"Ich will die Familien-Pflegezeit bis Ende des Jahres", sagte Schröder der "Bild"-Zeitung. Für ein Pflegegeld ähnlich dem Elterngeld sehe sie derzeit jedoch angesichts der finanziellen Engpässe keinen Spielraum.
Schröders Modell sieht vor, dass Arbeitnehmer ihre Angehörigen bei halber Arbeitszeit pflegen können und dabei drei Viertel ihres Gehalts beziehen. Später sollen die Arbeitnehmer dann wieder voll arbeiten, bekämen aber für einen ebenso langen Zeitraum weiterhin nur drei Viertel des Gehalts. Derzeit ist es schon möglich, sich für sechs Monate unbezahlt für eine Pflegezeit freistellen zu lassen.
SPD, Grüne und Linke halten Schröders Pläne für nicht praktikabel: "Viele Angehörige sind gar nicht in der Lage, die persönliche Pflege zu übernehmen, etwa weil sie nicht am selben Ort wohnen. Und manche wollen diese belastende Tätigkeit auch nicht ausüben", sagte Elisabeth Scharfenberg, die Pflegeexpertin der Bundestags-Grünen, im "Tagesspiegel".
SPD-Vizechefin Manuela Schwesig sagte der Zeitung, nur Gutverdienende könnten sich das erlauben. Die Linken- Bundestagsfraktion kritisierte Schröders Konzept als "reine Augenwischerei". Menschen mit niedrigem Einkommen würden benachteiligt, weil sie sich einen Lohnabschlag von einem Viertel schlicht nicht leisten könnten.
Auch von Sozialverbänden sowie aus der Wirtschaft gab es in den vergangenen Wochen Kritik. Für die Pflege- und Sozialverbände sind Lohnverzichte während der Pflegezeit nicht akzeptabel. Aus der Wirtschaft kommt der Einwand, das Schröder-Modell sei zu kompliziert und zu teuer für die Arbeitgeber.

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Familienministerium
Schröder will Familienpflegezeit noch 2010
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will ihr Modell zur Familienpflegezeit schnell umsetzen.
dpa
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