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Bundesärztekammer

Montgomery geißelt die Pharmaindustrie

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, kritisiert die Arzneimittelpreise in Deutschland.
Foto: Stickforth

Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer

Die Pharmaindustrie nutze die Bestimmungen des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (Amnog) für ihre Zwecke aus, sagte er in der "Westdeutschen Zeitung". Wenn es stimme, dass Herstellungs- und Vertriebskosten für eine Therapie mit dem anerkanntermaßen sehr wirksamen Hepatitis-C-Präparat Sovaldi tatsächlich bei 1.500 Euro liegen, die Therapie am Anfang 60.000 Euro koste und nach Verhandlungen mit den Krankenkassen immer noch 45.000 Euro, "dann ist das unanständig. So was darf nicht sein". Montgomery kündigte an, man wolle auf dem nächsten Ärztetag über ethische Preisbildungen von Medikamenten reden.

Positiver beurteilt der BÄK-Präsident das von der Bundesregierung geplante Anti-Korruptionsgesetz für das Gesundheitswesen. Mit dem Gesetz werde klargestellt, dass es sich dort um korruptives Verhalten handelt, wo medizinische Entscheidungen nicht im Sinne des Patienten, sondern nur im Sinne der eigenen Ökonomie getroffen werden. "Wir begrüßen auch, dass der Gesetzentwurf alle im Gesundheitswesen tätigen Gruppen in den Fokus nimmt. Denn auf die Ärzteschaft fallen nur 14 Prozent der Fälle von Korruption im Gesundheitswesen." Notwendig seien noch konkretere und lebensnähere Ausführungen.

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