Die im Zuge der Pflegereform von 2008 eingeführten Beratungsstellen werden dagegen nur von jedem Achten als Ansprechpartner genannt. Nur wenige Menschen wissen von diesen Angeboten. So ist beispielsweise gerade einmal jedem fünften Bundesbürger über 60 Jahre bekannt, dass er ein Recht auf eine kostenlose telefonische Beratung hat. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Instituts für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF). Für die Untersuchung wurden im September 2009 insgesamt 1.008 Personen von Forsa befragt.
Während die gesetzlichen Versicherungen ihre Pflegestützpunkte dezentral in den Regionen organisieren, hat der Verband der privaten Krankenversicherungen mit Compass ein bundesweites Netz an Pflegeberatungsstellen aufgebaut, die nach einheitlichen Qualitätsstandards arbeiten. Die 200 Compass-Mitarbeiter haben in diesem Jahr rund 40.000 Gespräche geführt - telefonisch, aber auch vor Ort zu Hause bei den Betroffenen. Unterstützt werden gesetzlich und privat Versicherte.
Die Pflegeberater nehmen dabei Lotsenfunktion im Pflegesystem wahr. Sie informieren über finanzielle Hilfen, stellen Kontakt zu Pflegediensten her oder unterstützen Betroffene beim Antrag auf Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Sie begleiten die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen aber auch zum Sozialamt, wenn die finanziellen Mittel nicht reichen. Bereits heute ist jeder sechste Bundesbürger entweder selbst pflegebedürftig oder hat einen Pflegefall in der Familie. Welche Bedeutung das Thema Pflege angesichts des demografischen Wandels hat, zeigt eine weitere Studie: Demnach wird rund jeder zweite Deutsche im Alter auf Pflege angewiesen sein.

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Anspruch auf Pflegeberatung wird zu selten eingefordert
Der Hausarzt gilt als erster Ansprechpartner bei Fragen rund um das Thema Pflege: Jeder dritte Bundesbürger schreibt ihm die größte Kompetenz bei der Pflegeberatung zu.
J.M. / IMWF
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