Uniklinik Leipzig

Protest gegen Entmachtung der Pflege

Die Universitätsklinik Leipzig hat die Position des Pflegedirektors abgeschafft. Der Sächsische Pflegerat protestiert dagegen in einem offenen Brief an den Aufsichtsrat.

Alle Universitätsklinika haben eine Pflegedirektion, die fast flächendeckend im Vorstand vertreten ist. Nur in Sachsen nicht, wo das Hochschulmedizingesetz nur einen Zweiervorstand vorschreibt – damit allerdings eine Dreierkonstellation nicht ausschließt. Immerhin hatte die Pflegedirektion in der Uniklinik Leipzig bisher aber eine eigene Stabstelle. Ende März hat der Vorstand diese jedoch aufgelöst. Die Pflege ist jetzt in leitender Position nur noch auf der Departmentebene neben dem Kaufmännischen und Ärztlichen Departmentleiter vertreten.

"Deutliche Abwertung"
"Eine wichtige Kernkompetenz des Unternehmens wird damit auf Ebene des Vorstands und Aufsichtsrats nicht mehr abgebildet", heißt es in dem Brief, der der kma vorliegt. Der Sächsische Pflegerat wertet die Entscheidung "als deutliche Abwertung des Pflegedienstes" und fordert den Aufsichtsrat auf, sie zu überdenken und "aufgrund einer neuen Bewertung die getroffene Entscheidung zu revidieren".

Vorstand: System kollegialer Führung
Der Vorstand der Uniklinik Leipzig sieht dagegen in der neuen Struktur eine Aufwertung der Pflege. "Die bisherige Struktur der Stabsstelle Pflegemanagement am UKL wird durch ein System der kollegialen Führung der pflegerischen Departmentleitungen ersetzt. Ziel ist es, die pflegerischen Departmentleitungen durch direkte Anbindung an den Vorstand enger in die strategische Ausrichtung der Führungsarbeit einzubinden. Die Pflegekräfte rücken somit näher an die Entscheidungsträger und den Vorstand heran", heißt es in einer Stellungnahme des Vorstands vom 4. Mai auf Anfrage von kma.

Pflegedirektor Klaus Tischler hat inzwischen um einen Auflösungsvertrag gebeten und ist ans Klinikum Darmstadt gewechselt.

Kirsten Gaede