Prävention

Gebärmutterhalskrebs-Impfung angenommen - Forschen für arme Länder

Die neue Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ist nach Meinung des Heidelberger Medizinprofessors Harald zur Hausen von jungen Mädchen in Deutschland bisher gut angenommen worden.
Die Dreifach-Impfung sei bereits 700 000 jungen Frauen zwischen 12 und 17 Jahren verabreicht worden, sagte zur Hausen vor seinem Vortrag auf dem Deutschen Krebskongress am Donnerstag in Berlin. Er schätzt, dass damit rund 90 Gebärmutterhals-Tumore und zahlreiche Frühstadien verhindert werden konnten. Am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg werde zurzeit versucht, ein Nasenspray gegen Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln. Es soll vor allem Frauen in Entwicklungsländern nutzen.

Zur Hausen war einer der ersten, der einen Zusammenhang zwischen diesem Krebs und einer Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) erkannte und nachweisen konnte. Diese Viren werden sexuell übertragen. Eine Impfung sollte deshalb vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Der derzeitigen Impfstoffe wirken vor allem gegen die Virentypen HPV-16 und HPV-18, auf deren Konto rund 70 Prozent der weltweiten Fälle von Gebärmutterhalskrebs gehen. Ärzte und Ämter haben daher wiederholt dazu gemahnt, trotz Impfung zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

In Deutschland erkrankten nach den jüngsten verfügbaren Zahlen im Jahr 2004 rund 6200 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Das entspricht einem Anteil von drei Prozent aller Krebserkrankungen bei Frauen.

Auch die Deutsche Krebsgesellschaft hält trotz aufgekommener Kritik an ihrer HPV-Impfempfehlung fest. Je ein Todesfall in Deutschland und Österreich in zeitlicher Nähe zur Impfung seien tragisch, aber ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung sei auch in akribischen Untersuchungen nicht nachgewiesen worden, betonte der Sprecher der Deutschen Krebsgesellschaft, Prof. Peter Hillemanns. In Deutschland trete jährlich pro 100 000 Frauen von 15 bis 20 Jahren ein ungeklärter Todesfall auf - ungefähr alle zwei Wochen einer. Die Krebsgesellschaft gehe daher bei dem Todesfall nach der Impfung von einem “zufälligen Zusammentreffen unabhängiger Ereignisse” aus und empfehle - ebenso wie die Ständige Impfkommission und die US- Gesundheitsbehörden CDC - die Impfung weiterhin.

Eine Dreifach-Impfung innerhalb von sechs Monaten koste heute in Deutschland noch rund 465 Euro, sagte zur Hausen. Gesetzliche Krankenkassen zahlen sie für 12- bis 17-jährige Mädchen. “Für Entwicklungsländer ist dieser Preis aber unerschwinglich.” Er hoffe, dass China oder Indien in einigen Jahren deutlich billigere Impfstoffe anbieten könnten. “Es ist möglich, den Wirkstoff auf einem anderen Weg kostengünstiger zu produzieren.”

In Heidelberg versuchten Forscher zurzeit, ein Nasenspray gegen die Virusinfektion zu entwickeln. “Das wird aber noch einige Jahre dauern, es gibt erst Tierversuche”, berichtete zur Hausen. Der Wirkstoff werde dabei auf einer anderen Basis in den Körper gebracht. Beim Transport in andere Länder sei der Impfstoff dann auch nicht mehr auf Kühlketten angewiesen. “Für Entwicklungsländer wäre das ideal.”

dpa

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