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Helios-Gründer im "Spiegel"

"Krankenschwestern saufen nur Kaffee"

Die schleichende Vormachtstellung des mittlerweile größten Klinikkonzerns thematisiert das Nachrichtemagazin in seinem Bericht „Die Klinik-Controller”.
Fotomontage: kma, NLshop (Fotolia), Fresnius

Vor dem Hintergrund des Verkaufs der Kliniken Rottweil und Schramberg beleuchtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner jüngsten Ausgabe das Kostenmanagement des mittlerweile europaweit größten Krankenhausbetreibers Helios. Die Proteste der  Bevölkerung und der Mitarbeiter gegen die in letzter Zeit fast alltäglich gewordenen Verkäufe von kommunalen Krankenhäusern an Helios seien demnach durchaus berechtigt. Die Übernahmen seien oft das letzte Mittel, um Kliniken vor der drohenden Schließung zu retten. Inzwischen stehen 697 private Kliniken 601 kommunalen Krankenhäusern gegenüber, rekapituliert das Nachrichtenmagazin die bekannten Zahlen.

Helios-Gründer: "Pflegepersonal säuft nur Kaffee"
Für die Kommunen und die Klinikleitung sei der Verkauf in der Regel eine positive Nachricht. Die Angestellten wären indes weniger glücklich, denn hier setze der Klinikkonzern in der Regel den Rotstift an. So sank laut "Spiegel" nach der Übernahme in Rottweil die Zahl der Oberätzte um 5, die der Stationsärzte um 14 und die der Krankenschwestern um ganze 32 Prozent. Das bedeute nicht nur mehr Arbeit und Stress für die Beschäftigten, auch die Patienten selbst hätten unter den Kürzungen zu leiden. Außerdem würden viele Klinikeigene Teilbereiche ausgelagert. Den Konzern selbst lassen solche Vorwürfe kalt. "Gehen Sie doch mal nachmittags in eine Krankenhaus und besuchen Sie einen Angehörigen, dann sehen Sie das Schwesternzimmer, an dem eine Schild hängt mit der Aufschrift `Übergabe´. Wenn Sie die Tür öffnen, sehen Sie, wie sie Kaffee saufen", zitiert das Nachrichtenmagazin den Helios-Gründer Lutz Mario Helmig.

mk