Prostatakrebs

Bayer mit positiven Studiendaten für zwei Krebsmittel

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat für zwei Krebsmittel positive Studiendaten erzielt.
So habe Alpharadin das Gesamtüberleben bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs verbessert, teilte Bayer auf Basis von aktualisierten Daten einer abschließenden klinischen Studie (Phase III) mit. Die jetzt vorgestellten Daten zeigten, dass Alpharadin das Gesamtüberleben der Patienten um 44 Prozent verbessere. Dies bedeute im Vergleich zu Placebo eine Reduktion des Sterberisikos um 30,5 Prozent. Das Mittel sei die erste spezifisch auf Knochenmetastasen ausgerichtete Therapie bei Prostatakrebs, die eine signifikante Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit in einer abschließenden Studie zeige, hieß es in der Mitteilung. Knochenmetastasen seien eine der Hauptursachen für körperliche Behinderung und Tod bei Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom. Trotzdem seien bis jetzt wenige Fortschritte bei der Entwicklung von Medikamenten gemacht worden, die den Krebs gezielt bekämpfen, wenn er in die Knochen streue.

Phase III: Signifikante Verbesserung erzielt
Auch das Mittel Regorafenib habe laut ersten Ergebnissen einer Abschließenden klinischen Studie (Phase III) eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens - also ohne Fortschreiten der Krankheit - bei Patienten mit Gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) erzielt. Auch Daten verschiedener Patientengruppen zu dem Mittel bei streuendem Darmkrebs zeigten einen positiven Trend im Gesamtüberleben und im progressionsfreien Überleben in fast allen untersuchten Untergruppen. Im Durchschnitt überlebten laut Bayer die Patienten mit Regorafenib über einen Zeitraum von 4,8 Monaten ohne weiteres Fortschreiten der Krankheit, während die Zeit unter Placebo nur 0,9 Monate betrug. Zudem sei eine signifikante Verbesserung der Krankheitskontrolle erreicht worden. Dies wurde als teilweises Ansprechen auf die Therapie oder zumindest eine Stabilisierung des Zustands über mindestens 12 Wochen im Vergleich zu Placebo definiert.

Bayer hofft auf eine Milliarde Umsatz
Zusätzlich sei in der Regorafenib-Gruppe auch ein positiver Trend zur Verlängerung des Gesamtüberlebens beobachtet worden. Dieser Trend sei aber nicht signifikant. In der zweiten Jahreshälfte 2012 will Bayer nun die Zulassung für GIST einreichen. Bayer erhofft sich von beiden Medikamenten mittelfristig einen Umsatz von jeweils mehr als einer Milliarde Euro. Auch für Alpharadin zum Einsatz bei kastrationsresistentem Prostatakarzinom (CRPC) solle die Zulassung in der zweiten Jahreshälfte 2012 beantragt werden. Dem Mittel Alpharadin hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA ein vereinfachtes Zulassungsverfahren eingeräumt. Dieser Status solle die Entwicklung von Arzneimitteln zur Behandlung schwerer Erkrankungen mit hohem ungedecktem medizinischem Bedarf erleichtern und die Begutachtung durch die FDA beschleunigen. Im Rahmen der weiteren Entwicklung von Alpharadin plane Bayer weitere Studien in frühen Stadien von Prostatakrebs, darunter auch Kombinationsstudien mit anderen Wirkstoffen, sowie exploratorische Studien bei anderen Tumorarten, wie zum Beispiel Brustkrebs und Osteosarkom.

dpa