Internationale Hilfsorganisationen haben am Mittwoch bei der Weltaidskonferenz in Wien dazu aufgerufen, eine weitere Welle der Gewalt vor dem nächsten Urnengang in dem südafrikanischen Land zu verhindern. "Wie ist es möglich, dass so schreckliche Dinge passieren können und die Welt schweigt?", fragte Shonali Shome von der Organisation AIDS-Free World. Sie hatte zahlreiche Vergewaltigungsopfer interviewt und in einem Ende 2009 vorgestellten Bericht 380 Fälle dokumentiert. Rund 37 Prozent dieser Frauen sind heute HIV-positiv.
Im Jahr 2008 sollen Mitglieder und Unterstützer von Präsident Robert Mugabes Regierungspartei ZANU-PF vor den Wahlen systematisch Frauen vergewaltigt haben, um die damalige Opposition einzuschüchtern. Nun sollen voraussichtlich 2011 erneut Wahlen in Simbabwe stattfinden. "Wir haben Berichte erhalten, dass die Gewalt schon wieder losgegangen ist und Frauen aus ihren Häusern entführt wurden", erklärte Shome. Ihre Organisation will im nächsten Monat ein Dossier beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag einbringen.
Vor zwei Jahren hatten dem Aids-Free-World-Bericht zufolge mehrere Vergewaltiger ihren Opfern gedroht, sie bewusst mit dem Virus infizieren zu wollen. "Andere Frauen waren bereits HIV-positiv, mussten aber nach der Vergewaltigung aus dem Land fliehen und ihre medikamentöse Behandlung unterbrechen", sagte Shome. Laut des UN- Aidsprogramms UNAIDS sind 15 Prozent der Bevölkerung in Simbabwe HIV- positiv. "Auch das Virus wird mittlerweile als politische Waffe eingesetzt", sagte eine Betroffene aus Simbabwe unter Tränen. "Die Welt muss sich erheben und den Vergewaltigungen ein Ende setzen."

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dpa
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