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Wiener Krankenanstaltenverbund

Deutscher leitet Österreichs Klinik-Riesen

Der frühere Vorstand des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), Udo Janßen, wird neuer Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV).
Fotos: KAV/Bernhard Noll; KAV

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hat den aus Deutschland stammenden Udo Janßen zum 1. November 2014 zum neuen Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes ernannt. Der 47-jährige Mediziner und Betriebswirt konnte sich nach Angaben des KAV in einem internationalen Auswahlverfahren unter mehr als 60 Bewerbern durchsetzen. Seit Mai 2013 war Janßen Generaldirektor-Stellvertreter am KAV sowie Leiter des Finanz- und Controlling-Managements. Der KAV ist der organisatorische Zusammenschluss aller zwölf städtischen Krankenhäuser der Stadt Wien sowie von deren Pflegeheimen und Ausbildungsstandorten für Pflegepersonal. Mit einem Jahresbudget von über drei Milliarden Euro und rund 30.000 Mitarbeitern gilt der Verbund als einer der größten Krankenhauskomplexe Europas.

Seine Rechtsform ist die einer städtischen "Unternehmung" - nicht zu verwechseln mit einem privatrechtlichen "Unternehmen". Er ist Bestandteil des Magistrats der Stadt Wien und untersteht dessen Geschäftsgruppe Gesundheit und Soziales. Eine "Teilunternehmung" des KAV ist auch das "Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien" (AKH), Sitz der Medizinischen Universität Wien und größtes Krankenhaus Österreichs.

Janßen ist Arzt mit Weiterbildung in der Gynäkologie und Geburtshilfe und außerdem Diplom-Betriebswirt. Er arbeitete unter anderem als Unternehmensberater und Interimsmanager in Krankenhäusern sowie als Geschäftsführer des Instituts für Europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IEGUS). Die private "Hochschule für Oekonomie und Management" (FOM) verlieh ihm für seine Lehrtätigkeit den Professorentitel. Von 2009 bis 2013 war Janßen geschäftsführender Vorstand des Deutschen Krankenhausinstituts in Düsseldorf.

Klare politische Vorgaben
"Wien bekennt sich zu einem starken öffentlichen Gesundheitswesen", sagte Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely anlässlich der Ernennung des neuen Generaldirektors. "Ich möchte auch für die Zukunft eine moderne und gleichzeitig finanzierbare Gesundheitsversorgung in öffentlicher Hand sichern. Daher müssen wir Bewährtes weiterentwickeln, Althergebrachtes überdenken und Bestehendes effizienter gestalten. Prof. Janßen hat diese notwendigen Reformen in den letzten eineinhalb Jahren bereits erfolgreich vorangetrieben. In seiner neuen Funktion wird er gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Vorstandes die Umsetzung des Wiener Spitalskonzeptes weiter maßgeblich begleiten." Janßen war schon in seiner bisherigen Funktion maßgeblich an der Umsetzung des Wiener "Spitalskonzeptes 2030" beteiligt. Auch künftig wird diese einen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden. Das Konzept erhitzt in der österreichischen Hauptstadt die Gemüter. Denn es sieht vor, die Zahl der Wiener Gemeindespitäler längerfristig von zwölf auf sieben zu reduzieren und nach medizinischen Schwerpunkten aufzuteilen. Zu den vor ihm liegenden Herausforderungen sagte Janßen: "Die politischen Vorgaben an das KAV-Management sind klar formuliert. Es gilt, das starke öffentliche Gesundheitswesen in Wien gut für die Zukunft aufzustellen."

Adalbert Zehnder/kma, Kronen-Zeitung