Arztmangel in Gesundheitsämtern

Amtsärzte fordern mehr Geld

Immer weniger Mediziner wollen von Kliniken in die Gesundheitsämter wechseln, weil die Stellen schlechter bezahlt sind.
Schon jetzt könnten viele Aufgaben wie Impfungen oder Hygienekontrollen nicht mehr wahrgenommen werden, kritisierte der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in Erfurt. In den bundesweit 400 Gesundheitsämtern sind den Angaben zufolge etwa 200 Arztstellen über einen längeren Zeitraum unbesetzt. Ärzte, die in den öffentlichen Gesundheitsdienst wechseln wollten, hätten erhebliche Gehaltseinbußen von bis zu 1000 Euro netto zu verkraften, sagte die Verbandsvorsitzende Ute Teichert-Barthel.

Ärzte in den Krankenhäusern fallen unter die Spartentarifverträge des Marburger Bundes, ihre Kollegen in den Gesundheitsämtern werden nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt. In den Gesundheitsämtern arbeiten nach Verbandsangaben etwa 3.000 Ärzte. Teichert-Barthel forderte die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände daher auf, in den seit zwei Jahren laufenden Tarifverhandlungen endlich ein "akzeptables Angebot" vorzulegen. "Sonst finden wir bald keinen mehr, der in die Gesundheitsämter kommt." Der Verband hat in Erfurt noch bis Samstag seinen jährlichen wissenschaftlichen Kongress.

dpa