnahmen behandelt werden." Mit jeder gewonnenen Stunde könne die Sterblichkeit um acht Prozent gesenkt werden.

Die Studie, an der sich bundesweit 40 Krankenhäuser beteiligen, setzt auf Information, Weiterbildung und Training von Ärzten und Pflegekräften, um Verzögerungen bei der Behandlung zu vermeiden.

dpa