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Kritik aus Bayern

Haderthauer fordert Stopp des Pflege-TÜVs

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) hat einen sofortigen Stopp des Bewertungssystems für Pflegeheime verlangt.
"Ich fordere Gesundheitsminister Philipp Rösler eindringlich auf, dieses Trauerspiel zu beenden", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). "Durch dieses Prüfsystem erleidet die stationäre Pflegebranche in Deutschland derzeit einen Vertrauensschaden, von dem sie sich nur schwer erholen wird." Die Trägerverbände und Pflegekassen hätten bei der Ausgestaltung des Pflege-TÜVs harte Prüfungen verhindert und ein Negativbeispiel für perfekte Lobbyarbeit geleistet.

Die 12.000 ambulanten und 10.000 stationären Pflegeeinrichtungen werden seit neuestem einmal im Jahr geprüft. Die Prüfer schreiben sogenannte Transparenzberichte mit Noten. Die Heime werden vom Pflege-TÜV nach über 80 Kriterien geprüft, die dann zu einer Gesamtnote zusammengefasst werden - ähnlich wie Schul-Zensuren mit Noten von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft). Prüfer der Medizinischen Dienste in einzelnen Ländern hatten moniert, dass schlechte Pflege mit diesen Noten nicht immer erkennbar sei. Manche Heime würden zu gut abschneiden, weil Pflegemängel durch gute Werte zum Beispiel für das Essen wettgemacht werden.

"Der Pflege-TÜV war von Anfang an eine Totgeburt, weil seine Kriterien ungeeignet sind, Qualität zu messen, und die Prüfer sich bei diesem System künstlich dumm stellen müssen", sagte Haderthauer. Die Gesamtnote für die Heime gebe kein objektives Bild wider. Ein Heim in Bayern habe vom Pflege-TÜV die Note 1,7 - also gut bis sehr gut - erhalten. Die bayerische Heimaufsicht habe aber etwa einen Monat nach der Kontrolle durch die Prüfer des Pflege- TÜVs viele Mängel festgestellt. dpa sk yyzz n1 sk

dpa

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